Aktuelles

Mein kulturkritischer Ansatz: 

Als skeptischer, der Aufklärung und dem wissenschaftlichen Weltbild huldigender Intellektueller kann man nur satirisch und mit viel Ironie auf eine global wirksame "virtuelle Schweizer Weltzeitmaschine", als sei sie eine physikalische Tatsache, hinweisen. Man gelangt normalerweise wohl kaum zu einer so ausgefallenen Vorstellung. Diese Idee ergab sich aus Erfahrung mit Ereignissen, die für mich den Anschein erwecken, als würden sie transzendental metaphysische Aspekte der Integration von globaler Ökonomie und internationalen Medienkosmos reflektieren. Und zwar aus Bereichen, wo ich meines teils von einem "kollektiven psychischen Stratum sprechen würde, welches durch Medien- und Marketingpsychologie geschaffen wird. Diese umfassende, unausweichlich überall eindringende Scheinwelt wird von Konsumterror oder religiöser Propaganda, also in jedem Fall von ideologischen Machtinteressen aller Art mitbestimmt. So wird fast jeder Ausdruck, jede Darstellung der Realität, die sich in den modernen, via Funk- und Internet übertragenen Medien findet, von einem unwiderstehlichen Schein überlagert, der autoritär in die Psyche eindringt mit einer defacto pseudosakralen überirdischen Gewalt: misst man diese Wahrnehmungswelt am physischen Perzeptionsapparat des Menschen, der sich über Jahrtausende entwickelt hat. Dieser würde vor- bzw. außerhalb der technologischen Welt alles, was sich in ihr den Sinnen darbietet, automatisch mit der Einbildungssphäre von Magie, Wunder, Zauberei, ja des Göttlichen verbinden. Einfacher ausgedrückt: Ein Mensch mit der gleichen physischen Konstitution wie der heutige, der vor 1000 Jahren einen Tag mit Film und Fernsehen, Compteranimationen, Telefon, rasenden Transporten durch die Lüfte, auf Schienen und auf Strassen erlebt hätte, wäre im Anschluss daran überzeugt die Faszination der Hölle, die wunderbaren Mächte des Himmels usw., d.h. die Wahnsinnswerke der Teufel im Kampf mit den Engeln erlebt zu haben. Was er sah, hörte, fühlte, wäre für seine Sinnenausstattung zugleich auf der Ebene der reinen Seele geschehen. Tiefer, intensiver gäbe es keine mehr für ihn, denn er wäre überzeugt, das transzendentale Reich, das nach dem Tod und dem Schuldspruch beim 'Jüngsten Gericht' auf ihn wartet, betreten zu haben.


Dieses innere, präexistente Verhältnis zur Wahrnehmung des zivilisatorisch geregelten Universums besteht da, wo man die Psyche, die Seele vermutet, auch heute weiter. Die Intensität der Manipulation selbst durch das Smartphone, mit dem man eine permanente Anbindung an einen verkrüppelten und pervertierten Weltgeist insbesondere aus Angst vor Tod und Einsamkeit zelebriert ... , bleibt für den psychischen Apparat im Grunde die selbe. Anpassung daran würde bedeuten die biologische Genausstattung der Spezies zu verändern - vielleicht kommt dies ja noch! Deswegen vermitteln die Massenmedien und das Internet meiner Ansicht nach auf einer pseudo-sakralen, ja transzendentalen Sinnesebene ihre Impulse, die allzu tief eingreifen in das bislang noch natürliche Gehirn mit seinen Wach-, Schlaf-, Traummechanismen, die sich unmöglich biologisch mit der ständigen Reiz- und Informationsüberflutung, den permanent aufputschenden Rhythmen der Popmusik von entpolitisierenden Sendern, dem permanenten Geleier von Koranversen usw. anders auseinander setzen können als mit Krankheit, Fresssucht, frühzeitigen Altern, Testosteron gesteuerter Aggressivität. Die Medien erschaffen Seelen beherrschende künstliche Dimensionen und nehmen sie totalitär mit ihrer pseudosakralen Kraft in Besitz. Sie generieren Bewusstseinssphären des Zeitgeistes, in denen das Göttliche in der ursprünglichen, aus sinnlicher Naturwahrnehmung hervorgehenden Menschenseele verbrannt, vernichtet, ausgemerzt wird zu Gunsten jenes anarchischen Kaleidoskops von (Konsum-) Leitbildern und (Alb-)Träumen, die sie uns als verwirrende Flut von Daten, Informationen, (An-)Reizen, Sinnestäuschungen vermitteln. Sie kann keiner mehr aufnehmen, registrieren, verarbeiten, auswerten. Doch es entstehen unterbewusst virtuelle soziale Bereiche in Wahrnehmung und Bewusstsein, die vor allem der Zirkulation des Dollars, des Geldes und den daran gehefteten polit-ökonomischen Interessen gehorchen. Die eigentliche Ideologie dahinter, die unbewusst vor allem darauf besteht Autorität zu schaffen zugunsten der Undurchschaubarkeit einer unsolidarischen Konkurrenzwelt mit Megaverschwendung, Megaluxus, Megaarmut enthält im Wesentlichen nur Weiterentwicklungen des modifizierten und nun extrem verschleierten Feudalismus von Früher in ganz neuen Formen. Die Instinkte beispielsweise jener Oligarchen und Funktionäre, die sich die Medienwelten untertan machen, funktionieren meinen Eindrücken nach auf einem primitiven Niveau. Sie wollen bewusst oder unbewusst, egal wie demokratisch und tolerant sie sich geben, vor allem eins, Herrschaft und Macht auf Basis ihres eigenen Einfluss durchsetzen und erhalten. Ihre inneren Antriebe sind jeweils die gleichen wie in den Sippen- und Stammesgesellschaften der Vorzeit. Somit gehorchen Feudalherren & Machthaber unserer Zeit wahrscheinlich den selben Hormonimpulsen wie vor 100.000 Jahren irgendwelche Steinzeitjäger

 

Es ist folglich immer noch Sinn und Zweck jeder existierenden Ökonomie und damit Gesellschaftsform, denen, die sich an die Spitze geschwungen haben, das Herrschen um jeden Preis zu ermöglichen durch Impulse, die die  Untertanen sozial und physisch deklassieren, diskriminieren und auf Dauer vernichten. Die Technik auch der modernsten Medien wird angewendet um  Bewusstsein in jeden Ausmaß zu lenken und zu manipulieren, um die Autonomie des Individuums nur begrenzt zuzulassen, endlich um die an und für sich die Reichen überall störenden Menschenmassen unter Druck zu halten, mit abgründiger Seelenangst zu erfüllen, durch Tausend artifiziell hervorgebrachte Krisen aus dem Leben wieder weg zu befördern.  Nur so behält man aus dem Hintergrund heraus die von niemanden hinterfragten Machtpositionen, die wiederum ... bislang stärkstens und sehr diskret insbesondere auch vom System Schweizer Banken und ihrem indirekten globalen Einfluss geschaffen und gelenkt werden. Diese Systemmechanik, soweit sie auch "swiss-made"ist, durfte allerdings kaum je bekannt werden, wurde nie in metaökonomischen und metasoziologischen Untersuchungen als kulturelle, System stabilisierende Phänomenologie wahrgenommen. 

 

Dazu sind meine Ausgangsüberlegungen einfach:

Wenn der Medienkapitalismus unserer Epoche überhaupt irgendwo einen stabilen geografischen Ort besitzt, dann einerseits dort wo die Finanzen, die Fluchtgelder gebündelt werden und andererseits der Imperialismus des Geldes sich nach Außen zu seiner Legitimation heuchlerisch mit traditionellen europäischen Kulturwerten umgibt. Die Schweiz wuchs traditionell in diese Rolle hinein, wobei sie es geschickt vermied in den Fokus der sozialistischen Kapitalismuskritik zu geraten. Die sinnlose Maschinerie der Bewegung des Dollars - von echten Zielpunkten und irgendwelcher realen und humanen Wertschöpfung Lichtjahre weit entfernt - wird auch in vielen anderen großen Zentren der Manipulation von Kapitalströmen in Bewegung gehalten, aber nur die Schweizer profitierten davon auf einer wirklich breiten Basis, die das ganze Volkes mit einband. Als sicherster Hort der global angehäuften Fluchtvermögen, als klassisches Exilland für die Reichen und abgehalfterte Mafiosi&Diktatoren zahlte sich eine vorbehaltlose Gastfreundschaft der Schweizer für die bösesten Schweine unserer Welt mittlerweile auf jede Weise materiell aus. Im Durchschnitt genießen die Schweizer weltweit den höchsten Lebensstandards, die beste soziale Absicherung, die breiteste Basis der Verteilung von Vermögen im Volk. Wozu beitrug, dass die Schweiz seit Mitte des 19. Jahrhunderts von Kriegen verschont blieb. Sie schafften es uralte Traditionen und historische Kontinuität wie kein anderes Land mit moderner Zivilisation zu umgeben. Vielleicht sind diese Feststellungen banal. Mich erstaunt jedoch, dass sich daraus möglicherweise metaphysische Phänomene ergeben, die in der Perspektive, mit der ich sie zu entdecken meinte, jeder statistischen Wahrscheinlichkeit Hohn sprechen, was ich im Begriff "virtuelle Schweizer Weltzeitmaschineironisierend auszudrücken versuche. Ich betrachte allerdings dieses Theorem als Satire, selbst wenn man damit für unwahrscheinlichste Zufälle eine sinnfällige Antwort finden kann. Was in einigen Abschnitten des Romans auch versucht wird - wo ich nicht bloß die subjektiven Beobachtungen, sondern auch diverse Daten und Fakten aneinander reihe. Diese Materie bedingte andererseits, dass man zu verfremdenden Mitteln der Literatur, zu surrealistischen Sprachbildern, zum Geist des Absurden oder des Existenzialismus Zuflucht nimmt, um nur etwas von den erhaltenen Eindrücken verständlich werden zu lassen. 


Vieles hätte ich dazu aufschreiben mögen, was erst ansatzweise in meinen Text Eingang fand. Um meine Perspektive auf sehr komplexes Geschehen, das im Hintergrund politisch ist, vorzubereiten erzähle ich im Rahmen der Grundstruktur des Romans ab dem 12. Kapitel/S.108, von traumatisierenden Geschehnissen innerhalb der pseudo-humanitären und somit auch nur pseudo-demokratischen Gesellschaft. Sie hat im Fall der Familie des Autors Menschenrechte verletzt, unglaubliche Eingriffe ins Schicksal meiner Tochter und ihrer Mutter sogar gebilligt, nie auch nur ein Quäntchen Solidarität erübrigt gegenüber einem radikalen Bruch der Grundrechte und wird sich wohl  jetzt nach 25 Jahren wohl kaum erinnern wollen. ... Und hat sie sie wiederhergestellt? Man müsste Betrübliches berichten. Aber das würde wahrscheinlich eher  ein  langweiliges Sachbuch als Fortsetzung von 'Swiss-Made Time!' ergeben. Während mir im vorliegenden Zeitroman daran gelegen ist die unverhältnismäßigen Auswirkungen der staatlich verfügten Verbrechen an meiner Freundin und unserer Tochter in ihren dramatischen Resultaten darzustellen und zu berichten, wie weit sie ins Politische und offenbar auch in transzendentale Bereiche hineinreichen und so bis heute eine wirksame metaphysische, wie auch politische Redundanz verursachen. Die ins Negative verwandelte Effektivität der diskret verletzten offiziellen Schweizer Gesellschaftsprinzipien besteht, wie ich zynisch konstatiere, weiterhin als Wirkungsfaktor in einer maximal pervertierenden Weise ... Davon erzählt der Roman, wobei er von bekannten oder verifizierbaren Informationen & Fakten zu metaphysisch wirkenden Konstellationen vordringt, die ich leider nur anhand einiger Katastrophen und Desaster zu charakterisieren vermag. Ereignisse, die eine breite Medienaufmerksamkeit erhielten und sich gemäß der Interpretationsebene, die ich anbiete, auch in aktuellen Vorfällen manchmal signifikant zu spiegeln scheinen.

 

Der Roman folgt diesen z. T. im Anhang anhand von bemerkenswerten Schriftstücken dokumentierten Sachverhalten, indem er kafkaeske Albträume, die die Realität in ein Spiegelkabinett grotesker Phantome und Schrecken verwandeln, einem bewussten Spiel des Ich-Erzählers mit dazu kompatiblen magischen Vorstellungen und Methoden gegenübergestellt, die er angesichts der von ihm erfahrenen Totalität einer quasi gleich-geschalteten Medienszene legitim und lustvoll exploriert. Mit solchem Bewusstsein erzielt er m.E. extreme, nie geahnte, irrationale Effekte, die aus der kulturellen Verdrängung des Unterbewusstseins im elektronischen Zeitalter gespeist werden. Dieses spezielle "Glasperlenspiel" resultiert u.a. auch aus den herben Anstrengungen meiner Vorfahren, die (Kunst-) Geschichte und Archäologie auf konventionelle Weise erforschten. Aber auch aus den Gegensätzen, die die NS-Zeit hinterließ. Sowie aus den Anstrengungen des DDR-Regimes, das vom Potsdamer Abkommen des Jahres 1945 seine Existenzberechtigung ableitete und mit dieser Staatsideologie ständig nach Potsdam blickte, ja direkt aufs Haus des "Potsdam-Museums", in dem ich geboren wurde und bis zum neunten Lebensjahr heranwuchs. ... Eine Fülle kraftvoller Geschichtsströmungen, die sich manchmal in Magie zu verwanden schienen, umgab mich von dort her. Begleitete mich so lange, bis mich zum Beispiel "Die Lehren des mexikanischen Zauberers Don Juan Mato", aufgezeichnet in acht Kultbüchern der 1970-er und 80-er Jahre, die Carlos Castaneda schrieb, oder Impulse aus asiatischen Lehren, dem Islam, der Rockmusik dazu anstifteten für mich eine eigene theoretische Brücke von visionärer (Innen-)Schau zum sozialen und politischen Tagesgeschehen, zur materialistischen Weltinterpretation, zum revolutionären Freiheitsgeist zu gestalten. Von daher konnte ich nie übersehen, dass Philosophie, gesellschaftliche Reflexion, emanzipatives Handeln, soziale Solidarität, Zivilisationskritik usw. keineswegs "das Höchste" im Wertebewusstsein der gegenwärtigen europäischen Gesellschaftsrealität manifestieren.


Ich entdeckte vielmehr:

Das Höchste, Grösste, Schönste im Kulturbewusstsein des dekadenten Westens wird mittlerweile von primitiven Leitbildern einer aufdringlichen, totalitär vereinnahmenden Werbeindustrie bestimmt. Deren Ideale finden sich in den Fetischprodukten des täglichen "Konsumterrors", im Discodance, bei fotografierten "Modepuppen", in allen Formen sexueller Aktivität, im offen praktizierten Triebgeschehen und selbst bei hysterisch zelebrierten "breaking news", die fasziniert von Amokläufen, Terrorismus, Katatstrophen oder gar Völkermord handeln. Dieser omnipräsenten "Bewusstseins-Industrie", die Status- und Sexsymbole und Milliardäre bis zum Exzess des Personenkults feiert, sind in der Öffentlichkeit und beim "Shopping" alle ausgesetzt. Daher kann ich mich kaum der Vorstellung entziehen, dass eine derartige Unkultur von "Zombies" geschaffen wird. Es muss sich bei den Urhebern um mutierte Zeitgenossen handeln, die von absorbierten Digitalspuren aus dem world-wild-Net in Kopf und Körper gesteuert werden. Im Allgemeinen scheinen P&R-Leute am Werk, die den Schwachsinn dieses Niveaus ständig erneuern, weil sie von einem Zwang angetrieben werden, die übrigen "freien Marktteilnehmer" - sprich die Konsumenten - geistig zu beherrschen und dabei zu hypnotisiren, möglichst wirksam zu manipulieren und so - es geht nicht anders - zu verdummen. Ihnen geht es darum, die Mit- und Umwelt absichtlich mit pawlowschen Reflexen zu konditionieren,  um die Mitbürger einzupacken in die Automatik eines sinnlosen, qualitätslosen verschwenderischen Produktionsgetriebes, das als Selbstzweck das Leben des arbeitenden Menschen in ein immer währendes (Hamster-)Tretrad steckt, ... bis er endlich genügend ausgelaugt und krank ist, um ihn zu begraben.


Mein Roman übersteigert in Teil I diese These bis ins Absurde, indem er in der Logik der geltenden Nationalökonomie etwa einen "Konjunkturboom" der Beerdigungsindustrie vorschlägt - also prunkvolle und teure Grabkulte - allein nur um die Ziffern des Brutosozialprodukts in die Höhe zu treiben. Inzwischen bin ich sicher, dass nur noch das "Ökosiegel", welches "ein CO2-unschädliches Begräbnis" zusichert, dabei fehlt, um so die dringendsten Menschheits-Probleme - von der Überbevölkerung bis zur Resourcen-Verschwendung, vom Klimawandel bis zum Terrorismus - auf friedliche Weise und angelehnt an die Weisheit der alten Ägypter zu lösen, die sich ihr ganzes Leben hindurch um ihr späteres Grab sorgten.


Ich denke man versteht bei dieser kritischen Reflexion, dass die resultierende Tiefenwirkung der Medien in unserer Zivilisation antike Mystik, brünstige Religiosität des Mittelalters, den Fanatismus der Ideologien durch ein neues Seelensubstrat ersetzt. Eines von dem ich allerdings bezweifele, ob dieses den schon längst veralteten Begriff von "Humanität" aktualisieren wird.

 

Aufgrund solcher Weltsicht hätte ich es langweilig gefunden, die von mir entdeckten, ironisch als "virtuelle Weltzeitmaschine" bezeichneten Aspekte, welche die Schweiz als Gipfelplateau des Kapitalismus und treue Nation von Söldnern der Mächtigen laufend produziert, im gleichen Stil zu publizieren, in dem viele Esoterikfreaks ihre Anschauungen vorstellen. Die "esoterischen Wissenschaften von den spirituellen Welten" habe ich sowieso nie ernst genommen. Außerhalb persönlicher Erfahrung lässt sich in meinen Augen keine Transzendenz und kein Gottesbegriff, keine Mystik und keine "paranormale Ereignisqualität" finden. Bisher jedenfalls nicht. Vielleicht wird ja irgendwann einmal die Naturwissenschaft mehr herausfinden und solche seit Jahrtausenden ersehnten Dimensionen in größerem Maßstab erreichbar, verfügbar, einsehbar machen?

Diese Einstellung forderte von meinem eigenen Bericht, er möge vorab die Vorstellungen, die die Medien- und P&R-Welt im Bewusstsein potenzieller Leser erzeugen, durcheinander wirbeln. Die feststehende Trennung zwischen belletristischer Literatur als Fiktion und dem Tatsachenreport als eine Form der Wissenschaft sollte hier, um Sinne und Gefühle, Herz und naturgegebenen Verstand zu wecken, z. B. dadurch zerrüttet werden, dass der Roman anfangs einige Liebesaffären als zentrales Thema vortäuscht. Die Dialogsituation, die aus dieser Rahmenhandlung entstand, hat mich beim Schreiben begleitet. Inzwischen glaube ich, ohne diese lebhafte Vergegenwärtigung von kritischen, redundanten Gesprächen hätte es keinen Sinn gemacht so viele objektive Themen, die in komplexen historischen Zusammenhängen wurzeln und sich kaum strukturieren lassen, als Begründung von Wahrnehmungen zur Zeitgeschichte vorzustellen. ... Letztlich ging es mir dabei um Einsichten in die Qualität einer durch das kollektive Unbewusste geformten "Zeit", die in einem unausge-sprochenen Einverständnis, "connivence", der Aufrechterhaltung von irrationaler Herrschaft und Autorität, Ausbeutung und Repression dienstbar gemacht wird. Eindrücke, die bei mir schon 1985 in eine Ahnung eingemündet waren, dass der Kapitalismus seine weltweite Werbemaschine für Schweizer Uhrenprodukte, deren Besitz zum Topstandard des Erfolgsmenschen dekretiert wird, nicht umsonst auf Hochtouren laufen lässt. Ahnung, dass die innige mentale Verbundenheit zwischen Topmanagern und Besitzenden, Regierungseliten und erfolgreichen Verbrechern auf Mystifizierungen beruht, die sich als diskrete Übereinkunft interpretieren lassen, einen Weltstandard zu schaffen, durch den man sogar die unbegriffene Dimension der menschlichen Erdenzeit systemstabilisierend und antirevolutionär regulieren könnte.

 

Im Bereich von schon längst vorgeprägter Anschauungen dieser Art ergaben sich, seit ich mit einer Schweizer Freundin zusammenlebte, die familiär im Gefüge der Schweizer Wirtschaft und Geschichte verankert war, frappierend irrationale Zeitaspekte. Ich meine bei Realgeschehen, welches die Weltmedien berichteten, während wir uns im zentralen Bern wie auf einer Insel fühlten, die auf einer Wolke von internationalem Fluchtkapital schwebte. Von dort her wurde überall "Schweizer Supervision" auf die Völker und Länder hinabgesenkt. Das war Ende der 80-er Jahre ein Lebensgefühl für viele Berner, die es ohne sich Gedanken zu machen damals noch genießen konnten im Zentrum der wohlhabendsten, stabilsten, sichersten Nation auf dem Erdball gestützt auf dreitausendjährige regionale Traditionen zu leben. In diesem Rahmen aktualisierte sich bei einigen Gelegenheiten seit 1987 das stark emotionalisierte Gefühl hinsichtlich eines fühlbaren und ganz besonderen Schweizer Einfluss, an dem mich meine Freundin beteiligte: Verblüffende Zufälle, die ich nur zum Teil im Roman schildere, machten es mir bewusst, dass ein zutreffendes Verständnis der darin verborgenen geistigen Phänomene "die Welt aus den Angeln heben", also z. B. die West-Ost-Konfrontation aufheben könnte. ...

 

Drei Berner Auftritte von "widerständigen" DDR-Musikern erbrachten schon Ende 1987 Hinweise auf solch ein Potenzial. Einer tauchte auf, als sich der 1976 von der DDR ausgebürgerten Polit-Sänger W. Biermann bei einem Randgespräch im_DRS-Radio-Studio entzückt an die Ostberliner Malerin Charlotte Pauly erinnerte, die ihn einstmals vor der StaSi versteckt hatte. Diese wiederum war eine Freundin meiner Oman und meiner Mutter gewesen und hatte selbst mir Bilder gewidmet.

Ein anderer hochpolitischer Anlass betraf das Nahostproblem, das mich aufgrund einiger Friedensengagements schon lange begleitete. Das ab Kapitel 29 / Teil II wiedergegebene Gespräch, welches ich am 20.12.1988 in der israelischen Botschaft führte, demonstriert Aspekte, deren Brisanz ich durch die Gegenüberstellung mit dem libyischen Sprengstoffattentat, das zum Absturz eines amerikanischen 747 Jets am 22.12.1988 über Lockerbee führte, in diesem Buch hoffentlich herausgestrichen habe. Auch wird jedermann leicht den zuvor beschriebenen Zufall als seltsam empfinden, dass der zum 50. Reichsprogromnacht-Jubiläum am 9.11.1988 auf dem Jüdischen Friedhof eingeweihte Gedenkstein wie als Vorausahnung des 9.11.1989 eine zerbrochene Mauer symbolisierte.

Neben im Roman erwähnten Vorgängen spielte weiteres "Zufallsgeschehen" damals zumindest psychologisch und schließlich "spirituell" eine Rolle. Ski- und Lawinenunfälle etwa, wie der von Prince Charles 1988 bei Davos. Oder der des Präsidenten der FIS, nein nicht die radikalislamische algerische Muslimpartei: FIS, die ab 1992 einen Bürger-krieg begann, sondern die Federartion International de Ski, bei dem dieser Januar 1989 in den USA auf einer Skipiste umkam. Dieser Vetter des spanischen Königs, A. de Bourbon, als "Diplomat" in Bern akreditiert, war nur wenige Straßenecken von mir entfernt domiziliert; während ich täglich sowieso auf die Dächer eines nahen spanischen Botschaftsgebäudes hinabblickte. Einige intuitiv erfasste subjektive Momente dabei eröffneten schon damals Aussichten auf ein transzendentale und von Bern ausgehende Unterstützung des DDR-Aufstandes, in die sprituell selbst die "Royals" Europas involviert waren. Ein Support, der sich, weil unerkannt, später niemals mit ethischen Begriffen würde messen lassen. 

Ja, es ließen sich noch viele, viele weitere "Zeitzufälle" erwähnen, die den Fakteninhalt des Buches strukturiert haben: Z. B. jene Szenen wie uns ( A.C.S. und mir) Ende Februar 1989 der deutsche Außenminister auf der gleichen, haarscharf der gleichen Krankenstation des Mainzer Uniklinikums als zu operierender Patient begegnete, auf der seit einer Woche meine Mutter lag, die wir täglich besuchten. Das wird ab  Kapitel 32 / Teil II geschildert, während ich es auch dabei nur mit Andeutungen belasse, weil nicht die einzelnen verblüffenden Zufälle, sondern nur die Gesamtheit an bizarren Zeitstrukturen, die keinem gewöhnlichen "Zufallsprinzip" genügen, die Hypothese des Romans "von der swiss-made time" belegen kann. Was nun noch nicht genügend in den Romankomplex eingefügte spektakuläre "Zeitzufälle" angeht, die auf so etwas hindeuten, so will ich hier last-not-least auf Anmerkung 52 ganz am Schluss des Buches eingehen:

Im ursprünglichen Manuskript, welches zu lang war, so dass ich es auf ca. 636 Textseiten hinabkürzen musste, gibt es einige Stellen in den "Flavigny-Erzählungen" aus dem Jahr 2000, bei denen ein prophetisches Mäuslein in der Küchenecke flüsternd Folgeereignisse der nächsten Jahre ankündigt. Jeweils bezogen auf den zuvor äußerst kontrovers diskutierten Anspruch des Erzählers aus dem Abgrund der von seinen Kindern erlittenen Menschenrechtsschicksale in letzter, radikalster Konsequenz Katastrophen - insbesonders FLUGZEUGABSTÜRZE, ja sogar FLUGZEUGKOLLISIONEN während des Fluges - zu "zaubern".

Nachdem er einige Fälle, die sich unglaublich anhören, schon referiert hat, behauptet JvD gestützt auf die Magie seines "Planecollision-Paintings" (welches mittlerweile das Buch schmückt) auch in Zukunft solche "Happenings" oder soll man sagen: "Events" hervorzubringen, solange das Schweigen der Medien andauert. ...  Das Mäuslein, welches es genauer weiß, was in den nächsten Jahren passieren wird, berichtet daraufhin von JvDs künftigen Anstrengungen des Jahres 2002. Er würde dann erneut versuchen, mit seinen hyperzufälligen Katastrophensynchronisationen, die er spirituell mit den Schicksalen seiner Töchter "verschränkt" hat, zumindest die Aufmerksamkeit von Forschern der Parapsychologie zu erregen. Dazu wird nun darauf hingewiesen, wie er schon 1993 mit seinem Manuskript "DIAMANTSCHLIFF" zu diesem Thema (die eigenen PSI-Schwingungen mit ihrem angeblichen Einfluss auf die Auslösung von Flugzeugabsturz-Katastrophen) an das universitäre Freiburger INSTITUT für GRENZGEBIETE der PSYCHOLOGIE (Parapsychologie) herangetreten war, ohne damit irgendeine Faszination oder wenigstens minmales Interesse auszulösen; weshalb JvD in den Folgejahren erst recht jenem schwarmagischen Geist huldigte, ... der auch bei Doktor FAUST nicht durch deutlichere Symbolik zufrieden gestellt worden wäre! 

Das Roman-Mäuslein behauptet nun im Mai 2000, er würde im Jahr 2002 - enttäuscht von den Freiburger Forschern - an das ebenso bekannte Parapsychologie-Institut bei der PRINCETON-University schreiben, um seinen Ansatz vielleicht dort zu einem Forschungsfeld zu machen. Der dortige Verantwortliche würde ihm jedoch am 22. Mai 2002 eine trockene Ablehnung übermitteln, wodurch - und dies ist nun eine These dieses Mäuslein - erst recht jene Katastrophenkraft, diesmal als Reflex auf die unleugbare Reputation dieser USA-Universität (A.Einstein!) mobilisiert würde. Das so ausgelöste spirituelle oder besser schwarz-magische Syndrom würde ein Ereignis provozieren, wie es noch niemals zuvor in Mitteleuropa stattfand: Die Kollision zweir Jets in 10 KM Höhe während ihres Fluges. Das müssse, entsprechend JvDs diskreten Krieg gegen die Schweiz, aus deren Zürcher Luftraumüberwachung resultieren und würde über 70 Menschen das Leben kosten; wobei (Fernseh-)Bilder enstünden, die Ähnlichkeit mit dem abgebildeten Ereignis auf seinem Painting  aufweisen würden. Das Mäuslein spielt somit im Vorgriff auf den Flugzeugzusammenstoß über Überlingen im Bodenseeraum an, der sich - als seien  die Basler Geister des ZIONISMUS-JUBILÄUMS von 1997 noch einmal in Tätigkeit getreten -  ausgerechnet an Prinzessin Dianas Geburtstag, also am 1. Juli (2002) ereignete. Im Roman konnte diese hochbedeutsame "Verschränkung" von Koinzidenzkräften leider aus Platzmangel nicht mehr genügend  gewürdigt werden, obwohl der Autor zu diesem Ereignis Merkwürdigkeiten und indirekte Bezüge zu berichten hätte, die ein eigenes Buchmanuskript rechtfertigen würden. Hier sei nur so viel erwähnt, dass er die oben erwähnte Absage der PRINCETON-University als Dokument eingescanned hat, welches nun die letzte Seite seines Buches einnimmt. Der Brief mit seinem US-Datum sechs Wochen vor der Flugzeugkollision ist folglich eindeutig nachgewiesen und damit auch das damalige Ansinnen JvDs, seriösen Forschern über die von ihm scheinbar mitverursachten Flugzeug-Katastrophenphänomene zu berichten. ...

Wovon zu diesem "Aircollision-Context" noch gar nichts formuliert wurde, das betrifft JvDs ersten Aufenthalt im Westen, der, als er gerade achtjährig als Flüchtling aus der DDR ankam, in Heiligenberg / Bodensee, also exakt unter jenem Himmel stattfand, wo dieses einmalige Ereignis geschah. ... Hinterher, ja da ist man immer klüger? Nein, es gibt einfach nur den Umstand, dass er in den Jahren 2000 - 2002 für NS- und DDR-Entschädigungsprozesse Unterlagen aus jener Zeit hervorkramte, mit all den Behördenstempeln aus Überlingen.Noch viel seltsamer fand er es bezogen auf dieses traurige Ereignis, dass er zuvor diverse Dokumente seines 1924 geborenen Onkel, der im April 1945 als Halbjude in Potsdam von SS-Leuten erschossen wurde, in Aktenordner einsortiert hatte. Es handelte sich u. a. um desen Bewerbungen 1942/43 bei der Babelsberger Filmschmiede UFA, wo dieser gerne als Foto- und Film-Assistent angefangen hätte. ...

Dies vermittelt deswegen eine bizarre Symbolik, weil die russische TUPOLEV 154, die mit einem deutsch-kanadischen Frachtjet zusammenstieß und fast 70 Kinder an Bord hatte, die nun am 1. Juli umkamen, aus dem baschkirischen UFA in der Uralregion kam. Es war folglich so, als ob JvD mit Geistern, die aus Aktenordnern und Sprachalliterationen hervorkrochen, diesen Absturz ausgelöst hätte.Ein weiteres bizarres Indiz, das in eine solche verrückte Richtung weist, besteht darin, dass er gerade in jener Nacht und zwar noch vor dem Unfallzeitpunkt an ein Kunstzentrum in Karlsruhe (ZKMK) schrieb, dem er sein "Planecollison-Painting" nebst magischen Erklärungsversuchen für eine Ausstellung anbot. 

 

 

Jan - von Duhn - H.

janisvd@swissmade-time.de

28. Dezember 2013 

Der deutsche Aussenminister - Herr Dr. Frank Steinmeier

(Auswärtiges Amt, Werderscher Markt 1, 10117 Berlin)

Betreff: Beirut am 27. 12. 2013 - Bombenanschlag, dem Mohamad Schattach, Ex-Finanzminister des

Libanon und Berater der Familie Rafik Hariris, zum Opfer fiel

Sehr geehrter Herr Dr. Steinmeier,

stellvertretend für Außenpolitiker, Journalisten, Politik- und Zeitgeschichtsforscher, Menschenrechtler usw., die eventuelles zum einen oder anderen Punkt meines in Kopie beiliegenden 35-seitigen Schreibens an Professor Andreas Vosskuhle, Präsident des Bundesverfassungsgerichts, ein näheres Informationsinteresse entwickeln würden, falls ich eine kurzfristige Möglichkeit besäße es zu ver-öffentlichen und auf darin angesprochene Sachverhalte aufmerksam zu machen, informiere ich vorab Sie. Ihr Amt ist befasst in diversen Abteilungen mit einigen darin angesprochenen Themen: Nuklear- und ABC-Waffenwünsche schiitischer Kräfte, Genfer Verhandlungen mit Iran, Lakhdar Brahimis UNO-Mission in Syrien, Nahostfriedensprozess, islamischer Terrorismus, Kooperation mit Algerien. Doch die Perspektive, aus der ich schreibe, muss bei Ihnen unbekannt sein. Sie entspricht keinen geltenden Klassifizierungen und Gesichtspunkten. Davon ausgehende (politische) Wirkungen wird in Ihrem Umkreis gewöhnlich niemand anerkennen. Schon einmal, weil rein spirituelle Einflussnahme auf Terrorismus höchstens belächelt und unter „rationalen“ Gesichtspunkten eher dem „obskuren Gebiet der PSI-Forschung“ zugeteilt würde. - Die übrigens im o. erwähnten Brief (und Buch: ‚Swiss-made Time!’) mehrfach kommentiert wird.

Sie haben sich unmittelbar nach dem Beiruter Attentat dazu geäußert, so dass es Sinn macht, Sie auf meinen Brief an Herrn Vosskuhle hinzuweisen, der am 23. mit der Deutschen Post abging und wohl am 24.12. in Karlsruhe eintraf. Was Sie verifizieren können, falls Sie eine Bestätigung dies betreffs wünschen. Meine Ausführungen darin erstrecken sich auf unterschiedliche Sachverhalte, doch führen sie zur generellen Aussage, die feststellt, dass hierzulande nicht anerkannte Menschenrechts-verletzungen unter antisemitischen, antiarabischen, antiislamischen Vorzeichen in einem Prozess der Steigerung so ausgelöster Widersprüche und auf Grund sehr spezieller Konstellationen einen verschärfenden Einfluss auf islamisch motivierte Politik gewannen.

Sowohl auf palästinensischer und sunnitischer (Al-Qaida-)Seite, wie vor allem in einem spirituellen Sinn auf die immanente Stoßrichtung schiitischer Ambitionen, die durch die unsensible Ablehnung jeglicher Befassung dargestellter Ausgangspunkte naturrechtliche und religiöse Legitimationen erhielten.

Eine solche Aussage von jemandem, der weiterhin bewusst deutschen Kulturtraditionen angehört und ursprünglich jüdischen Familiennamen trägt, zu 25% jüdischer Abstammung ist ... usw., dürfte wohl einmalig sein. Die dazu gegebenen Hinweise auf „Zufallsereignisse“ (bizarre Synchronisationen, merkwürdige Koinzidenzen) würden jedoch im Allgemeinen nur in die Ecke der „Verschwörungs-theorien“ und „esoterisch-okkulter Spinnereien“ platziert. Somit sah ich voraus, dass ich, egal was ich an objektiven Daten anführe, beim Verfassungsgerichtspräsidenten damit wohl nicht so leicht eine Zuordnung meiner Verfassungsgerichtsklagen - Anlass meines Briefes - zu Klagen mit politischer Bedeutung erreiche, ... wenn sich nicht ein unmittelbarer Beweis hinzufügen lässt. Quasi ein Nachweis, dass es die so schwer beschreibbaren Wirkungsmuster weiterhin aktuell gibt - und auch mit ent-sprechenden Konsequenzen, wie weil ich in dem Brief expressis verbis im Background lauernde Terrorismusgefahren ankündige. Es gab daher eine evidente Herausforderung die Ernsthaftigkeit meiner Darlegungen möglichst synchron nachweisen zu können und am besten im Sinne moralischer Urteile, die implizit im Schreiben vom 17. 12. (23./24.12.) enthalten sind. Da ich darin libanesische Umfelder von Hisbollah-Politik und die Verdammung jener unglaublich korrupten Machenschaften anspreche, mit denen der Hariri-Clan Milliarden der Hilfsgelder nach Ende des Libanesischen Bürgerkrieges seit 1990 auf seine Konten in Off-Shore-Finanzparadiesen abzweigte bzw. sich die teuersten Terrains Beiruts aneignete, war der Ökonom Schattach, der maßgeblich und formvollendet diese Praktiken unter Missbrauch seiner Ämter und Stellung lenkte, der gegebene Kandidat für ein neuerliches „Zeichen Allahs“, falls man dieses Attentat als Moslem einstufen möchte.

Es ist nicht meine Art mich zu Attentaten zu bekennen, und ich habe mit konkreten Vorbereitungen, Anweisungen, Planungen o.ä. in diesem Fall nicht das Geringste zu tun. Mein harmloses Leben verläuft hier in Deutschland derart entfernt von jedem realen Kontakt mit moslemischen Sphären, es lässt sich so präzise nachvollziehen, dass es keinerlei Kommunikation in solch eine Richtung gab, falls jemand glaubte mir clandestine underground-Kontakte nachweisen zu können, dass der nun eingetretene „Zufall“ der Koinzidenz des Beiruter Anschlags mit meinem Schreibens unmöglich auf Verabredung und Vereinbarung beruhen kann. Er resultiert allein aus jener „spirituellen Übereinstimmung“ und „esoterischen Vermittlung von Impulsen“, die ich im Text apostrophiere. - Das möchte ich betonen.

Eigentlich war es meine Projekt den Brief an Herrn Vosskuhle sofort in eine meiner Webseiten zu ‚swiss-made Time!’ zu integrieren ( - so wie z. B. mein Schreiben an Hilary Clinton vom August 2012, das dort als PDF zur Verfügung steht.) Doch leider kam ich bisher nicht dazu, da ich über die Weihnachtsfeiertage an einem grippalen Infekt erkrankte, der mich behindert. Auch hege ich eine unglaubliche Abneigung gegen das Arbeiten an Webseiten und Webdesign. Ich mag diese Form der digitalen Kultur nicht. Und es wird mich daher Überwindung kosten, meine Webseiten neu zu gestalten, endlich auch das Chaos dort zu bereinigen, welches wohl kein rechtes Verständnis zu ‚Swiss-made Time!’ und dem umfangreichen politischen Background zulässt. Gelegentlich lassen sich dann wohl der hier beiliegende Brief und dieses Schreiben als PDFs dort finden, z. B. auf www.swissmade-time.de. - Was ich hiermit ankündige.

Mit freundlichen Grüßen

Jan von Duhn

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Jan von Duhn - H.

c/o COINCIDENCE&CHANCE-Editionjanisvd@swissmade-time.de

 

(Kopie des Originalbriefes. - Persönliche und familiäre Angaben minimal eingeschränkt.)

 

17. Dezember 2013 (Abgesandt als einfacher Postbrief am 23.12.2013 – traf wahrscheinlich in Karlsruhe am 24.12.2013 ein.)

Gerichtet als P r i v a t b r i e f an den

Präsidenten des Bundesverfassungsgerichts

Herrn Professor Dr. Andreas Vosskuhle

in seiner Eigenschaft als vormaliger Rektor der Universität Freiburg

Bundesverfassungsgericht, D - 76006 Karlsruhe (Schlossbezirk) Postfach 1771

Sehr geehrter Herr Professor Dr. Vosskuhle,

zwar spreche ich Sie in diesem Brief als Jurist, vormaliger Professor der Rechte an, doch es geht um viel mehr als juristische Wissenschaft. (Stichwort dazu: „Wahrung des Rechtsfriedens“) Anhand zweier bei Ihnen im BvG noch unentschiedenen Fällen möchte ich sicherlich interessierende ins Politische hineinreichende Wirkungsmechanismen darlegen, die aus (zuerst in Deutschland) unterdrückten Menschenrechten resultieren. Bitte überzeugen Sie sich, dass die in vielen Schritten daraus hervorgehenden Folgen bzw. Begleitumstände Sie als moralischen Mahner in der Öffentlichkeit - z.B. zu NS-Unrecht, zum Jahrestag des 17. Junis, zu internationalen Sicherheitsproblemen o.ä. - berühren werden:

Z E I T G E S C H I C H T E wurde beeinflusst aus Kontext, der bei zwei Klagen aufscheint, die dem deutschen Verfassungsgericht vorliegen. Dieser Brief will darauf hinweisen, dass schon vor Zeiten aus den zur juristischen Prüfung anstehenden Materien Motivationen generiert wurden, die politische Gewalt inspirierten. Das blieb aktuell! Trotz bemerkenswerter Verweigerung jeder öffentlichen Wahrnehmung und Einfühlung kann der 2. Fallkomplex, unterschlagene Menschen- und Familienrechte, - ein Kindesraub durch den Staat - erneut islamischen Terrorismus beeinflussen. Von Querbeziehungen zur ehemaligen RAF bis hin zu ideeller Einflussnahme auf die Al-Qaida-Täter von Harburg, die 9/11 vorbereiteten, lässt sich einiges berichten. Backgroundfakts aus dem unten dargestellten Kontext hervorgegangen, keine Fiktionen. Bitte lesen Sie, werten Sie aus, was in diesem Brief kolportiert wird!

Somit möchte ich Sie – auch ganz persönlich - auffordern einen Reflexionsprozess zu den Auswirkungen der zwei vorliegenden Fälle einzuleiten, die andererseits bislang von ihrem Gericht nicht zur Behandlung angenommen wurden. Ich bitte eventuell ein Prüfung zu veranlassen, ob, wie bei anderen Verfahren mit politischem Hintergrund, mit genügender Sorgfalt verfahren wurde. Diesbezüglich werfe ich im hier beigefügten Schreiben an Ihre Mitarbeiter Fragen auf. Es geht mir insbesondere, wenn ich an Sie schreibe, um die Diskussion von nie veröffentlichten Backgroundeinflüssen aus dem gegebenen Kontext, die, wie vielfach Erfahrung drastisch zeigte, mittlerweile sogar Terrorismus und jihadistische Politik motiviert haben. Siehe insbesondere Ausführungen zu b). Somit weise ich auf eine Gefahrendimension hin, die aus Blutsbanden und religiösen, spirituellen, intellektuellen, ethischen, wie ethnischen Faktoren hervorgeht. Sie wird insbesondere aus dem Kontext der 2. vorliegenden Klage generiert und mit der unterdrückten Untersuchung eines Kindesentzugs/Kindesraubs durch den deutschen Staat legitimiert. Dieser Babyraub, der sich in die Nähe rücken lässt zu den argentinischen Vorbildern der Jahre 1975-83, ließ sich seit 30 Jahren mit Hölderlin (aus dem Hyperion) beantworten:

Wer Äusserstes leidet, dem ist das Äusserste recht.“

Eine solche Bemerkung mag zur Ansicht verleiten, ich würde als Apologet von Terrorismus wirken. Doch ich sende niemals Hassbotschaften aus, unterhalte keine verschwörerischen Kontakte und bereite keine Attentate vor. Sie würden einem Missverständnis aufsitzen. Meine rein philosophische, spirituelle und politische Rolle besteht darin aus dem Versagen europäischer Rechtssysteme, Politik, Medien und selbst der Holocaust- und DDR-Forschung etwas von jener Legitimität dem theoretischen Verständnis zu eröffnen. Sie wird und wurde wahrscheinlich von einigen in Anspruch genommen, die unser westl. System unter vielen Prämisse verdammten. Etwa mit der Behauptung, dass es in bigotter Weise zentrale ethische Prinzipien nicht anwendet oder verletzt. Eine Genese scheinbarer „Legitimierung äußerster Mittel“ (des Protests, des Fanals, des Widerstandes gemäß Art 20, GG) kann nun, wie Sie hier bei etwas Erkenntnisinteresse entdecken, gegebenenfalls aus einem ungeahnten Versagen ihres Gerichts in seinem routinemäßigen und formalisierten „Rechtsgang“ auch zukünftig hervorgehen.

Ihre Mitarbeiter erhielten zwei Eingaben, die a) die NS-Entschädigungssache meiner halbjüdischen und von den Nazis verfolgten Mutter (AR 3.../13), b) die Klage gegen Informationsverweigerungen zu einem „staatlichen Kindesraub“ (der Fall meiner ohne mein Wissen zwangsadoptierten ehelichen Tochter) betreffen (AR 3.../13).

Im Kontext beider Verfahren besteht im Sinne der obigen Äußerung eine besondere Verantwortung, die unerkannt und nicht wahrgenommen auf indirekte Weise gelegentlich neue Sicherheitsgefahren provozieren kann. Einem Modell folgend, das übrigens schon lange wirkt. Schon vor Jahrzehnten gingen zeithistorische Wirkungsmuster, die z. B. im 'RAF-Terrorjahr' 1977 dazu beitrugen gerade Herrn Schleyer zum polit. Entführungsopfer werden zu lassen, von der gleichen (juristischen) Materie aus, die zur Zeit dem BuVerfGer vorliegt. Diese schuf, was ich hier erläutern möchte, über die Jahrzehnte hinweg Motivationen, Gründe, Quasi-Legitimationen, die - auch wenn dies nie in die Öffentlichkeit gelangte - auf terroristische Anlässe motivierend mit eingewirkt haben.

a)

Ich beziehe mich a) auf den bei Ihnen eingegangenen Komplex unter AR 3.../13, bei dem es um eines von drei NS-Entschädigungsverfahren meiner Mutter zu Schenkungen ihrer jüdischen Tante geht, die sie ihr zuwenden wollte, ehe sie 1943 von Berlin nach Auschwitz deportiert und ermordet wurde. Auch das 3. Verfahren wurde nun von der 29. Kammer des Verwaltungsgerichts Berlin mit fadenscheiniger Argumentation und ohne die jeweils beantragte vollständige Beweiserhebung niedergeschlagen. Vor allem mit verwaltungsrechtlicher Trixerei und Begriffsklauberei wurde der Klägerin unsachlich entgegen getreten. In Details tritt ein extrem unsensibler Stil zutage, der auf Ressentiments schließen lässt. Denn die Methodik und die in die Ablehnung einfließenden Unterstellungen des VGs-Berlin bringen eine deutliche Diskriminierung meiner bei den Nazis als „halbjüdisch“ verfolgten und nur knapp dem KZ entronnenen Mutter zum Ausdruck. Sie ist anerkannt als Opfer der Shoa, aber das scheint beim Berliner Gericht nur zu ihren Ungunsten auszuschlagen. Zu dieser Einschätzung gelange ich auch wegen der absoluten Nichtbeachtung der historischen Konstellation, in der sie 1941-43 in Prag studierte, was völlige Geschichtsvergessenheit demonstrierte. So wie man ihre eigene damalige Nazi-Verfolgung blind negierte, wirkt dies als ob es vordringliches Ziel des VG sei auf jede Weise Entschädigungs-zahlungen zu sparen und Moral hintan zu stellen. Das VG unterließ es vor allem einen unparteiischen Blick auf ihre Situation als halbjüdische Studentin zu werfen, die selber von lebensbedrohlicher Verfolgung bedroht war. Unter diesem Vorzeichen wechselte sie 1941 von Berlin nach Prag, um schon angelaufenen Nachstellungen der NS-Behörden zu entgehen. Sie wäre somit dem System als Opfer anheim gefallen, wenn sie in jener Periode die Schenkungen ihrer jüdischen Patentante Minnie Bon-H. quittiert oder gar formell beim Notar angenommen hätte. Jedes Dokument in der Sache wäre geeignet gewesen ihren „Rassenstatus“ daheim in Potsdam/Berlin zum Anlass einer Verhaftung werden zu lassen. Was auf Grund wieder aufgefundener Briefen jener Jahre so interpretiert werden muss.

Daher erscheint es absurd, welche Ansprüche an Beweise das VG-Berlin stellte, das ihren Aussagen und vorgelegten Schriftstücken offensichtlich keinen Wahrheitsgehalt beimaß. Die Bücherliste etwa zu einer 1943 beschlagnahmten jüdischen Familienbibliothek wurde missachtet, die dazu vorliegende eidesstattliche Erklärung nach Südafrika emigrierter Angehöriger verdreht interpretiert. Auch unterließ es das VG eigene Nachforschungen auf den Weg zu bringen, selbständig nach Spuren zu suchen. Eklatant ist z. B. die Unterlassung des Bundesvermögensamtes (= Prozessgegner) und in der Folge des VGs-Berlin diese Liste der neueren Recherche nach geraubten jüdischen Büchern zur Verfügung zu stellen, die nun auch per Internet aktiv ist. Meine Nachfragen bei verschiedenen großen Landesbibliotheken erbrachten, dass nach Büchern dieser Liste nie Anfragen einliefen, obwohl es nicht der heute 90-jährigen Klägerin überlassen bleiben durfte solche Detektivarbeit zu leisten. Ohne zu übertreiben lässt sich feststellen, dass eine perfide Infamie des Bundesamtes für Vermögens-angelegenheiten und des VGs darin besteht, dass man nach heutigen Maßstäben juristische Beweise einforderte, so als müsse die Klägerin in der Lage sein aus jener Epoche Dokumente vorzulegen, in der sie sich nur heimlich zurück an ihren Heimatort Potsdam traute. Eine Kriegszeit, in der die Familie bangte und zitterte vor der Aussicht, dass demnächst ein offizielles „Rassengutachten“ des Reichssippenamtes zu erwarten war, welches sie und ihre Geschwister als „halbjüdisch“ abstempeln würde, … wie es Januar 1943 auch erging. In einer Zeit außerdem, in der ihre (arische) Mutter daheim in Potsdam die jüdische Schwägerin, die die Schenkungen machen wollte, jahrelang unter größter eigener Gefährdung vor den Nazis verbarg. Das VG in Berlin wollte sich in allen drei Verfahren mit dieser dramatische Verfolgungssituation nicht auseinandersetzen, obwohl es einige Briefhinweise auf diese Situation aus jener Zeit gibt. Diese wollte das VG-Berlin mit seiner Tendenz Zeitumstände zu verharmlosen, um einen unbequemen Entschädigungsfall zu entsorgen, nicht mal näher prüfen.

(Orientieren Sie sich gegebenenfalls auch an der darauf bezogenen Urteilskritik im dokumentarischen Roman 'Swiss-Made Time!', ISBN 03-00024821-4, von J. v. Duhn, ab S. 574 ff., die zum vorhergehenden Verfahren beim VG-Berlin Einzelheiten berichtet. Dessen Themen sind allerdings auf aktuelle Ereignisse bezogen, die jüdische Familiengeschichte konnte ich unmöglich in dem Kontext ausbreiten. So fehlen z. B. konkrete Angaben darüber, wie die H.-Familie meines Großvaters ins jüdische Vorkriegsleben von Berlin integriert war. Seine ziemlich reichen Eltern, Mitglieder der 'Liberalen Jüdischen Gemeinde', besaßen eine Villa im Grunewald, Cronbergerestr. 10, und waren u. a. mit der Familie des Verlegers Ullstein befreundet. Besonders seine Mutter mit dessen Frau. Meine Urgroßmutter, gestorben ca.1938, wurde anscheinend so wie viele Juden dazu gezwungen, das Haus zu einem Schleuderpreis zu verkaufen. - Näher untersucht wurde dies bislang noch nicht. - Mein Großvater hat sich mit Schwarzweiß-Fotografie beschäftigt. Er, besaß Patente z. B. für den Film-/Fotoentwickler „PLANOL“ und dafür eine Firma im jüdischen Viertel am Lützow-Ufer, die anscheinend im Krieg von seiner „arischen“ Gattin entschädigungslos an einen rassisch „unbelasteten“ Mitarbeiter übergeben werden musste. Meine Großtante, um deren Erbe es konkret hier geht, besaß eine Wohnung in der Speyrerstraße 26, von wo aus sie im Februar 1943 deportiert wurde, nachdem Nachbarn (Blockwart) sie denunziert hatten, als sie unvorsichtigerweise aus ihrem Potsdamer Versteck kurz dorthin zurückkehrte. Ein Stolperstein wurde für sie allerdings dort noch nicht dort verlegt. - Ihr Bruder Richard H. besaß in Berlin ein Süßwarengeschäft. Was daraus wurde, ist mir nicht bekannt. Wäre daher auch ein Forschungsthema und Anlass für einen „Stolperstein.“ … usw. ...)

Die Deutschen haben sich nicht gerade großzügig erwiesen in Hinsicht auf die Entschädigung jüdischer Vermögen. Sie prüfen pedantisch und kleinlich, verlangen unmögliche Beweise, wenn man etwa der Praxis des VG-Berlin folgt. Vor allem wird grundsätzlich abgelehnt die Fristen für eine Anspruchstellung aufzuheben, falls aus den erst nach 1992 geöffneten Archiven der DDR oder Osteuropas neue Nachweise zum Vorschein kommen, die Ansprüche begründen würden. - Dazu lag Ihrem Gericht übrigens schon eine Klage vor, die selbstverständlich abgelehnt wurde, statt dass an den Gesetzgeber in dieser Hinsicht Empfehlungen ergingen … .

Im konkret zur Zeit vorliegenden Fall hatte meine Mutter angesichts der ungenauen Definitionen des Vermögensgesetz zur Abwicklung der DDR 1993 in Potsdam ihre Ansprüche zuerst pauschal angemeldet. Sie verließ sich dabei auf telefonische Auskünfte des damals überlasteten Vermögensamtes; auch was die Nachreichung und Präzisierung von Forderungen nach dem Stichtag 1. Juli 93 betraf. … Jedoch das VG-Berlin leitete daraus mit peinlicher Pedanterie angebliche Formfehler ab, die seinerzeit einem juristischen Laien unmöglich erkennbar sein konnten.

Dies ist in groben Umrissen die Ausgangssituation für die Ihnen vorliegende Klageeinreichung, die von Ihren Mitarbeitern wie ich annehme im Einzelnen nicht oder nur ungenügend geprüft wurde. Auch muss ich darauf deuten, dass die z e i t h i s t o r i s c h e und p o l i t i s c h e D i m e n s i o n , die immanent mit dieser Klage verbunden ist, trotz ausdrücklicher Erwähnung in ihrer Bedeutung wohl nicht erkannt wurde. Es rührt vielleicht an wunde Punkte der Z e i t g e s c h i c h t e,wenn erwähnt werden muss, dass jener Hans-Martin Schleyer, der im Oktober 1977 von der RAF ermordet wurde, 1941/43 als NS-Universitätsbeauftragte an der Prager Karls-Universität persönlich darauf drang die „Rassensituation meiner Mutter abzuklären.“ Er selbst veranlasste peinliche Befragungen, wie mein Mutter angibt, und bestand auf Übersendung des 'Rassen-gutachtens' des Reichs-Sippenamtes, welches nach vielen verzweifelten Verzögerungsversuchen meiner Großmutter erst im Januar 1943 gegen ihren Bruder, meinen Onkel Christian H., ermordet April 1945 in Potsdam, ausgestellt wurde. Es fand analog auf sie Anwendung. (Siehe Anlage.) Auch soll Schleyer sich persönlich darum gekümmert haben, dass sie jenem Personenkreis der Universität zugerechnet wurde, der mittels Relegation und KZ-Einweisung ausgemerzt werden sollte. Laut Aussage meiner Mutter verdankte sie es u.a. einer Warnungen ihres Chemie-Professors Waldschmidt-Leitz, dass es ihr gelang gerade noch rechtzeitig im Spätsommer 1943 im deutschen Protektorat Böhmen-Mähren unterzutauchen. … Darüber hat sie allerdings bis ins hohe Alter nie zu sprechen vermocht, zu tief war sie weiterhin von panischen Ängsten vor dem deutschen Faschismus beherrscht; dem sie leider im Nachgang des 17. Juni 1953 in der DDR unter den Vorzeichen des Sozialismus doch noch zum Opfer fiel. Sie musste 1955-59 eine politische Haft als Regimegegnerin erdulden.

Diese Umstände besitzen nicht allein ihre zeitgeschichtliche Aussagekraft. Sie sind zugleich relevant für dieses Entschädigungsverfahren und hätten vom VG-Berlin in Rechnung gestellt und berücksichtigt werden müssen. Insbesondere, da das ergangene Urteil unterstellt, sie habe die nun in Frage stehende Schenkung einer Familienbibliothek durch ihre Tante und Patin aus Bereicherungsabsichten erzielt. Es habe sich um keine Anstandsschenkung gehandelt. Dabei nimmt das VG wie gesagt keine Rücksicht darauf, dass sie im Frühjahr 1943, als ihre zeitweilig unvorsichtige Tante in Berlin verhaftet und nach Auschwitz überstellt wurde, selber zum verfolgten Personenkreis gehörte. … Ein prägnantes Element, welches m. E. sachbezogen bei einer öffentlichen Gerichtsverhandlung zu bewerten wäre, stellt die erwähnte Veranlassung ihrer Verfolgung durch jenen Herrn Schleyer dar, der im Allgemeinen kritiklos als Märtyrer für Freiheit und Demokratie postum gewürdigt wird. Meines Wissens würde dieser Fall erstmals eine gerichtliche Bewertung und konkrete Aussagen zur Mittäterschaft Schleyers bei den Verbrechen des Nationalsozialismus unumgänglich machen. Die dabei selbstverständliche, jedoch für viele unangenehme Fragestellung lautet: „Sollen seine NS-Verbrechen, für die er nie belangt wurde, weiterhin unerwähnt bleiben? Dürfen diese Fakten, die für die Aufarbeitung des 3. Reiches heute relevanter denn je sind, niemals eine juristische Anerkennung erfahren? Soll er weiterhin als heroisches Monument herhalten, dessen Schuld und Verstrickung aus dem Blickwinkel der Öffentlichkeit fern zu halten ist, statt dass in ehrlicher Weise seine Vorbildfunktion in Frage gestellt und sein Denkmal gestürzt wird?“ Im Interesse der Aufklärung über das NS-Regime erscheint es mir geboten diesen Aspekt einmal in solch einem konkreten und nicht nur abstrakt-historischen Kontext zu bewerten, wobei es ja außerdem, was man nicht vergessen sollte, um jüdisches Vermögen geht, das wegen Schleyers Interventionen bislang ersatzlos unterging.

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Mit diesem Hinweis gelange ich zu eingangs genannten Gründen für diesen Brief. Mir macht es dabei keine Freude gewisse Weiterungen, die sich aus der geschilderten Konstellation ergaben, zu erwähnen. Halte dies aber für notwendig, um begreiflich zu machen, welch relevante Kette von Folgewirkungen indirekt entstand. Mit Blick darauf hoffe ich, dass dies ein zeitgeschichtliches Interesse wecken wird, sintemal das BvG unzählige Entscheidungen zu Sicherheitsfragen und dem Umgang mit politischen Terrorismus traf oder noch treffen wird. Es existiert nämlich eine Einbettung dieser Fallkonstellation in die moderne Terrorismus-Geschichte Deutschlands.Wobei hieran nachvollzogen werden kann, wie und weshalb der Zorn über die unterbliebene juristische Verfolgung von Naziverbrechen in der BRD letztlich in Gewalt und Terrorismus ausartete. Genügsam bekannt war ja schon 1970, dass Hunderttausende von NS-Tätern nie zur Rechenschaft gezogen wurden, stattdessen Karriere machten und Besitz anhäuften. Das führte die Gestalt Schleyers exemplarisch vor Augen. Sie stachelte zu radikalen Denken und Gefühlen an, sobald man z. B. die Geschichte meiner Mutter kennenlernte. Hierbei wurde diese Dimension wie selten einsichtig, und so kam es dazu, dass der ihnen nun vorliegende Fallkomplex unbekannter Weise Akzente setzte, Motivationen schuf. Diese Entwicklung verlief folgendermaßen:

Nach seiner Rückkehr 1948 aus der Emigration wurde es meinem jüdischen Großvater, Dr. phil. hist. Fritz H. und durch ihn Ende der 60-er Jahre auch mir bekannt, dass es ein damals noch namenloser Herr Schleyer war, der mit seinem NS-Auftrag die Prager Universität zu säubern, die Verfolgungsmaßnahmen gegen meine Mutter eingeleitet hatte. Dass folglich ihm die Verantwortung dafür zukam, dass sie ihr Studium in Prag abbrechen und bis 1945 in der Illegalität leben musste. Er folgerte außerdem, dass die mit seiner Schwester abgesprochene Übergabe von Familienvermögen an seine Tochter, worum es im vorliegenden Verfahren ja geht, eben wegen der von Schleyer eingeleiteten NS-Verfolgung nicht statt haben konnte. Und deshalb seine Tochter Eva seit Kriegsende Not litt, weshalb sie schließlich, weil sie in der DDR unter existenziellen Druck geriet, für westliche Zeitungen arbeitete und dadurch 1955 der Verfolgung durch die SED-Diktatur anheim fiel. (Boykotthetze-Delikt) Mit dieser Information hat er mich, während ich noch Schüler war, verständlicherweise gegen den unbekannten Herrn Schleyer aufgehetzt. Mein Opa fand übrigens den Zufall merkwürdig, dass dieser ausgerechnet in Offenburg 1915 zur Welt kam, wo ich seit 1962 nach abenteuerlicher Flucht aus der DDR zur Schule ging. Er impfte mir Rachegefühle ein, die ich in der Folge seit Sommer 1969 im Milieu linksradikaler Kreise Frankfurts vielfach verbalisiert habe. Es steht fest, dass ich diese Person wegen meiner persönlichen Betroffenheit immer wieder als Beispiel für NS-Täter nannte und in linksradikalen Szenekreisen zum Diskussionsgegenstand machte. Damit vermittelte ich meine jugendlichen Hass- und Rachegefühle gegen genau diese Person an einige derjenigen, die später der RAF angehörten und 1977 die Schleyer-Entführung planten oder durchführten.

Zu erwähnen wäre, dass ich schon 1969 und auch später einige klandestinen Treffen am Rande mitverfolgte, bei denen etwa Bader, Enselin oder die Meinhof anwesend waren. Und dass ich jene von Ulrike Meinhof mitbegründeten Frankfurter WGs gut kennen lernte, die in der Staffelberg-Kampagne des SDS entflohene Fürsorgezöglinge aufnahmen und späterhin als „Brutstätten des Terrorismus“ betrachtet wurden. 1970 lebte ich mit einem der Haupttäter der RAF-Aktionen zusammen, die seit 1976 erfolgten. Er wurde in unserer WG ideologisch radikalisiert. Er und auch andere aus der späteren RAF-Generation wurden in jener Zeit durch meinen Bericht zu Herrn Schleyers Wirken in Prag angestiftet, inspiriert, animiert sich gezielt mit diesem Herrn zu befassen. Vor allem nachdem er mehr und mehr in Politik und Öffentlichkeit genannt wurde. Das steht für mich außer Frage. Übrigens gibt es ein bezeichnendes Detail im Kontext der im Herbst 1977 gescheiterten Lösegeldübergabe für ihn, welches so speziell auf eine Aktion hinwies, die 1970 in Frankfurt von meiner WG aus in der Wittelsbacher Allee 130 stattfand, dass keine Zweifel bleiben, welch immenser geistiger Einfluss auf spätere RAF-Leute bei uns aufgebaut wurde. Einfluss in einer Intensität, die in den Folgejahren nachwirkte. Ich muss mich somit als ideeller Anreger der Schleyer-Entführung begreifen, zu der ich einen nachvollziehbaren Begründungszusammenhang hinsichtlich einer Art außer-gerichtlicher NS-Vergeltung geliefert habe. Auch weiterhin bestand ein quasi spiritueller Einfluss auf die RAF, der mir stets bewusst war, wenngleich ich direkte Kontakte nicht weiter pflegte, sondern wie zur Tarnung der liberalen Hochschulgruppe der Uni-Frankfurt und sogar der Frankfurter FDP beitrat, die mich 1977-83 als Mitglied führte. Dabei erkundete ich nebenbei das Milieu führender Politik- und Wirtschaftskreise, während seit dem „deutschen Herbst“ von 1977 einige ehemaligen WG-Genossen steckbrieflich in ganz Deutschland als gefährliche RAF-Täter gesucht wurden, … die andererseits Unterstützer in der gleichen Frankfurter Studentenszene besaßen, in der ich weiterhin verkehrte. Aus diesen Kreisen gingen die Hessischen Grünen später hervor. … Davon gäbe es erstaunliche Details zu erzählen. Folglich zu indirekter Einflussnahmen auf den Terrorismus, die nie erforscht, nie nachgewiesen wurde, die außerdem angesichts der Priorität eines allgemeinen Mitgefühls für die Opfer nie in geeigneter Form öffentlich dargestellt werden konnte. Ich übertreibe daher nicht, wenn ich feststelle, dass dieser Background einer brisanten und kontroversen Zeitgeschichte angehört. Auch so weit dies nicht in Zusammenhang mit dem NS-Entschädigungsverfahren meiner Mutter steht, war dies hier erwähnenswert, weil sich nämlich daraus mit großer Wahrscheinlich der zweite Fallkomplex ableitet, der unter b) Ihrem Gericht als Klage in einer Menschenrechtsaffäre vorliegt und sich ohne diese Vorgeschichte wohl kaum verstehen lässt, da er sich in außergewöhnlich krasser Form in der BRD so ereignete, als sei dieses Land kein Rechtsstaat gewesen. Lassen Sie mich dazu vorab ausführen:

 

Die erwähnte indirekte Einflussnahme auf die Schleyer-Affäre war wie gesagt aus dem Kontext jenes NS-Entschädigungskomplex motiviert und veranlasst, der Ihnen vorliegt. Würde daher das BuVerfGer ebenfalls ein näheres gerichtliches Eingehen und Verständnis-Interesse negieren, noch dazu wo diese Konstellation auf die jüngere Zeitgeschichte eingewirkt hat, würde es der Forschung zum Nationalsozialismus einen Bärendienst erweisen. Auch würde es dazu Aspekte reaktivieren, die mir, als ich seinerzeit die Schleyer-Affäre mit auslöste, nur teilweise bewusst waren, wie weil sie mit meiner väterlichen algerischen Abstammung in Zusammenhang stehen. Mit Blick darauf kann man sich vor Augen führen, dass Methoden und Formen des heutigen Jihad-Terrorismus schon im achtjährigen Algerien-Krieg mit M i l l i o n e n Opfern ausgebildet wurden und seither untergründig noch immer Maßstab und Konzepte präformieren, die islamistische Bewegungen seither bewusst oder unbewusst aufgreifen. … Der antikoloniale Kampf bis 1962 wirkte durch mich seit 1969 indirekt auf den deutschen Terrorismus. Ohne dass es mir früher bewusst war färbte etwas davon auf den linken Untergrund ab. Wobei ich damals noch keinen Einblick besaß, wie weitgehend mein Vater im Krieg gegen Frankreich mitgewirkt hat und bei der algerischen Führung Ansehen besaß. Mit dieser Andeutung weise ich auf ein bislang unbeachtetes Feld hin, das für die Erforschung der psychologischen Führung und Motivierung heutiger Shahids, (Märtyrer des Islams,die von ihren Führern geopfert werden,) Relevanz besitzen könnte. Auf dem Hintergrund des algerischen Befreiungskampf und zeithistorischer Einflüsse von dort her, die stärker sind, als es Terrorismusexperten ahnen lassen, gewannen demnach hierzulande deutsche Erfahrungen Bedeutung mit einigen Bereichen, in denen die Aufarbeitung der Verbrechen des Nationalsozialismus verweigert wurde. Der Umkreis dieses Entschädigungsfalles demonstriert dies.

Seine doppelte historische Beziehung zum ermordeten deutschen Arbeitgeberpräsidenten sollte m. E. nicht durch einenzu formal interpretierten Rechtsgang unterschlagen werden, der bislang davon gekennzeichnet war, dass geeignete anwaltliche Vertretung und Kompetenz im Verwaltungs- und Entschädigungsrecht der Klägerin nicht zur Verfügung stand!

b)

Diverse Gesichtspunkten setzen Fallkomplex b) mit a) in Verbindung. Seit langem trägt dies zu politischen Atmosphären von Gewalt und Fundamentalismus bei ...

Im Folgenden möchte ich, auch wenn es sehr ausführlich ausfällt, darlegen welche R e l e v a n z der anhängigen Klage unter AR 3.../12 zukommt - und damit auch der Beurteilung durch das Bundesverfassungsgericht. Ich kann Konsequenzen demonstrieren, die den zugrunde liegenden Fall einer ungesetzlichen Adoption im Verlauf der Bestätigung elementaren Unrechts durch Justiz und Politik mit fundamentalistischer Gewalt, mit Terrorismus – Hamburger Vorbereitungen der 9/11-Angriffe - in Beziehung setzten und somit eine gesamtgesellschaftliche Bedeutung schaffen, die weit über ein individuelles Streben nach Aufklärung von extremer Ungerechtigkeit und vermuteter staatlicher Verfolgung in der BRD hinausgeht. Einflüsse auf Terrorismus erfolgten aus Entrüstung darüber, dass sich (vermutete) politische Verfolgung in Westdeutschlandsynchron mit der Praxis der damaligen argentinischen Militärdiktatur 1980/81 in der Wegnahme eines Babys manifestiert zu haben scheint, der Fall, auf den sich Klage b) bezieht. Meine Klage greift die Verweigerung von Aufklärung und Akteneinsicht zu dieser Kindeswegnahme an, wobei Behörden und Gerichte ernstlich bemüht scheinen die Hintergründe zu verschleiern. Sie gewähren keine Kooperation bei der Suche nach Wahrheit. Recherchen, die u.a. Verständnis herstellen könnten, weshalb Motive, geistige und ideelle Inspiration von Terrorismus auch aus Empörung über diese Affäre entstanden, werden somit ebenfalls unterdrückt. - Andererseits lässt sich darlegen, wie durch die Indifferenz der Deutschen gegenüber diesem Kinderrechtsfall durch politisches Engagement sogar indirekte Beziehungen zur Harburger AlQaida-Zelle entstanden, die die 9/11-Flüge vorbereitete. ... Sicherlich ein Sujet, das mit Blick auf die globalen Folgen einiger Recherche bedürfte. Denn „verletzte Menschenwürde, Ehre, Blutrache, generelle Vergeltung, die auf Einzelfallrache verzichtet, und stattdessen Jihadprinzipien legitimiert“, das sind Stichworte, die im Hintergrund mitschwingen und fatale Wirkung entfalteten.

Ohne mein Wissen über ihre Existenz oder gar Zustimmung ist meine am 2. Juni 1980 ehelich geborene Tochter Christiane H. April 1981 in einem grotesken Schnellverfahren in eine anonyme Adoption vermittelt worden. Sie kam in Frankfurt zur Welt, nachdem ihre Mutter sich schon zwölf Wochen nach unserer Heirat vom 7. 9. 1979 von mit getrennt hatte, ohne mitzuteilen,dass sie schwanger war. Christiane ist mein Kind und hätte als Baby sofort zu mir gelangen müssen, nachdem sie schon auf dem Kindbett ihrer damals wieder drogensüchtigen Mutter durchs Jugendamt entzogen wurde. Meine damalige Ehefrau erklärte mir Jahre später, nur unter Erpressungen habe sie auf das Baby verzichtet, dabei jedoch angenommen es würde selbstverständlich zu mir gelangen. Aber weder Ämter noch Gerichte benachrichtigten mich, dass ich nun eine Tochter hatte. Stattdessen wurde sie schon mit 10 Monaten durch das Amtsgericht Königstein/Taunus in eine anonyme Adoption gegeben. Ein mit rücksichtsloser Eile durchgezogenes Verfahren. Gemäß meinem bisherigen Wissensstand gaben die Behörden vor, man habe mich nicht ausfindig machen können und daraufhin meine Einwilligung zu dieser fundamentalen Auslöschung der familiären Identität des Kindes ersetzen dürfen. - Das klingt absurd und suspekt, wenn man berücksichtigt, wie wohl geordnet das deutsche Standesamts- und Meldewesen ist und wie einfach man mich anhand vorliegender Kriterien hätte benachrichtigen können. Es standen genügend Wege zur Verfügung, aber sie wurden nicht genutzt. Auch liegt auf der Hand, wie deutlich die Ablehnung jedes Rechtsbegriffs, was „Familie“ angeht, schon darin zum Ausdruck kam, dass man genauso wenig nach den Großeltern forschte. Was mich angeht, ich war auffindbar! U. a. lag die Information vor, ich sei in Frankfurt Student, was zutraf. Ich befand mich damals vor einem Diplomexamen, war an der Johann-Wolfgang von Goethe-Universität immatrikuliert. Nichts wäre daher leichter gewesen, als mich über die Frankfurter Universität zu finden. Noch viel verdächtiger erscheint es, wie dieses eheliche Kind - nur neun Monate nach der Eheschließung geboren - so wenig damit in Verbindung gebracht wurde, dass anscheinend das Standesamt des Heiratsortes nicht angefragt wurde. (?) Dort, Oberkirch/Schwarzwald, lag die Heiratsanschrift vor, nämlich die Adresse meiner Mutter, bei der ich weiterhin meinen Hauptwohnsitz besaß. Bei Eheschließung wurde im Übrigen ein 'Familienbuch' angelegt, das beim zuständigen Standesamt Offenburg geführt wurde. So lässt sich unmöglich verstehen, weshalb die eheliche Geburt bei der Adoption meiner Tochter derart unberücksichtigt blieb, dass Gericht, Notar, Jugendämter im Bundesland Hessen einfach darüber hinweggingen: Man wird es nicht als „rechtsstaatlich“ rechtfertigen können, dass man nicht über die Heiratsurkunde nach der väterlichen Familie forschte, ehe dieses Kind einer anonymen Adoption anheim fiel … ! Dass dies nicht geschah, scheint massive Rechtsverstöße zu beinhalten und gibt berechtigt Anlass zu Spekulationen. Ich muss hinter diesem folgenreichen Versäumnis politische Verfolgung und rassische Diskriminierung vermuten, die aus der RAF-Hysterie und Residuen des Nazigeistes jener Epoche hervorgingen. Und so kalkuliere ich bislang die Möglichkeit ein, dass staatliche Dienste mich damals überwachten, weil u.U. intern bekannt war, dass ich wie unter a) berichtet – erste Anstöße zur Schleyer-Entführung gab, die im Herbst 1977 Deutschland erschütterte. Anders ausgedrückt: Ich sehe Anlass eine geschickt verschleierteRacheaktion staatlicher Instanzen zu vermuten, die nicht genügend Anhaltspunkte besaßen, um eine gesetzliche Strafverfolgung wegen Unterstützung von Terrorismus einzuleiten. Dies ist eine begründete Vermutung, denn nur als staatlicher Racheakt lässt sich solche Willkür gegenüber diesem Baby, das noch dazu aus einer vom Holocaust betroffenen jüdischen Familie stammte, interpretieren. Zudem denke ich wie oben angedeutet darüber nach, ob nicht auch der 1980 im BRD-Staat und bei Geheimdiensten immer noch weit verbreitete anti-semitische Nazigeist eine Rolle dabei spielte, als die von mir vermutete Intrige in Gang gesetzt wurde.

Jedenfalls erfuhr ich auf Grund dieses schändlichen Vorgehens überhaupt erst im Herbst 1983 von der Existenz Christianes. Und zwar allein aus einer Beischrift im erwähnten Familienbuch, von dem mir das Offenburger Standesamt eine Kopie aushändigte, als ich die Ehescheidung vorbereitete. Extremer Erkenntnisschock: „Ein eigenes Kind, von dem ich nie wusste!“ Und zugleich jene traumatische Mitteilung, dass dieses Kind schon nicht mehr das eigene ist, ja nicht mehr als verwandt gilt. Sofort versuchte ich das Sorgerecht für meine Tochter zurückzuerhalten. Doch es kam 1984 stattdessen zu einer unverständlichen Niederschlagung meiner Adoptionsanfechtung durch das Familiengericht Bad Homburg und das Landgericht-Frankfurt. Dabei empörte mich besonders, dass die Gerichte an Aufklärung der Machenschaften bei der Adoption meiner Tochter ersichtlich nicht interessiert waren - im Gegenteil: Obwohl „Kindesentzug“ ein Strafdelikt ist, erfolgten Reaktionen, die den staatlichen Menschenrechtsverstoß verschleierten, die Fakten verdrehten, einer Strafverfolgung der Verantwortlichen vorzubeugen suchten. Man konnte Komplizenschaft vermuten, etwa anhand des Verhaltens eines Familienrichters, der sich bei einer Verhandlung am 18. Mai 1984 in Bad Homburger mit unlauteren Mitteln dafür einsetzte die „Anonymität“ der Adoptivsituation zu restituieren, die durch einen unbekannten Mitarbeiter des Frankfurter Standesamtes aufgedeckt worden war. Hingegen dass bei dieser Adoption skrupellos und bewusst, wie ich auf Grund von Indizien behaupten darf, Existenz und Identität meiner Tochter für's ganze Leben verfälscht wurden, dass sie ihres Geburtsrechts beraubt, dem Vater das Elternrecht weggenommen wurde, interessierte schließlich auch das Hessische Justizministerium nicht, an das ich mich 1986 wandte. Dabei hätte man nur objektiv in die Gerichtsakte Einblick nehmen müssen, um festzustellen, wie jene Maßstäbe, die man im „Rechtsstaat“ für selbstverständlich hält verbogen, missachtet wurden. Das Gericht hatte sich zu 110% auf die Seite jenes Ehepaars gestellt, das m. E, meine Tochter wie einen Gegenstand „eingekauft“ und nicht einen Augenblick daran gedacht hat, vielleicht selbst nach der Abstammung des ihnen ursprünglich nur zur Pflege übergebenen Babys zu forschen. Wo war endlich die Menschenwürde, als briefliche Hassdeklarationen der Annehmenden vom Gericht kommentarlos „im Interesse des Kindeswohls“ gebilligt wurden. So weit mir mitgeteilt hat der Adoptivvater 1984, als ich auf Aufhebung der Adoption klagte, sinngemäß dem Bad Homburger Gericht geschrieben, ich könne doch jederzeit ein neues Kind produzieren und habe außer einem Fick sowieso nichts zu dessen Existenz beigetragen. Dass so infame Menschenverachtung einer amtlich bestellten Bezugsperson von einem deutschen Gericht 1984 als „dem Kindeswohl förderlich“ akzeptiert wurde, charakterisiert den vorliegenden Justizskandal.

In den folgenden Jahren versuchte ich unzählige Male und bei fast allen Medien Öffentlichkeit darüber herzustellen. Doch ich musste immer wieder feststellen, dass weder Menschenrechtsorganisationen, noch engagierte Journalisten sich mit diesem Skandal befassen wollten. Auch Politiker wollten niemals näher darauf eingehen, egal welche Telefonate, Briefe bzw. später auch Emails sie dazu erhielten. Diese Ignoranz entsetzte mich noch mehr als die Affäre selbst, weil damit offenkundig wurde, welche reale Diskrepanz zwischen öffentlich behaupteter Menschenrechtssicherheit und potenzieller Staatswillkür herrschte, ohne dass ein Hahn danach krähte.

(Während dessen konnte ich bei diversen Anlässen zu anderen Themenfeldern durchaus Gespräche mit z.T. sogar „Spitzen“-Politikern führen. Oft aus dem Spektrum der DIE GRÜNEN, deren Gründungsphase ich in Frankfurt, Bonn, Südbaden miterlebt, begleitet, vielleicht auch beeinflusst habe. Mit Gert Bastian/Petra Kelly etwa stand ich in Kontakt bis kurz vor deren Suizid. Mit dem damaligen grünen Vizepräsidenten des Europaparlaments sprach ich 1985 mehrfach in Strasbourg. Sein Versprechen allerdings diese Affäre zu bearbeiten hielt er nicht ein.Ich durfte sogar auf dem grünen Bundesparteitag Herbst 85 in Offenburg reden – noch vor dem späteren SPD-Innenminister Schily. 1993-1995 kollaborierte ich mehrfach mit dem Fraktionsvorsitzenden, Alexander Langer, der 'Verts' (die Grünen) im Europaparlament bei Friedenspolitik für Ex-Jugoslawien. - Davon weiter unten.)

Dieses Kinder- und Menschenrechtsproblems wollte sich keine-r je annehmen! So führten all die vergeblichen Versuche die Sache wenigstens an die Öffentlichkeit zu bringen nicht allein zu völliger Desillusionierung, sondern auch zu Widerstandsimpulsen orientiert an den Werten des Grundgesetz:

[Art 20 (1) Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat. … (4) Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.]

Das Vertrauen in den Rechtsstaat war zerstört, und zugleich jegliche Zuversicht, dass diese Gesellschaft über ansprechbare Instanzen verfügt, die sich mit Diskriminierung und Menschenrechtsunrecht im eigenen Land (!) befassen und darüber aufklären wollen. Denn nirgends fand ich psychologisches Mitgefühl, Verständnis, natürliche Menschlichkeit, human orientiertes Engagement, sondern im Kontext e x t r e m e H e r z l o s i g k e i t, k a l t e A b w e i s u n g. Wie sich logisch folgern lässt, eine so geartete allgemeine Mentalität provozierte eine proportionale Radikalisierung. Diese schon wegen dem manifesten Kontrast zwischen erfahrener Diskriminierung in diesem Zusammenhang und andererseits den öffentlichen Diskursen zu jüdischen Familienschicksalen oder kritisch berichteten Menschenrechtsunrecht. Das stellte ich auch manchen Angesprochenen vor Augen und erwähnte dabei, dass der Kindesraub eine ursprünglich jüdische Familie und zugleich einen deutschen Araber in Mitleidenschaft zog, aber dies rief nur Indifferenz hervor, ungeachtet dass solche Themen Politik, Debatten und vielfältige Medienproduktionen bestimmen. Es kristallisierte sich heraus, dass keine Instanz dieser Gesellschaft es zur Kenntnis nehmen wollte, dass ich in Verfolgung dieser Affäre immer wieder auf verdeckte antisemitische und anti-arabische Ressentiments stieß. Eine diesbezügliche Erwähnung schien vielmehr erst recht unterbewussten Rassismus, instinktive Ablehnung zu aktivieren. Was leider auch für j ü d i s c h e I n s t i t u t i o n e n galt, die mir gegenüber eine unglaubliche Engstirnigkeit offenbarten, sobald ich sie ansprach. Erste Frage: „War ihre Mutter, ihre Großmutter Jüdin? Nein? Ja wenn das Judentum nur über ihren Großvater besteht, schließen unsere Religionsgesetze, die eine jüdische Mutter fordern, Sie aus. Tätige Hilfe und Solidarität können Sie deshalb von der (z. B.) Jüdischen Gemeinde Frankfurt bedauerlicherweise nicht erwarten.“ - Eventuell gab es in solchen Gesprächen einen weiterer Hammer: „Ach, Sie sind väterlicherseits Araber?!“ … Bei dieser Feststellung blitzte bei Offiziellen der Jüdischen Gemeinden regelmäßig jener unendliche Hass auf, der auch jüdischerseits den Nahostkonflikt in Gang hält und die Situation Israels determiniert. Dem gegenüber hätte ich eigentlich darauf verweisen sollen, dass jene großväterliche Familie, der ich meinen bürgerlichen H.-Familienname verdanke, in Elitesphären des deutschen Judentums integriert war. Meine Urgroßmutter war wie erwähnt beispielsweise mit der Familie des Berliner „Zeitungszaren“ Ullstein eng befreundet. Dessen Ehefrau war öfters bei ihr zu Gast. Auf einem Foto, das meine Mutter im Garten ihrer Grunewald-Villa als Baby zeigt, taucht Frau Ullstein neben meinem Urgroßvater, dem erfolgreichen Kaufmann Wilhelm H., auf, der der Jüdischen liberalen Gemeinde von Berlin angehörte. Ein Neffe meiner Urgroßmutter, der Bergbauingenieur Professor Dr. Heinrich Reisner, gilt als der Gründer des 'Hauses der Technik' in Essen. Ein massiver schwarzer Bau, der sich dort vis-a-vis vom Bahnhof erhebt.

Nachdem solche Erfahrungen öfters vorkamen, stellte ich Verzweiflung und Wut hintan, um die Affäre meiner Tochter im Licht von Sozialforschung und mit generalisierter Perspektive zu verfolgen, als Paradigma! Als Präzedenzfall und Maßstab hinsichtlich eines potenziellen „Clash der Kulturen“. Denn kulturphilosophisch ließen sich aus den auftauchenden Widersprüchen prägnante Aussagen treffen zu scheinheiliger Doppelmoral und Arroganz dieser Gesellschaft. Im Kontext fand ich historische und globale Widersprüche im kleinsten Maßstab reflektiert. Um diese kulturellen Kontraste zu illustrieren, möchte ich hier darauf hinweisen, dass ich erst zwei Jahre vor der Hochzeit mit Christianes Mutter meine algerische Familie näher kennen gelernt hatte. Wobei es mich berührte, dass mein Vater als arabischer Diplomat in Beziehung zu höchsten Staatskreisen stand – und nicht allein der algerischen Nation. Er war zuvor UNO-Diplomat und übrigens ein Vertreter Algeriens bei der Islamischen Weltkonferenz. Ich erlebte persönlich, dass er mit dem damaligen Außenminister gut bekannt, vielleicht befreundet war. Es handelte sich um den heutigen Staatspräsidenten Algeriens, Abdelaziz Bouteflika. … Auch dem derzeitigen UN-Beauftragten für den Syrien-Konflikt, Lakhdar Brahimi, hat er zugearbeitet. Übrigens stand ich nun zeitweilig in Kontakt mit Geheimdienstkreisen, die mit linksextremen Strömungen in Westdeutschland sympathisierten und trotz der zunehmenden Rückbesinnung Algeriens auf den Islam logistische Unterstützung gewährten. Sie waren interessiert an meinen Eindrücken aus der linken Frankfurter Szene und der Kommunikation im Umfeld der radikalisierten APO, die ihren Frieden mit dem postnazi-Staat noch lange nicht gemacht hatte. Joschka Fischer etwa, der spätere Außenminister und Parteiführer der Grünen gehörte zu diesem Milieu, das sich bis 1982, ja sogar 1984 nicht scheute den RAF-Terrorismus gut zu heißen. Diese Kontakte erneuerten sich, als später der Fall Christiane von Algerien her beobachtet wurde. Mit solchem Background galt für mich 1983, ich würde mich nicht jenem Niveau anpassen, auf dem staatlicherseits und von Seiten der Medien dieser (aus meiner Sicht:) Kindesraub unter den Teppich gekehrt wurde. Doch nun nach Entlarvung des oben apostrophierten jüdischen Menschenrechtsstandpunkts nutzte ich islamische Kanäle, um minimale Kommunikation üner den Fall herzustellen und mich der Legitimität meines väterlichen Standpunktes zu versichern, der gemäß islamischer und naturrechtlicher Begriffe eindeutig definiert war. Wobei man zudem reflektieren darf, dass die arabischen, aber auch europäische Familiengefühle und die im Koran angemahnte islamische Menschenwürde bei schweren Ehrverletzungen Resignation und Vergessen verbieten. Laut ausdrücklicher Anweisung einiger Suren wird dem Gläubigen in solcher Situation als Pflicht der Jihad an Stelle der traditionellen Blutrache anbefohlen. Übrigens entsprechend dem Potenzial böser Kräfte u. U. unbegrenzt und somit out of proportion. … Das ist ein weites Feld. Jedenfalls verursachte die fortbestehende Ungewissheit über Christianes Schicksal, zu dem mir von deutscher Seite nie die geringste Informationen zukam (!) permanente psychische Anspannung und eine nie endende Ausnahmesituation. Dieser Zustand stellt-e seit der Entdeckung der Existenz dieser Tochter im Herbst 1983 eine tief empfundenes Trauma, eine kontinuierliche Beleidigung unserer Menschenwürde her, weil im Background meine Verwandtschaft psychologisch mitbetroffen war. Dieses grausame Deutschland, das mir dabei begegnete, war, selbst als ich klagte, nicht mal bereit mir nur mitzuteilen, ob sie überhaupt lebe, gesund sei und normal! Erst auf einen Besuch hin in der Uniklinik, in der sie zur Welt kam, teilte mir eine Krankenschwester der Gynäkologie unter der Hand mit, sie erinnere sich noch an sie und dass Christiane als Frühgeburt kaum lebensfähig geboren wurde, Wochen lang in den Brutkasten musste, ehe sie in eine Pflegefamilie kam. Diese Schwester sagte zugleich, sie dürfe mir das eigentlich überhaupt nicht berichten. D. h. die Deutschen, die ich bald nur noch aus einer algerischen Nationalidentität ansah, obwohl ich ja wirklich im Herzen Deutschlands und Preußens geboren bin, nämlich im damaligen Haus des Potsdam-Museums neben der Ruine der Garnisonkirche, Symbol der makaberen militaristischen Preußentradition von Kriegen und nochmal Kriegen und Hitlers Machtergreifung, diese Deutschen achteten nun die elementarsten Begriffe von Menschenwürde nicht besser als die Nazis! Das verstärkte andererseits ein sich entwickelndes esoterisches Niveau transzendentaler Verbindung mit islamischen Sphären, das sich in der Folge einstellte. Die entstehende spirituelle Spannung wirkte dabei im Einklang mit Kraftfeldern, die die iranische Revolution in Anspruch nahm und auch im Rahmen der antiimperialistischer Solidarität von Seiten der jungen algerischen Nation. Wozu ich à coté erwähnen darf, dass sowohl meine Frau, wie auch ich seit 1972 mit iranischen Emigranten in Frankfurt bekannt waren, die 1979 in ihre Heimat zurückkehrten. Ein Zufall lenkte es so, dass exakt am Geburtstag meiner Frau - 4. November 1979 - noch vor unserer Trennung jene Besetzung der US-Botschaft in Teheran stattfand, die in der Folge 444 Tage währte und den kalten Krieg zwischen Iran und USA heraufbeschwor. Ähnlich metaphysisch anmutende Momente ergaben sich weiterhin, und vielleicht nicht rein zufällig ereignete sich parallel zu dem nie bekannt gewordenen deutschen Skandal die mittlerweile zum internationalen Schlagwort arrivierte „NICHT OHNE MEINE TOCHTER!“-Affäre, deren verfälschte Darstellung durch US-Medien die islamische Republik schwer beleidigt hat, wie ich erfuhr. Diese Medienwelle, die seit 1988 als Film und Buch um die Welt tourte, bot diverse Anknüpfungspunkte für Kontakte mit iranischen Diplomaten. Ihnen wies meine „NICHT OHNE MEINE TOCHTER!“-Affäre mit Prägnanz nach, dass dem offiziellen Menschenrechtsbegriff des Westens skandalöse Praxis und unrühmliche Informationsunterdrückung – im konkreten Fall würde ich es verdeckte Medienzensur bzw. Gleichschaltung nennen - gegenüberstehen, die dem bei uns in Anspruch genommenen Wertekanon Hohn sprechen. Übrigens darf ich darauf hinweisen, dass Algerien - mein „Vaterland“ - stets sympathisierende Beziehungen zum revolutionären Iran unterhielt. Erwähnen darf ich außerdem, erst mal ohne nähere Details, dass Christianes Schicksal zeitweilig von algerischen Auslandsagenten beobachtet wurde. Quasi als Äquivalent für jene „guten Dienste“, die möglicherweise deutsche oder westliche Geheimdienste geleistet haben, um die Kindeswegnahme, wie sie 1980/81 erfolgte, unbemerkt zu arrangieren, erhielt ich aus dieser Quelle zumindest Ende der 1990-er Jahren Informationen darüber, wo und wie meine Tochter inzwischen lebte. (Mehr dazu - siehe unten.)

Lassen Sie mich darauf eingehen, wie aus dem Background dieser Affäre politische Konsequenzen produziert werden. Ich muss dazu etwas ausholen, um dies annäherungsweise verständlich zu machen. Es lässt sich z.B. zu ursprünglichen Befindlichkeiten erwähnen, dass Christianes Mutter 1979 einige Monate vor unserer Hochzeit in einer Frankfurter WG von zwei schwulen Mitbewohnern angegriffen wurde. Weil ich mich nicht in der Lage sah, sie zu verteidigen, holte ich im Nachbarhaus Hilfe. Dort in der Jordanstraße befand sich die 'Karl-Marx-Buchhandlung'. Ihr Gründer und Betreiber Daniel Cohn-Bendit eilte neben anderen mit mir die Treppe hinauf, um die inzwischen blutende Anita zu retten. Daniel C. B. war schon lange ein Bekannter. Ich lernte ihn erstmals 1969 bei clandestinen Aktivitäten gegen den Vietnamkrieg kennen, als ich zu ihm zwei amerikanische Soldaten brachte, die desertiert waren. Sie wurden von ihm an ein underground-network vermittelt, das ihnen, so wie vielen anderen in jenen Kriegszeiten, zum Untertauchen verhalf – zumeist in Schweden. Seine spätere Karriere als etablierter grüner Europapolitiker und Führer der französischen Grünen war zu jener Zeit kaum vorstellbar. Man könnte hingegen meinen, dass er – Gallionsfigur der französischen 1968-er Rebellion - etwas „revolutionäres Flair“ auf meine verletzte Verlobte übertrug, die er zu verbinden half. Was scheinbar damit reflektiert wird, dass unser Kind ein Jahr später am symbolischen 2. Juni zur Welt kam. Datum, das mit den Protesten von 1967 gegen den iranischen Schah und der polizeilichen Erschießung Benno Ohnesorgs als Startpunkt der Studentenrevolte gilt. … Eine weitere Datumssymbolik, die auf anderen Ebenen wirkte, wurde generiert, als wir uns, ohne dass ich gerade diesen Tag ausgesucht hätte, am 7. 9. 1979 in Oberkirch/Schwarzwald das Jawort gaben. Es war das gleiche Datum, an dem sich 97 Jahre zuvor mein Urgroßvater verheiratet hatte, der weiland renommierte und sogar mit dem deutschen Kaiser befreundete Heidelberger Archäologe aus Lübecker und Bremer Patriziergeschlecht, Friedrich von Duhn. (1852-1930) Da ich inmitten hinterlassener Briefe und Bücher von ihm aufwuchs und außerdem von seiner Tochter, meiner Großmutter (Kunsthistorikerin, Mitbegründerin des Potsdam-Museums der DDR, politischer Häftling, wie meine Mutter und ich ab 1955), mit-erzogen wurde, glaube ich annehmen zu dürfen, dass sich bei jenem Datumszufall, den ich erst Jahre später erkannte, sein „lebendiger Geist“(Inschrift über dem Portal des Hauptgebäudes der Heidelberger Universität, deren Prorektor er 1911/12 war,) bei mir meldete. Manchmal schien es, dass er zu einem metaphysischen Begleiter wurde und aus seiner Verbundenheit mit den größten deutschen Archäologen, dem okkulten Geist von Theosophie, dem seine erste Tochter (Großtante) anhing, dem Spiritismus von F. Gundolf und Stefan George u.a., zu denen er in Beziehung stand, transzendental neben mir wirkt. (Mehr darüber – siehe unten.)

Weitere bizarre Zufälle ereigneten sich in laufender Folge, seit jener Septemberwoche 1983, als ich erstmals von Christianes Existenz erfuhr. In den gleichen Tagen fand der erste öffentliche Auftritt des Dalai Lamas auf deutschen Boden während drei Tagen in der Offenburger Stadthalle statt. Dies war vom bekannten Gründerduo der DIE GRÜNEN, Petra Kelly und Gert Bastian mit-organisiert worden, und ich war auf mehreren Ebenen involviert. Zum einen stand ich durch meine beste Schulfreundin Karin aus Offenburger Gymnasialzeiten in Kontakt mit MdB Frau Christa Reetz, ihrer Mutter, die als frisch gewählte grüne Bundestagsabgeordnete das Event auf lokaler Ebene vorbereitete. Petra Kelly kannte ich ebenfalls schon, so wie andere der später prominenten Grünen. Eine Britin mit ihrer dreijährigen Tochter aus der Entourage des Dalai Lamas übernachtete bei mir und verschaffte mir Gelegenheit in diesem Moment größter Verunsicherung ein persönliches Gespräch mit dem Dalai-Lama zu führen, der im gleichen Hotel wohnte, wo wir 1979 die Hochzeit gefeiert hatten. Dieser Mann wurde zwar vom Offenburger Oberbürgermeister Grüber bedenkenlos als „Staatsoberhaupt“ der Tibeter willkommen geheißen, es gab jedoch keinen Medienhype, wie heute um ihn. Er versuchte auf mein Problem mit diesem plötzlich aufgetauchten Kind einzugehen und ermahnte mich, es nicht fallen zu lassen, es nicht aufzugeben, sondern Christiane zu meiner Tochter werden zu lassen. Erstaunlicherweise gab es damals bei seinen öffentlichen Vorträgen deutliche Äußerungen, mit denen er seine Hochschätzung für den Islam als Weltreligion zum Ausdruck brachte, es gäbe keine Konflikte zum tibetischen Buddhismus. (Eventuell existieren noch Video-Aufzeichnungen von diesen Offenburger Auftritten.) Als seltsamen Zufall empfand ich es im übrigen, dass der Dalai Lama zum einzigen weiteren Auftritt in der BRD nach Bad Soden/Taunus fuhr, Wohnort von Anitas Mutter. Ab und an scheinen mir seither esoterische und okkulte Kraftfelder, die auch dem tibetischen Buddhismus entspringen, zugänglich zu sein. Dies wurde bislang durch manche „überzufällige“ Ereignisse, Koinzidenzen, Synchronisationen reflektiert, die andererseits darauf hinwiesen, dass quasi „schwarzmagische“ Kräfte wirken aus jener Ausnahmekonstellation, die durch Christianes Fall entstand. Das nie vergehende Trauma rings um sie hat, so glaube ich, seit 1983 im dialektischen Verhältnis zu den Friedensgebeten des Dalai Lamas auch dämonische Energien frei gesetzt, die Vergeltungsimpulsen Raum gaben und Realisation verschafften. Geistige Energien, die später z.B. terroristische Gewalt förderten, aber nicht als „Anstiftung“ gelten können, da sie nur die untergründigen spirituellen Impulse widerspiegeln, die automatisch aus dem schlechten Karma entstehen, das der BRD-Staat seit 1980 durch diesen Kindesraub provoziert hat. Das ließ sich z.B. 1985 in einem Kontext mit den international bekannten Friedenspolitikern Petra Kelly und Gert Bastian erkennen, deren politischen Engagement für Tibet es übrigens zu danken war, dass der Dalai Lama 1989 den Friedensnobelpreis erhielt; während dem pflegten sie bekanntermaßen ihre Freundschaft mit Sacharow und Gorbachov, wodurch sie wesentlichen geistigen Einfluss auf den Erfolg der DDR-Rebellion und den Fall der Berliner Mauer nahmen. Am 10. Juli 1985 war ich in ihren Bonner Bundestagsbüros verabredet, und zu diesem Anlass überreichte ich ihnen ein Gemälde, das zuvor in Offenburg in einem naiven Stil von mir gemalt worden war. Es zeigt Bauwerke in Potsdam und unter einem dominierenden Regenbogen Friedensdemonstranten im Himmel marschierend - quasi „Regenbogenkrieger“. Deutlich erkennbar auch die französische Flagge und gegenüber eine 'Jean d'Arc', die ein Feuerpfeilgeschoss ins Meer sendet, die Zerstörung/Versenkung eines Schiffes dort andeutend. Die Details des Werkes sollten symbolische Aussagen enthalten, darauf kam es mir an. … Ein metaphysischer Zufall, den ich der uns umfassenden Aura des Dalai Lamas zuschreibe, fügte es, dass gerade an diesem 10. Juli 1985 durch den französischen Geheimdienst in Neuseeland das Flaggschiff von GREENPEACE, die 'RAINBOWWARRIOR', mittels einer Bombe versenkt wurde. Und so gibt es nun ein weltbewegendes politisches Ereignisse, das in einem Kunstwerk zuvor symbolisch angedeutet wurde. Da diese terroristische Tat eine enorme Staatskrise in Frankreich auslöste, glaube ich mit Berechtigung jenen esoterischen Schwingungen, die mich zu diesem Entwurf veranlassten, einige Beweiskraft für Möglichkeiten spiritueller Einflussnahme zuerkennen zu dürfen. Insbesondere da Petra Kelly inoffiziell öfters davon sprach, sie seien mit dem einzigartigen Versuch befasst systemimmanent trotz des westlichen Rationalismus eine spirituelle Politik zu entwickeln … Seit ihrer trauriger Erschießung Oktober 1992 durch ihren Partner, den Ex-General Bastian, muss ich mich als geistiger Erbe dieser Richtung betrachten. Denn unbekannte Einflüsse, die dabei eine Rolle spielten, scheint postum niemand verstanden zu haben. Indes habe ich Schwingungsfelder insbesondere aus islamischer Esoterik seither ausgenutzt, um die Symbolkraft meines Widerstandes gegen das Schweigen über meine 'Nicht ohne meine Töchter'-Affäre-n eventuell durch die spirituelle Provokation von Terrorismus zu stärken.

Zuvor, schon im Oktober 1983, hatte mich die Begegnung mit dem Dalai Lama zu einem öffentlichen Engagement veranlasst: In Offenburg fanden Oberbürgermeisterwahlen statt, und ich wurde Kandidat, gestützt vom grün-alternativen Milieu. So stand wahrscheinlich erstmalig ein „Grüner“ bei einer Bürgermeisterwahl in einer mittleren deutschen Stadt zur Wahl. Die Situation hatte in jeder Hinsicht etwas Skurriles, denn ich ließ mich aufstellen, weil ich entdecken wollte, ob ich überhaupt meine Bürgerrechte besaß nach jenen Hinweisen darauf, dass offenbar deutsche Geheimdienste o. ä. Kräfte in meine Familienleben eingegriffen hatten. Nach meiner Überzeugung musste Christianes Fall unter die Kategorie politische oder polizeiliche Verfolgung subsumiert werden. Ziemlich bizarr: Rechts vom Zweifamilienhaus meiner Mutter, das seit 1979 mein melderechtlicher Wohnsitz war, befand sich das Einfamilienhaus, in dem mein Gegenkandidat, Oberbürgermeister Grüber, mit Familie lebte, 10 M links von ihr ein Häuschen mit der Rechtsanwaltskanzlei des Offenburger CDU-MdBs, Wolfgang Schäuble. Worauf ich noch zu sprechen komme. Ein weiterer OB-Kandidat war der so genannte „Remstal-Rebell“ Palmer, Vater des heutigen grünen Oberbürgermeisters von Tübingen, Boris Palmer.

Im Spätherbst traf bei mir ein (anonymer) Hinweis aus Frankfurt ein, der für's Erste die Anonymität der Adoptivfamilie meiner Tochter aufdeckte. Ich rief dort in Bad Homburg an, und es hob ein kleines Mädchen ab, das mich sofort mit Papa anredete. Sie schuf in einem kurzen Gespräch bei mir das Gefühl, sie meinte wirklich mich mit „Papa“. Dieser sentimentale Eindruck verursachte eine Steigerung der Radikalität, mit der sich die Affäre seither in Ereignissen abbildet. Die Seele dieses unterdrückten Kindes, das zu spüren schien, es befinde sich am falschen Platz, erschien mir von nun an präsent. Was nicht bloß eine vage Behauptung ist. Als sie dreizehn war und aus Papieren der Adoptivfamilie zufällig von ihrem Status erfuhr, riss sie aus. Ihre Erinnerung trieb sie von ihrem Wohnort Hamburg-Harburg nach Bad Homburg zu dem Stadtviertel, wo sie die ersten Jahre verbracht hatte. Sie irrte verzweifelt, frierend, hungrig, tief deprimiert in der Nähe drei Tage lang durch die Wälder, ehe sie von der Polizei aufgegriffen wurde. So erzählte sie es im Sommer 1998, als wir uns erstmals begegneten.

Ein symbolisch kaum zu überbietendes Backgroundelement, das in einer freien, offenen Medienlandschaft längst besprochen würde, resultiert aus der erwähnten Nachbarschaft meiner 1980/81 angeblich unauffindbaren Anschrift direkt neben der Anwaltskanzlei des Regierungspolitikers Wolfgang Schäuble. Dies nahm ich zum Anlass mit ihm ein Gespräch zu dem Fall zu führen, das am 16. August 1984 in seinem Offenburger CDU-Büro zu Stande kam. Direkt neben dem 'Grimmelshausengymnasium', das ich sieben Jahre lang besucht hatte. Ich schilderte ihm ausführlich die mir bekannten Umstände und ging natürlich darauf ein, wie unheimlich es wirkte, wenn ein so unglaublicher Rechtsbruch in derartiger Nähe zur Autorität eines bekannten Politikers passiert. Auch informierte ich ihn, dass es um eine vom Holocaust betroffene, vormals jüdische Familie ging, die zudem nach dem 17. Juni 1953 in der DDR bis 1959 schwere Verfolgungen erlitten hatte, und damit einen doppelten Opferstatus besaß. Herr Schäuble äußerte Überraschung und versuchte Verständnis zu demonstrieren. Er zeigte äußerlich Empörung, Mitgefühl und Betroffenheit und versprach spontan rückhaltlose Unterstützung. Er fände zwar keine Zeit als Anwalt dazu tätig zu werden, wolle aber künftig aus dem Bundeskanzleramt heraus den Skandal untersuchen lassen und so herausfinden, was sich dabei ereignet habe. Unter dem Siegel der Verschwiegenheit teilte er dazu in freundlicher Herablassung mit, dass er in drei Monaten zum Kanzleramtsminister arrivieren würde, damit auch zum obersten Dienstherrn der Geheimdienste. Er versprach ausdrücklich mir jeweils mitzuteilen, welche Erkenntnisse zu der Sache erzielt würden. Was ja von immenser Bedeutung gewesen wäre, da ich den Fall weiterhin juristisch verfolgte. Schäuble sprach mir in den höchsten Tönen sein Mitgefühl aus und betonte sein Entsetzen, dass die Kindes-wegnahme in seiner Umgebung passiert sei. Sein Versprechen rückhaltloser Aufklärung beurteilte ich allerdings mit der mentalen Reservation, dass ich hier mit einem politischen Gegner sprach. So nahm ich mir vor ihn anhand des fundierten Sachverhalts auf Menschlichkeit und Rechtsverständnis zu prüfen. Ich konfrontierte ihn insbesondere mit Anitas Bericht, dass man sie wegen ihrer Drogensucht erpresst, genötigt habe, unsere Tochter zur Adoption frei zu geben. Ihre Angaben über mich seien dabei unterschlagen worden, um mit Hast die Adoption in einer pseudo-legalen Form durchzuführen. - Natürlich konnte ich unmöglich darüber sprechen, dass mir Anita inzwischen mitgeteilt hatte, sie hege den festen Vorsatz sich nach Überwindung ihrer Sucht einer linksextremen Gruppe anzuschließen und dass sie Schäuble gerne als Ziel eines Attentates ins Auge fassen würde. Diese Vorstellung ging ihr übrigens schon im Kopf herum, bevor wir 1979 heirateten. Es verfolgte mich daher schon 1984 ein vager Gedanke, dass sich die Kindesmutter an ihm als prototypischen Repräsentanten des ihr verhassten Gesellschaftssystems eines Tages wirklich rächen würde, falls sie es einrichten konnte und falls mit legalen Mitteln unser Kind nicht zurückkäme. Das konnte ich Herrn Schäuble an jenem Tag nicht ins Gesicht sagen, die beklemmende Vorahnung war jedoch präsent. Mir schwante, dass in Zukunft sein Leben bedroht war, falls er sich nicht angemessen um den Skandal kümmern würde.

Aber dass er eben diese anständige Haltung nicht an den Tag legte, mir nie Informationen zum Resultat eventueller Recherchen zukommen ließ, ja dass er 1984–1990 wiederholt auf meine Rückfragen nicht reagierte oder durch Referenten nur nichts sagende abwiegelnde Briefantworten sandte, bewies schließlich, dass er den Test nicht bestand! Zuletzt war er Innenminister. Er stand damit der qualifizierten Regierungsinstanz Deutschlands vor, die von Gesetzes wegen hätte aufklären sollen, doch Herr Schäuble tat so, als hätte es unser Gespräch nie gegeben. Diese diskriminierende Verleugnung von ansonsten offiziell bekundeter Humanität wirkte sich seit unserer Ehescheidung bei sporadischen Gesprächen mit Anita aus. Sie beurteilte dies immer heftiger und schärfer. Vor der deutschen Wiedervereinigung drohte sie endlich in wütendem Ton, dass er nun „dran sei!“, dass sie etwas vorbereite. Der Mann würde verdientermaßen „abgeschossen“ werden. Ähnlich hatte sie schon 1989 am Telefon geprahlt, als sie verkündete sie bewege sich nun in Umfeldern des Terrorismus. Durch die Vorankündigung eines Anschlags lieferte sie dazu einen Beweis. Daher konnte ich es nachvollziehen, was sie einige Tage nach dem Attentat vom 12.10.1990, bei dem Innenminister Schäuble in Oppenau, nahe bei unserem Heiratsort Oberkirch / Schwarzwald, zum Krüppel geschossen wurde, erzählte. Demnach hatte sie, die im hessischen Drogenmilieu seit zwei Jahrzehnten agierte - mittlerweile erneut rückfällig geworden - einen Süchtigen aus der lokalen Szene der Ortenau (Mittelschwarzwald) zufällig immer wieder getroffen, als sie mit kleinen Mengen auf der Darmstädter Szene „dealte“. Dieser Psychot (Dieter Kaufmann aus Appenweier bei Oberkirch) habe sich an sie geklammert, wirre politische Ansichten offenbart, zudem kundgetan er wolle ein Attentat begehen und ihr ohne besondere Aufforderung sogar eine Waffe gezeigt. Zugleich habe er sie wie nur je ein Süchtiger angebettelt ihm Drogen zu schenken, wenigstens auf Kredit. So sei ihr die Idee gekommen ihn von sich abhängig zu machen und in seinem Vorhaben zu bestärken. Ohne Schwierigkeit habe sie mit ihm nähere Pläne für das Attentat entwickelt, ihn angestachelt es wirklich zu durchzuführen, indem sie ihm den erwünschten „Stoff“ großzügig schenkte. Sie sei sich nicht sicher gewesen, ob er die Tat wirklich begehen würde, habe ihn auch nicht zum in Aussicht genommenen Tatort begleitet. Doch seinen schizophrenen Fanatismus habe sie bewusst gefördert. Sie rechne es ihrem persönlichen Einfluss zu, dass dieser Süchtige für sie jene Rache übte, die sie sich über Jahre hinweg immer dringlicher gewünscht hatte.

Diese Tat, die dazu ihr Opfer nicht völlig auslöschte, sondern wie von magischer Hand geführt weiter in der politischen Öffentlichkeit belässt, ist für mich, wie immer man zu Anitas Bericht stehen mag, ein Beweis neben vielen anderen für die Notwendigkeit sich mit der Tragweite von Christinas Fallschicksal zu befassen.

Zwar würde Anitas Aussage die Bestätigung durch den Attentäter selbst benötigen, der heute in einer Behinderteneinrichtung lebt, mir gelang es jedoch nicht ihn zu befragen. So habe ich im (Kolportage-) Roman 'Swiss-Made Time!', der als Nebenthema unter dem Pseudonym „Xenia-Skandal“ auf den Babyraub und seine Folgen eingeht, etwa in Teil I, Kapitel 15 und besonders in Teil II, Kapitel 30 „Facette Deutscher Politik – Xenia Z., Babyfleisch für den Adoptionsmark“ (und a.a.O.), diese existenzielle, ja surrealistische Dramatik beschrieben. Ausgangspunkte für ein unheilvolles Maß an Tragik waren - und das lässt sich nicht leugnen - Wünsche nach Vergeltung auf Seiten beider Eltern. Redundant machte sich dazu die Überzeugung bemerkbar, der Skandal stünde unter anti-semitischen bzw. Rassen diskriminierenden Vorzeichen und sei eventuell auf der Basis undurchsichtiger Geheimdienstaktivitäten inszeniert worden. Die Dimension mittelbar beeinflusster follow-up-events, von denen es viele weitere gibt, wurde im Laufe der Zeit durch den Status der islamischen Familie des Großvaters bestimmt und damit durch die emotionale Anteilnahme eines Segments der politischen Elite Algeriens. Land, das mit seinem antikolonialen Befreiungskampf zum Vorbild für viele blockfreie Nationen, aber auch für heutige Jihad-Taktik wurde. Das Schlusskapitel des teilweise dokumentierten Romans und mein NACHWORT ab Seite630 beleuchten juristische, historische und transzendentale Tragik, die aus einigen so inspirierten Attentaten entstand und deren Symbolik krass genug schien, um etwas über einen mittelbaren Zusammenhang auszusagen. Mehrfach entfalteten sich in der Folge moderne Staatsdramen im Geiste Shakespeares, wozu ich Weiteres zu berichten habe. Verständlicher wird davon auch einiges, wenn man die deutsche Abstammung von Christiane mit berücksichtigt. Sie stammt durch meine Großmutter von mecklenburgischen Adelsgeschlechtern und von Bremer und Lübecker Senatoren ab. Durch meinen Ur-Urgroßvater z. B. von einem bekannten Lübecker Juristen, seit 1873 'Hanseatischer Oberrichter', der am 1900 in Kraft getretenen BGB mitgeschrieben hat und in ähnlichen Funktionen wirkte wie heutige Bundes- oder Bundesverfassungsrichter.

Das Attentatsopfer, Schäuble,übertrug m. E. diese transzendentale Psychologie unbewusst sogar auf den Umgang mit Euro- und europäischer Schuldenkrise. Und doch nahmen bislang diejenigen, die alles vertuschen wollen, solch' faustischer Dramatik nicht zur Kenntnis. (Wozu auch die Familie Schäubles und er selbst zu rechnen sind. U. a. fragte ich im Jahr 2000 vergeblich seine Tochter Juliane, die in Freiburg studierte, ob sie diese Informationen zur Kenntnis nehmen wolle.)

Ich sehe den Anschlag auf den Innenminister nur als eines unter mehreren politischen Sujets, die mittelbar Folgen der Affäre zu demonstrieren scheinen. Mit Rücksicht auf den eben umrissenen Kontext lässt sich erwähnen, dass sich Anita 1989 in einigen Telefonaten, während ich in Bern lebte und dort bei Verbänden, Banken und selbst im Justizministerium arbeitete, brüstete an den Vorbereitungen für einen Anschlag beteiligt zu sein. Sie hatte mir im Voraus eine Andeutung zukommen lassen. Wobei es sich um das bis heute unaufgeklärte „Herrhausenattentat“ handelte, welches gemäß der antikapitalistischen Ideologie der RAF und ihres Umfeldes den Vorstandsprecher der Deutschen Bank am 30. 11. 1989 traf. Anita wies danach darauf hin, dass es praktisch direkt vor dem Bad Homburger Amtsgericht stattfand. In diesem Gebäude war 1984 die Adoptionsaufhebung verweigert worden von einem Familienrichter, der wie berichtet statt objektiver Prüfung der Umstände in beispielloser Weise voreingenommen war und eine manifeste Diskriminierung der Kindeseltern betrieb; ja mich anklagte, ich hätte in strafbarer Weise die Anonymität der Adoption verletzt. Das war Hauptgegenstand seiner Verhandlungsführung, zu der er sogar den Leiter der Frankfurter Standesämter beizog. Seine Angriffe waren so frech, so gemein, derart von Rassismus inspiriert, dass diesem Verhalten und der folgenden Bestätigung derartiger Justiz durch die nächste Instanz, das LG-Frankfurt, sowie durch das Hessische Justizministerium Anteil an einem Radikalisierungsprozess zukommt, der in Anitas Behauptung gipfelte, sie selbst habe als Symbol jenen Ort des Anschlags ausgesucht, die Straße vor dem Amtsgericht, an der heute ein Denkmal die Erinnerung an jenes Geschehen bewahrt. - Was andererseits eine potenzielle metaphysische Interpretation beträfe, die nicht notwendig auf diesem Bekenntnis basiert, gilt gleiches Muster, welches ich oben andeute. Das Realereignis benötigt nicht unbedingt eine prahlerischen Attentäterin, um innerhalb einer faustisch anmutenden Dimension von Staatsschuld und Vergeltung einzigartige Symbolkraft zu gewinnen, falls man der ungeheuerlichen Wahrheit im Fall Christianes nachgeht, die ein wie für die Bühne konstruiertes Staatsverbrechen zeigt. (Man erinnere sich an Schillers Aufsatz: „Die (Staats-)Bühne als moralische Anstalt“ und an Muamar Al Ghadafis Behauptung, Shakespeare habe eine arabische Großmutter gehabt.)

Diskrete Verfolgungen aus Deutschland in der Schweiz:

Ende 1989 kam eine Schweizer Halbschwester (f.f. hier als 'Estrella') von Christiane zur Welt, die es ohne meinen Bericht über diese Affäre niemals gegeben hätte. Der jungen Schweizerin aus einer Arztfamilie, die später ihre Mutter wurde, hatte ich erstmals an Christianes siebten Geburtstag von dieser Affäre erzählt. An jenem sonnigen Tag las sie auf der Terrasse eines Basler Cafés zunehmend entsetzt in dieser Akte. Allein schon wegen ihrer Empörung über die Würde verletzende Unmoral der Deutschen, die sie darin wahrnahm, entschloss sich diese Katholikin aus historischer Familie mich dabei zu unterstützen den Skandal ans Licht zu bringen. Seither lebten wir zusammen. Endlich, Februar 1989 schien es eine Chance zu geben Öffentlichkeit herzustellen, als sich ihr Onkel und seine Gattin, die heute in Boston lehrende Psychoanalytikerin C. Schmitt-Hellerau, die wir Mai 1987 erstmals in der Züricher Universität getroffen hatten, beeindruckt von diesem Skandal zeigten. Herr R. Bettschart, neben D. Keel Gründer und Eigner des DIOGENES-Verlags, war bei jenem Essen in einem Altstadtlokal beim Berner Bundeshaus überrascht, beeindruckt, perplex. Er konzedierte, dies ergäbe eine reality-story, wirkungsvoller als mancher fiktive Thriller im Verlagsprogramm. Wir erhielten seine Zusage den ihm gut bekannten Chefredakteur des Hamburger 'STERN' zu befassen, warteten jedoch monatelang vergeblich auf ein entsprechendes Feedback. So gelangte ich zu der zynischen Ansicht, dass spektakuläre Terrorereignisse, wie sie meine Ex-Frau im Anita im Kopf hatte, irgendwann wahrscheinlich eine bessere Ausgangsbasis dafür bieten würden den Kindesraub zu veröffentlichen. Vom unnützen Warten auf die Einhaltung großartiger Versprechungen von Persönlichkeiten aus europäischen Eliten, die spontan Entsetzen heucheln, doch die Sache allerschnellstens wieder vergessen, hatte ich genug. In dieser Hinsicht besaß ich Erfahrung, nachdem ich in den 80-er Jahren mit vielen Politikernvergeblich über den Fall gesprochen hatte. (Darunter die o.g. Petra Kelly, ein grüner Vizepräsident des Europaparlaments, eine Vizepräsidentin des Bundestags und eine des Hessischen Landtags, nicht zu vergessen die frühere Bundesfamilienministerin Anke Fuchs und Hundert weitere „Prominente“) … Allerdings ahnte ich nicht, dass Geheimdienste auch ins Schweizer Milieu eingegriffen würden, selbst wenn es nur um Öffentlichkeit für Staatsunrecht geht, um Aufklärung im Ansatz zu verhindern. Dass mit großer Wahrscheinlichkeit diskrete Interventionen von Seiten des deutschen BND oder anderer Dienste und/oder rechter Politiker statt hatten, stellte sich nach 1990 heraus. Anregungen von deutscher Seite aus teilweise identifizierbaren Quellen hatten den Clan meiner Freundin erreicht und diesen Personenkreis mit falschen Informationen über mich und meine vormalige Integration im linken Milieus beeinflusst, wodurch die nächste Affäre nach einem faschistischen Muster angestoßen wurde. Zudem verleumdeten mich auch amtliche deutsche Stellen mit inkriminierenden, niemals erhärteten Behauptungen. Etwa beim Basler Jugendamt als psychisch krank, drogenabhängig, gar Drogenhändler. Sie avisierten mich in diesem Stil als „staatsgefährdende Person“, nachdem meine jüngste Tochter geboren war. Ihre Schweizer Angehörigen, in deren Peripherie neben besagtem Verlag eine mächtige Privatbank, Nestle-Management, Regierungskreise sogar ein zukünftiger Bundespräsident der Schweiz - zu finden waren, sahen sich darauf in ihrer Rechtschaffenheit oder Familienreputation beeinträchtigt. Ihre Schweizer Großeltern rasteten panisch aus, als wir uns verlobten, das Eheaufgebot bestellten. Unter diesem Druck begann „ein liebliches Spiel“ mit dem Leben und der Psyche meiner Verlobten und unserem Kind gemäß den bösen Regeln jenes berüchtigten Repressionsformats, in dem bis zur Gorbatschow-Ära in der Sowjetunion Dissidenten und deren Angehörige ausgeschaltet wurden. (Wenn man es tiefgründig analysiert auch in Anlehnung an den klassischen Romeo&Julia-Plot.)

Der Mutter unseres fünf Monate alten Babys sprach man plötzlich im Juni 1990 in Basel ohne irgendeine zutreffende psychologische Einstufung oder objektive Begutachtung auf Intervention ihres Clans hin das Recht auf unser Kind ab, als ob sie es gefährde.Das Baby wurde durch die Jugendbehörde defacto entführt, und es begann eine unheimliche Kampagne gegen die hilflose, traumatisierte, verunsicherte Kindesmutter, als sie ihr seit 24. Juni 1990 willkürlich an unbekannten Ort, ein Heilsarmeeheim, verschlepptes Baby, dessen Aufenthaltsort ihr zwei Wochen hindurch verschwiegen wurde, wieder zu sich nehmen, gar nach Deutschland ziehen wollte. Sechs Wochen darauf während unsere Hochzeitsaufgebot auf dem Basler Standesamt aushing, wurde sie durch ihren Vater (Arzt) und ihren Bruder (Anwalt, dem deutsche Dienststellen verleumderische Fehlinformationen zuspielten) gegen ihren Willen in eine geschlossene Station der Basler Psychiatrie verbracht und dort unter zwangsweise verabreichter Medikation dazu erpresst eine „Einwilligung zum Rückzug vom Eheversprechen“ zu unterschreiben. Psychiater stellten, wie sie mir später mitteilte, ernstlich die Gefälligkeitsdiagnose: „Beziehungssucht“ ... als neues Synonym für „Liebe“! Dies diente dazu um mich von meiner Verlobten, Mutter meines Kindes zu trennen, mir radikal für elf Monate den Zugang zu ihr zu verwehren, den Aufenthaltsort zu verschweigen, sie derweil mit Gehirnwäschemethoden zu therapieren. Meine Verlobte wurde schlimmer unterdrückt, war damals rechtloser als eine Strafgefangene. So waren die Methoden Schweizer Behörden, um uns auseinander zu bringen und unser Kind zu rauben. Dies fand statt, als wäre die Schweiz eine Diktatur, ein Regime. Aber es gab keine (Medien-)Instanz, die Notiz nehmen wollte, einschließlich 'amnestiy international' oder Frauenrechtsorganisationen oder die Staatsanwaltschaft, die meine Strafanzeige ungeprüft niederschlug. Der politische Chef des Basler 'Sanitätswesens', der mit mir 1991 darüber sogar in seiner Wohnung sprach, gab sein Versprechen diesen unglaublichen Skandal aufzuklären, nichts geschah. Ich komme auf ihn unten beim Stichwort 'Zionismusjubiläum' zu sprechen. Es handelt sich um jenen Politiker, Remo Gysin, der 1997 den parlamentarischen Prozess für einen Schweizer UNO-Beitritt auf den Weg brachte. Diese Methodik setzte sich darin fort, dass mir als Vater – und auch der deutschen Großmutter - seither jeder Zugang zu dem Kind abgeschnitten, jedes Besuchs- und Umgangsrecht, auch von höheren Gerichten, verweigert wurde. Meine derart früh durch Heim und Trennung traumatisierte Tochter „Estrella“ musste vaterlos aufwachsen. Ihr wurde dabei ein Angst einflößendes Vaterimago aufoktroyiert, das sie bis heute nicht verwunden hat. Zugleich wurde der Freiheitswillen ihrer Mutter durch eine mehrjährige „Psychiatriekarriere“ gebrochen. Anna Siegwart musste sich demütig beugen und fügen, um unser Kind ab und an sehen zu dürfen. Obhut und Erziehungsrechte waren ihr amtlich entzogen. Parallel entstand für mich eine Verfolgungssituation in Basel, in der auch kein Anwalt, nicht mal jener, den mir der jüdische Rabbiner von Basel(Israel Levinger)aus seiner Gemeinde besorgt hatte, wagte mit entschiedenen Schritten das Recht wiederherzustellen. Man musste sich in krassester Weise an Kafka erinnert fühlen. Als Ausländer war ich einer Gesellschaft ausgeliefert, in der ohne alles Aufhebens auf mittelalterliche Weise Familienbande staatlicherseits aufgehoben wurden und es auch blieben, weil das Schweizer Bundesgericht und selbst der europäische Menschenrechtsgerichtshof Jahre später formale Gründe fanden, um sich vor einer Befassung zu drücken. Wohl auch, weil für mich kein kompetenter Anwalt klagte. Dass man in der Schweiz den drastischen Fall ähnlich zu vertuschen suchte wie in der BRD den Skandal um Christianes Adoption, war demnach nur folgerichtig und logisch. Jede nähere Befassung unerwünscht. Ich kann allerdings von konkreten Vermutungen ausgehen, wie es zu einer in diesem Kontext 1991 – 1997 verhängten Einreisesperre kam, die in Kraft trat, als einige Schweizer Journalisten sich für den Skandal interessierten, etwa von Seiten des 'Schweizer Beobachters' und der Fernsehredaktion der 'Rundschau'. Das Motiv erschien in der lapidaren Begründung: „Der Ausländer bietet keine Gewähr für l o y a l e s Verhalten“. So verklausuliert wurde die Freiheit von Literatur und Berichterstattung annähernd wie in einer Diktatur angegriffen. Denn zur letztgenannten Maßnahme der Schweizer Bundespolizei konnte ich aus einem amtlichen Schriftstück, das ich zufällig bei einer Einvernahme in der Statthalterei Arlesheim/ Kanton Baselland las, folgern, dass ein Buchexposé, welches ich zu der Affäre auf der Frankfurter Buchmesse verteilt hatte, über den darin genannten Diogenes-Verlag und den Schreibtisch des erwähnten Onkels zur Bundespolizei der Schweiz gelangt war, die dieses mit seinem kritischen Tenor als Begründung aufgriff, um die mangelnde „Loyalität“ (zum Schweizer System) festzustellen. Im übrigen fand es sich in der Kindschaftsakte bei der Vormundschaftsbehörde Binningen, was bewies, dass die dauernde Wegnahme unseres Kindes von der Mutter nichts anderes darstellte, als „Sippenhaft“ und soziale Vergeltung wegen „landesschädlichen Systemwiderstandes“ des ausländischen Vaters. (Letztere Episode vom März 1993 mit bizarren Features in Teil III, Kapitel 9.. auf S.468-471 in 'Swiss-Made Time!')

Das moderne Renommee der Schweiz zerstob zu Staub, nachdem meine Verlobte für immer geprägt, als „Invalide“ von der Rentenversicherung so eingestuft aus ihrer „Psychiatriekarriere“ hervorging. Was mit ihr zwischenzeitlich geschehen war, bezeichnet ein Verbrechen ihres „Menschenrechtsstaates“ … auf Grund von Hintergrundeinfluss aus Deutschland, über den ich bislang nur Vermutungen hegen kann. Wobei man sich übrigens vor Augen führen mag, ich war nie vorbestraft, weder in Deutschland noch in der Schweiz. Am Rande lernte ich, dass dennoch Aktenstücke aus Deutschland, die mich als „gefährlich“ darstellten, übermittelt wurden und sich auch in der Kindschaftsakte bei der Vormundschaftsbehörde befanden. Ich konnte sie jedoch nie einsehen, erfuhr nie etwas über die Quellen, die deutschen Absender. Meine 'Akteneinsichtsklage' endete vor dem Kantonsgericht. Ich konnte sie nicht bis vors Bundesgericht ziehen. Gerichtsgebühren, Anwaltskosten waren zu hoch.

Weitaus billiger war das emotional beruhigende Gefühl von Vergeltung erhältlich aus der Wirkung von Informationsprozessen, durch die Islamisten Impulse erhielten. Ich glaube, ich verlieh direkt aus dem deutsch-Schweizer Sumpf der Gemeinheiten Legitimation für hasserfüllte anti-westliche Greueltaten … selbst in Afghanistan. Solche Effekte kannte ich, die aus meiner Abstammung resultieren, durch die ich mit esoterischen islamischen Traditionen in Verbindung stehe, die angeblich längst untergegangene historische Elemente integrieren. Aufgefallen war mir schon 1988, wie unmittelbar dies von der Schweiz aus funktionierte, nachdem ich im Ethnologie-Seminar der Universität Bern einen heftigen akademischen Disput hatte mit der Afghanistan-Forscherin Iren von Moos. Fünf Monate später fand man sie in fünf Teile zerstückelt in einem Hotelzimmer von Peschawar;was mich melancholisch stimmte. Darum teilte ich ihr 1993 im Theatermanuskript zu einer anarchistischen Friedensaktion, 'Time is a swiss-made dream' ,eine Rolle zu, die ihr Andenken beleben mag, falls es aufgeführt wird. Interessant erscheint mir, dass sie beim Schweizer Afghanistan-Institut/'bibliotheca afghanica', Bubendorf/ Baselland Mitarbeiterin war. Es liegt zufälligerweise nur fünf Kilometer von jenem Kuhdorf Buckten, in dem meine Tochter in einem abgründigen Geist von einer chauvinistischen Pflegefamilie sozialisiert wurde. Dem stelle ich folgendes gegenüber: Im Februar 2001 traf ich in Hurghada auf Gesprächspartner, die durch befreundete Ex-Agenten des Algerischen Geheimdienstes, die 1997 während des Bürgerkrieges zu islamistischen Verbänden wechselten, über mich informiert waren. Sie tendierten Richtung Al-Qaida, nannten Ayman Al-Zawahiri und erwähnten die beabsichtigte Zerstörung der Bamiyan-Buddhas, UNESCO-Weltkulturerbe. - Ich darf gestehen, ich fand's verhältnismäßig angesichts meiner Erfahrungen mit unterdrückten Menschenrechts-Items im Elitebereich westeuropäischer Kultur. (Die Großtante meiner Tochter führte einst die bekannteste Kunstgalerie von Zürich, ihr Großonkel wie erwähnt den Diogenes-Verlag, Ein weiterer Großonkel war Schweizer Diplomat. Ihr Patenonkel war seit 1998 Vizepräsident der Züricher ETH. Den katholischen Benziger-Verlag ihres Urgroßvaters gibt es noch heute. Ihr Ur-Urgroßvater Konstantin Siegwart wurde zum Jubiläum des 'Sonderbundskrieges' von 1847/48 als Hauptgestalt Schweizer Politik und Protegé der verhassten Jesuiten erwähnt. - So entstand Angemessenheit mit Blick auf den Untergang von Weltkulturerbe. … Sabine, eine Freundin, saß bei jener Unterhaltung in einem ägyptischen Fischlokal dabei, verstand nichts von diesem Meinungsaustausch. Durch Symbole ließ sich dabei weit mehr noch erörtern. Ich führte ein wichtiges mit mir, die Vorlage zum inzwischen im Buchhandel erhältlichen Coverbild von 'Swiss-Made Time!'-Roman, in dem ich weit mehr erwähne, vor allem Motivationen, und den Stoff vorführe, aus dem manche Symbole entstanden, die in gläubigen islamischen Sphären ernst genommen wurden, als seien sie von Allah gesandte Zeichen. Die Liste der aufgeführten Ereignisse ist nicht mal komplett. Ich beleuchte Geschehnisse kritisch-distanziert allein auf Medien garantierter Faktenbasis.)

Natürlich faszinierte mich der Z u f a l l , dass jene, die die Buddhas vor 2001 zu retten versuchten und seit 2002 in internationalen UNO-Netzwerken einen wesentlichen Beitrag zur Rekonstruktion der gesprengten Monumente leisteten, derart in lokaler Nähe zur einer Quelle legitimierender Inspiration arbeiteten, die u.U. mit beigetragen hat zum Untergang ihrer Bamian-Buddha-Statuen' 2001 durch die Taliban. Das ist allerdings nur ein Punkt unter vielen, der es vielleicht erleichtert (para-)psychologische Impulse nachzuvollziehen, die aus den hier bezeichneten Kinderrechtsverletzungen motivationsfördernd in islamische Jihad-Sphären hinein wirk-t-en.

 

Da es niemals so weit gekommen wäre ohne diskrete deutsche Verfolgung, die Christianes Adoptionsaffäre bis in die Schweiz hineintrug, muss diese Synopsis jene Thematik berühren, die die Briefüberschrift apostrophiert, „ein Kindesraub durch den Staat, kann e r n e u t islamischen Terrorismus beeinflussen! - Von Querbeziehungen zur ehemaligen RAF bis hin zu ideeller Einflussnahme auf die Al-Qaida-Täter von Harburg.“

Gab es diese tatsächlich? Solche Schlagwörter vermitteln, falls ernst genommen, einen gewaltbereiten, rachsüchtigen Eindruck, lassen an gefährlichen Fanatismus denken oder an übersteigerte Geltungssucht. Mitnichten! Um den mittelbaren Folgen gerecht zu werden müssen noch schlimmere Phänomene erwähnt werden. Weshalb ich persönliche Haltung, Perspektiven, Involvements und daraus hervor gehende Inspirationen kurz skizzieren sollte. Aus historischer Sicht beziehe ich mich nämlich nur auf Marginalien mit Symbolgehalt, wenn man es aus dem Blickwinkel der Milliarden Schicksale der 3. Welt sieht unter Berücksichtigung der Millionen Opfer imperialistischer und postkolonialer Einmischungen seit 1945. Indem auch Terrorismus provoziert wurde, könnte dieser somit als bloß kollaterale Erscheinung gelten. Hervorgegangen u.a. auch aus dem virtuellen Charakter der Situation eines Mannes, der nicht zum Superhelden geboren ähnliche Interventionen in sein Familienleben erlebte, wie sie moderne „Kulturidole“, die Leitfiguren von US-Thrillern, gewöhnlich zu „Kriegern“ werden lassen und zu brutalen Filmkämpfen herausfordern.Wobei sie nebenbei meist die Welt retten, ehe diese „Helden“ ein familiäres Happyend feiern dürfen. (Ein Prototyp unter den Leinwandereignissen und Buchthrillern dieser Machart war 2013 Roland Emmerichs Film 'White House Down'. In diesem Genre würde ich den anfangs unsichtbaren dämonischen Intriganten verkörpern, der aus Verbitterung wegen ihm geschehenen Unrechts durch maßlose Rache die ganze Welt in Mitleidenschaft zu ziehen droht.)

Meine Ausgangspunkte für sich ergebenden Involvements, die keinen Vergleich zulassen zur eventuellen Inspiration von Attentaten durch die Mutter von Christiane, waren zeithistorische Prozesse, die ich kurz streifen will. Z.B. wäre zu nennen mein Engagement für einen Nahostfriedensprozess. Es gewann 1982 in Bonn Bedeutung während der Juni-Invasion des Libanons durch die israelische Armee und der sechswöchigen Belagerung der PLO in Westbeirut. Ich war öfters zu Gast in der damaligen PLO-Vertretung, wo deren deutsche Sekretärin, Frau Doris Pass-Weingarts, mitwirkte. Sie wurde später grüne Vizebürgermeisterin von Bonn. Wir organisierten mit Studenten- und Friedensverbänden, dem Bonner KV der DIE GRÜNEN, Gewerkschaftsvertretern usw. Veranstaltungen, Solidaritätsdemonstrationen, Pressekonferenzen mit u.a. Alice Schwarzer, Erich Fried. Ein Friedenskonzept mit Kompromissformeln, das ich von Seiten der Grünen formulierte, wurde von jenen PLO-Diplomaten dankbar gebilligt, erreichte auch die Israelische Botschaft. Wozu ich erwähnen darf: Darin definierte Vorstellungen bildeten sich später im Friedensvertrag ab, den Arafat, Rabin und Präsident Clinton nach den 'Oslo-Gesprächen' 1993 in Washington unterzeichneten. Zuvor erreichte mich in Jahr 1986 von Seiten des heutigen israelischen Präsidenten Shimon Perez eine Bestätigung derregierungsamtlichen Wahrnehmung der Adoptionsaffäre von Christiane, die ich als „staatlichen Antisemitismus“ in einem Brief angeprangert hatte. (Das von seinem Kabinettchef unterzeichnete Dokument wird als Faksimilé abgebildet im Anhang zu 'Swiss-Made Time!' neben weiteren Schriftstücken, die die Authentizität politischer Inhalte belegen.)

In diesem Buch berichte ich von einem langen Gespräch am 20.12.1988 in der Berner Israelischen Botschaft, das einem Vorschlag folgend arrangiert wurde, der in jenem Brief zum Ausdruck kam. Kurz nach der Ausrufung eines palästinensischen Staates am 15.11.1988 in Algier durch die PLO, die von Israel als Terrororganisation verfolgt wurde, kam dem Konzept von 1982 neue Bedeutung zu. Welche Kontraste die allgemeine Atmosphäre bestimmten, lässt sich ahnen mit Blick auf die Koinzidenz mit dem Bombenattentat gegen einen US-amerikanischen 747-Jet, bei dem am 21.12.1988 in Lockerbie/Scottland 270 Menschen umkamen. Im Roman erzähle ich mit Bezug darauf von meinem parallelen Gedankenaustausch als Sohne eines algerischen Diplomaten mit libyschen Botschaftspersonal in den Monaten zuvor. Wobei sicher ist, dass von deren Seite aus Kontakte zu den Attentätern bestanden, die bekanntermaßen dem libyschen Geheimdienst angehörten. Folglich trat dieser Zufall möglicherweise nicht völlig zufällig ein, was in 'Swiss-Made Time!' erwogen wird. Geheimdienstaktivitäten in der Schweiz muss ich ja nicht kommentieren, aber ich sollte vielleicht erwähnen, dass nicht das Nazi-Rassengutachten von 1943 gegen meine deutsche Familie an jenem 20. Dezember eine Brücke zur israelischen Politik schlug, sondern die Tatsache, dass eine jüdische Privatbank in Zürich im Teilbesitz von H.-Verwandten in den 60-er Jahren am Aufbau der Börse von Tel Aviv und der Finanzierung der israelischen Nuklearforschungsanlagen in Dimona beteiligt war, wo man heutzutage auch Atomsprengköpfe produziert. … Mein Friedensengagement für Nahost gewann 1991 wiederum an Bedeutung, als ich in Kontakt mit dem Rabbiner von Basel Israel Levinger stand, der wie erwähnt Rechtshilfe im Basler Fall von Christianes Halbschwester zu vermitteln suchte. Mein Friedensvorschlag von 1982 erfuhr überraschend seine Unterstützung und gewann so von religiöser Seite Legitimation. Herr Levinger galt als hoch geachteter Zionist, als Vertreter des Judentums an der Geburtsstätte Israels. Er begriff sich in der Nachfolge von Theodor Herzl, der Ende August 1897 auf dem 1. Zionistischen Weltkongress in Basel den neuen israelischen Staat ausgerufen und dort bei vier weiteren Zionistenkongressen das heutige Israels staatspolitisch definiert hat. Seine Anerkennung meines Plans und damit auch eine gewisse Mentalitätsänderung im Schweizer Judentum hat spirituell dazu beigetragen, dass die Madrider Nahostkonferenz von 1991 und die folgenden 'Oslo-Gespräche' zu einem greifbaren Erfolg führten. Seine mir gewährte Hilfestellung hat allerdings weder zu Veröffentlichungen noch zur Aufhebung der bedrückenden Situation meiner Töchter beizutragen vermocht. Einen neuen Hoffnungsschimmer Aufmerksamkeit für deren Schicksale zu gewinnen, sah ich erst sechs Jahre darauf, als im Sommer 1997 die Weltöffentlichkeit auf Basel blickte, wo das 100-Jahre Jubiläum des Weltzionismus und der Proklamation des jüdischen Staateszelebriert wurde.

In der letzten Augustwoche bis zum Staatsakt am 31.08.1997 war Basel besetzt von Schweizer Sicherheitskräften, die Terroranschläge verhindern sollten. Gleichwohl nahm ich mir vor als Einzeltäter eine „Bombe zur Explosion zu bringen“, die die angereisten Jubiläumstouristen ins Herz treffen sollte. Ich konnte einfach nicht anders, es sollte nach den Misserfolgen die Fälle meiner Töchter zu veröffentlichen, weil auch die Schweizer Medien mit Rücksicht auf 'Estrellas' Verwandtschaft keine Notiz nahmen, nun die Chance für einen Eklat genutzt werden. Die öffentliche Bigotterie war nicht mehr aushaltbar, insbesondere seit die US-Regierung die Schweiz dazu zwang, sich in einer Kampagne von ihrer heimlichen Mittäterschaft bei Naziunrecht und Judenverfolgung zu distanzieren. 1995 – 2000 stand dies als 'Schweizer Bankenskandal'' im Vordergrund. Da Schweizer Finanzmacht angegriffen war, forcierte man endlich Recherchen nach unterschlagenen jüdischen Konti von Holocaustopfern und ihren Erben, die seit 1945 enteignet worden waren. Großangelegte Geschichtsforschungs- und Werbeaktionen für traditionelle Schweizer Ehrlichkeit sollten das peinliche historische Kapitel aus der Welt schaffen. Einige scheinheilige „Mea-Culpa-Veranstaltungen“, die eine honorige Reputation der Banken wiederherstellen sollten, habe ich in 'Swiss-Made Time!' ironisch beschrieben und mit Zynismus kommentiert. - Bei einer der Eröffnung dieser Kampagne von Seiten der Regierung und der Bankiersvereinigung saß auch Ihr vormaliger Universitätskollege, Herr Professor Vosskuhle, der Erforscher des Nationalsozialismus Professor Ulrich Herbert mit auf dem Podium. Jedoch schon seine Anwesenheit begünstigte die zweifelhafte Rechtfertigungsstrategie der Schweizer Banken, die noch bis 2000 in New York vor Gericht standen. … Sie erübrigten schließlich Milliarden für Entschädigungen, von denen 2006 sogar US-Nachfahren einer Schwester meines Großvaters profitierten. Auch die „Task-Force“ unter dem anwesenden „Sonderbotschafter“ T. Borer, nachmals Schweizer Botschafter in Berlin, bewies, wie sehr die Anklagen der Schweiz durch den Jüdischen Weltkongress der Nation unter die Haut gingen. Es gab erstmalig eine Teil-Aufhebung des heiligen Bankgeheimnis zugunsten der Kommission des Ex-Notenbankpräsidenten der USA, Paul Volker. Zu diesem Begleitspektakel zu den 100-Jahrfeierlichkeiten des Zionismus addierte sich, dass ein populärer Bankier, Hans-Julius Bär, beteiligt war. Im April 1996 hatte er beim ersten von zahllosen Hearings des US-Kongress zu diesem historischen Skandal die Schweizer Banken repräsentiert. Seither hatte ich an ihn einen Brief gesandt zu dem Unrecht, das meiner Schweizer Tochter widerfuhr, die durch mich jüdischer Abstammung ist. Er hatte persönlich geantwortet, aber aus seiner „Machtfülle“ als einer der reichsten Männer der Schweiz kein Engagement erübrigt, um das Kind rechtlich zu vertreten, es aus einer schandbaren Haft in einer Pflegefamilie zu befreien und seiner Mutter zurückzuerstatten. Es handelt sich bei den 'Bärs' voila um eine Familie, die in der „Liga der Milliardäre“ mitspielt. Sein Bruder wurde im gleichen April 1996 Verwaltungsratschef der im Familienbesitz befindlichen Julius-Bär-Bank.

Z u f ä l l i g ist dieser Bruder, der nun für einige Jahre der einflussreichsten Privatbank der Schweiz vorstand, durch seine Gattin Tante meiner Ex-Verlobten, quasi ein Großonkel meiner Tochter. Während dessen war der von solcher Position ausstrahlende Clangeist dafür verantwortlich, dass niemand es wagte etwas über die Unterdrückung beider Halbschwestern zu publizieren. Dieser Zusammenhang augmentierte meinen „pharaonischen Zorn“: Ein Terminus, der mir gesprächsweise im Sommer 1986 vom Ägyptologen Jan Assmann erklärt wurde, als wir beim 600-Jahre Jubiläum der Heidelberger Universität mit einem Glas Wein anstießen. Z u f ä l l i g studierte ich dort ausgerechnet in dem Semester Archäologie, in dem die älteste deutsche Universität gefeiert wurde. Mein Urgroßvater, Friedrich von Duhn, hatte als Professor das 500-Jahre Jubiläum dieser Universität mit-veranstaltet. Die von ihm geförderte Antikensammlung der Universität befindet sich direkt neben der reichhaltigen Sammlung der Ägyptologen, deren Dekan Assman war.

Wie man verstehen mag, der angedeutete Kontext barg Sprengstoff für das 'Zionismusjubiläum', was mich zu Reaktionen herausforderte. Vor allem weil man sich allzu penetrant die Maske scheinbarer Humanität vors Gesicht hielt und angebliche Reue für Nazi-Kollaboration mit blasphemischen Krokodilstränen fürs Ausland aufführte. Ständig wurde in larmoyanter Facon an das Schicksal verfolgter Judenfamilien erinnerte, während mein Kind - jüdischer Abstammung - wie in Haft bei fremden Menschen ohne jeden Kontakt zum Vater aufwachsen musste, nachdem schon die Halbschwester von den Deutschen ähnlich fatal und rechtswidrig von ihren Eltern getrennt worden war. Doch Medienzensur für solche Menschenrechtsfälle - im eigenen „nationalen Garten“ - funktionierte bisher geräuschlos und effektiv. Als ich somit “Sprengstoff für die apostrophierte Bombe“ mischte, standen diese Items im Vordergrund. Wobei die zum Verständnis der Sachlage notwendigen Erklärungen zwei eng bedruckte A4-Seiten füllten. Das Resumée des entstandenen Flyer lief auf die strafbare … ? Aufforderung hinaus ein Augenmerk auf die darin erwähnten Kinder- und Menschenrechtsverletzungen zu richten. Strafbar? Eine solche Frage bleibt zu stellen, denn vonoffizieller Seite wurde das Flugblatt während der Basler Jubiläumswoche als ungeheuerliche Provokation behandelt. Obwohl ich mich damit in zahmen Ton an das Publikum richtete, verhaftete man mich zweimal, als gälte es einen Terroristen. Ein Großteil der Auflage wurde im Stadt-Casino, dem Gründungslokal Israels, beschlagnahmt. Im üblichen Stil der Unterdrückung unerwünschter Öffentlichkeitfolgte am 12.12.1997 eine gerichtlich verhängte Geldbuße. Dennoch bestand ich in jenen Tagen darauf, das Blatt, das niemanden bedrohte, auf Basler Straßen zu verteilen. Das wurde mir erst am Vorabend des Staatsakts vom 31.8. zugebilligt, als ich mit dem Kommandeur der 5000 Militärs, die die Stadt überwachten, telefonierte. Die selbstverständliche Freiheit der Meinungsäußerung wollte sonst niemand auch nur ansatzweise garantieren. Und deren manifeste Unterdrückung war jenen Medien, die ich informierte, sowieso keine Nachricht wert. Selbst der oben erwähnte sozialistische Politiker, Remo Gysin, der Juni 1997 die Parlamentsinitiative für einen Vollbeitritt der Schweiz in die UNO lancierte , er hatte mir zwei Monate zuvor ein ausführliches Presseinterview dazu gewährt, wollte sich nicht einschalten. Er und andere Politiker verhielten sich abweisend. Besonders kritisch war für mein Empfinden die Vogelstraußhaltung jüdischer Organisationen und Repräsentanten, die meine Verhaftungen miterlebten oder davon erfuhren. Keiner befasste sich mit dem Vorfall. Ein moralisches Urteil folgte auch daraus, dass keiner der Jubiläumsgäste - Israelis, Schweizer, Journalisten der Weltmedien - von den Inhalten des Flyers Notiz nahm. Niemand wollte sich über mein Anliegen informieren. Dieses Armutszeugnis für das Gewissen der jüdischen Welt und einer Gesellschaft, die simultan die Opfer des Holocausts ostentativ beklagte, verursachte aus spirituellen und religiösen Geistesbezirken extrem negative Impulse, wahrlich noch nie diskutierte Auswirkungen, die nach Basel-97 einsetzten. Was endlich auch zur weiteren Ausbreitung des muslimischen Jihad beitrug, wozu ich von da an ungewollt Beiträge leistete, die ich gerne erkläre. Die Ehre meiner Familie, die Prinzipien der Menschenwürde, der Menschenrechte geboten nämlich hilflosen individuellen Proteste einzustellen. Bald schien es genauso gut oder schlecht völlig indirekt und rein spirituell aus meinem islamischen Erbe heraus blinde Gewalt zu inspirieren, statt weiterhin brüskierende Heuchelei in der Öffentlichkeit zu ertragen, bei der man über so unbedeutende Sujets wie faschistische Sippenhaft für Babys stillschweigend und leichten Herzens hinwegsetzt. So lässt sich der seither ziemlich bewusst ausgelöste Trend an nahöstlicher Zeitgeschichte ablesen. Man wird erkennen, dass es nur allzu bald eine Zäsur bei nahöstlicher Friedenspolitik gab, stattdessen nahmen Anschläge und alle Formen des palästinensischen Protests wieder zu. Dazu mag man in Betracht ziehen, dass mein „Vaterland“ Algerien in Hinsicht auf Terrorismus und militante Gewalt reichhaltige aktuelle Erfahrungen besaß und inoffiziell an dieser Tendenz partizipierte. Nicht von Regierungsseite! Der Bürgerkrieg mit Islamisten war dort noch voll im Gang.

Das Zionismus-Jubiläum markiert somit das Einsetzen eines Trends, der sehr schnell zur 2. Intifada führte und den Abbruch des Nahostfriedensprozess verursachte.

Das hatten die Organisatoren des Basler Jubiläums ganz sicher nicht beabsichtigt, als sie im Rahmenprogramm eine Veranstaltung mit vier maßgeblichen Verhandlungsführern bei den 1992-er Oslo-Gesprächen, je zwei namhafte israelische und palästinensische Politiker (darunter der künftige Justizminister Israels, Josi Beilin, sowie Feisal Husseini) planten. Diese demonstrierten am 7.8.1997 im SWISSAIR-Hotel bei der Basler Messe Friedensbegeisterung und immense Hoffnungen, die sich an die Ausgestaltung eines friedlichen Zusammenlebens beider Völker knüpften. Doch solchen Optimismus beeinträchtigte atmosphärisch schon mein öffentlich überreichtes Schreiben zur ambivalenten Haltung derSchweizer als „Gründungspaten Israels“. Nebenbei nahm ich wahr, dass dieses Event von arabischen und iranischen Diplomaten kritisch beobachtet wurde. Den anwesenden iranischen Kulturattaché kannte ich von mehreren Besuchen in der iranischen Botschaft in Bern. Man interessierte sich da für die Modelle der von mir kolportierten „Nicht ohne meiner Tochter!“-Affären, seit ab 1990 die islamische Realität im Iran durch Hollywood und US-Medien unter diesem Titel durch den Kakao gezogen wurde. Der schiitische Islam, den ich durch ihn kennen lernte, erschloss übrigens ein sensibleres Verständnis, als man annehmen mag, machte aufmerksam auf esoterische Quellen, die in die Urgeschichte des Islam und die Epoche der Kreuzzüge zurückreichen. An jenem Abend traf ich zugleich auf algerische Geheimdienstleute, deren einen ich seit 1977 kannte. Es hatte keinen Kontakt gegeben, seit von einigen unter ihnen im Bürgerkrieg gegen die Islamische Heilsfront (FIS), der von 1992 bis 1998 tobte und 150.000 Menschenleben forderte, eine zweifelhafte Begünstigung beidseitiger Gewalt erfolgt war, um Karriereziele zu verfolgen. Jetzt unterhielten wir uns angelegentlich, obwohl mich eine algerische Freundin aus dem diplomatischen Milieu vor solchen Kontakten gewarnt hatte. Womit eine Motivationsgeschichte begann, die bis zu den 9/11-Vorbereitungen und zur heutigen Etablierung von 'AlQaida im Magreb' reicht. Aus solcher Perspektive nie recherchiert!Aus meiner Sicht kann ich feststellen, dass ich von dieser Seite drei Wochen später Aufmerksamkeit erfuhr wegen meiner Verhaftungen als Flugblattverteiler. Ohne auf die Inhalte des Flyers zu achten wurde diese Aktivität in der Jubiläumswoche, die bis Sonntag, 31.8. reichte, von islamischen Beobachtern mit ihrem Groll gegen den Zionismus als 'verdienstvoller Widerstandsakt im Geiste des Propheten' eingestuft; in diesem Sinn auch an meinen islamischen Vater berichtet. Ein unverdienter Märtyrer-Nimbus kam mir zu, weil ich als Einziger mit meiner Flugblattaktion im Jubiläumskongress-Casino demonstriert hatte und dabei Repressionen erfuhr. „Kleiner Anlass“ - doch es entwickelte sich eine Kette weit reichender Konsequenzen, nachdem ich von nun an im lockeren Gesprächskontakt mit den erwähnten Algeriern blieb, ohne im übrigen deren Klarnamen zu kennen, nur vermutliche Decknamen. Es ließ sich bald annehmen, dass einige aus dem erwähnten algerischen Umfeld – kaum kontrolliert von der Regierung - mit Al-Qaida kollaborierten. Ein eindringliches Signal, welches in diese Richtung weist und übrigens die von AlQaida stets bevorzugten Synchronisierungseffekte bezeugt, lag schließlich vor, als am Jahrestag der Veranstaltung im Swissair-Hotel, am 7.8.1998, die AlQaida-Anschläge gegen die US-Botschaften in Dar-es-Salam und Nairobi erfolgten. Das Datum war anscheinend kein Zufall. Es gab zudem weitere bedeutungsvolle Terrorismusereignisse. Eines rief ich mit hervor, als ich mit islamischen Medienleuten, zugleich Agenten, über meine Backgroundeinsicht in jenen Zufall sprach, der den Zionismus-Staatsakt von Basel mit dem am Morgen des gleichen Tages erfolgten Unfalltod von Prinzessin Diana transzendental synchronisiert hat. Die westliche Medienwelt war seither von Basel abgelenkt. Jedoch solche Leute beachteten es, als ich herausfand, dass eine metaphysische Verbindung bestand zum Auto-Unfalltod der belgischen Königin Astrid, ebenfalls an einem Jahrestag der Herzl-Proklamation, an den Ufern des Vierwaldstätter-Sees im Jahr 1935. Sie war die junge Mutter der späteren Könige Bauduin und Albert II.. Meine Gesprächspartner verstanden, was westliche Journalisten nicht mal in Ruhe anhören wollten, nämlich dass sich von jenem Vorkriegstag eine symbolische Beziehung zu meiner siebenjährigen Tochter 'Estrella' erstreckte, die man amtlich zum Leben in einer Basler Pflegefamilie und zum strickten Verzicht auf Vater- und Großeltern-Beziehungen zwang. Ihr mütterlicher Urgroßvater war in jener Epoche zwanzig Jahre hindurch führender Politiker und Regierungsrat bzw. 'Ammann' des Kantons Schwyz, wo der damals genauso sensationelle Unfall der Königin stattfand. In seiner politischen Rolle war er wesentlich an den Trauerveranstaltungen und an der Errichtung der 'Königin-Astrid-Gedenkkapelle' am Seeufer beteiligt. Zudem war's mehr als Zufall, dass meine Tochter den 3. Vornamen 'Astrid' trägt. „Masch'allah“, das erschien als „Zeichen Allahs“! Diese Evidenz brachte sogar Islamisten dazu in europäische Vorkriegsgeschichte zu blicken. Da der ägyptische AlQaida-Ableger das globale Medienereignis des Unfalltodes von Diana und dem Ägypter 'Dodi' für seine Propaganda nutzen wollte, nahm man möglicherweise bewusst Bezug auf meine historische Information. Am Datum des 93. Geburtstags der einstigen Prinzessin von Schweden, Königin Astrids, erlitten am 17.11.1997 siebenundfünfzig Touristenim Totentempel der Pharaonin Hatschepsut im Der-el-Bahri den Tod bei einem furchtbaren AlQaida-Anschlag gegen Touristen -darunter 46 Schweizer. Nie seit 150 Jahren hatten so viele Schweizer einen gewaltsamen Tod bei einem einzigen Anlass gefunden. Was sich so interpretieren ließ, als bestimme eine metaphysische Kraft, das triste Schicksal meiner Tochter solle an ihrem hartherzigen Volk gerächt werden. Ähnlich ließ sich bald darauf auch der Autounfalltod im März 1998 jenes Basler Polizeikommandanten (Reginald Petzold) als „Zeichen Allahs“ interpretieren, der mir widerstrebend am 30.08.1997 Toleranz bei der Wiederaufnahme meiner Flugblattaktion zugesichert hatte. Er versprach mir später in einem Brief vom Oktober 1997 die polizeiinterne Untersuchung meiner Verhaftungen beim Zionismusjubiläum. Doch beim Gerichtstermin im Dezember 1997 war nichts erfolgt, er hatte sein Versprechen nicht gehalten. Merkwürdigerweise starb er im Dienst in ähnlicher Weise wie Prinzessin Diana, als sein Wagen aus unerfindlichen Gründen auf der internationalen Flughafenstraße mit stark erhöhter Geschwindigkeit gegen den Betonpfeiler einer Brücke krachte. (Der Evaluation solchen Kontext mit vielen weiteren periphären Items gilt Teil II von 'Swiss-Made Time!'. Dort werden darauf bezogen reale Fakten/Zeitgeschehen aus subjektiver Perspektive heraus dargestellt.)

 

Auch weiterhin schienen „Zeichen Allahs“ beide Fälle zu begleiten, nachdem mir 1997/98 der erwähnte algerische Agent erstmals Informationen über Leben und Verbleib meiner deutschen Tochter Christiane verschafft hatte, die man, wie er angab, schon geraume Zeit auf Veranlassung meines Vaters beobachtete. Sie lebte seit 1991 in Harburg bei Hamburg. Am Tag nach ihrem 18. Geburtstag, an dem sie in melancholischer Stimmung kreuz und quer mit der Bahn südlich Hamburg umherfuhr, kam es erneut zu einem Event mit symbolischer Aussagekraft. Auf ihrer Strecke vom Vortag ereignete sich der ICE-Unfall von Eschede bei Lüneburg vom 3.6.1998 mit 101 Toten. Christiane besaß da schon Nachrichten von mir, doch erstmals trafen wir uns Ende Juni 1998. Drei Jahre darauf, am 2. Juni 2001, begegnete sie auch ihrer Halbschwester. Was deren Mutterland, die Schweiz, anging, so hatte der 'Swissair-Crash' vom 2. September 1998, der 230 Menschenleben forderte, ein Jahr und zwei Tage nach dem Schlussakt des Basler Zionismusjubiläums, ebenfallsein transzendentales Symbol generiert. Das Ereignis, praktisch am 1. Todestag Dianas, barg potenziell die Möglichkeit – jedenfalls für islamische Gläubige – es so zu interpretieren. Übrigens hatte ich mit Zornesblick auf 'Estrellas' kleinkindliches Schicksal schon 1993 in einer 111 Seiten umfassenden mystischen Novelle unter Erwähnung islamischer Esoterik den künftigen Crash eines Schweizer Jets vorhergesagt. Sie wurde leider von keinem Verlag beachtet.

Hier erwähne ich solche Zufälle nicht um die Gebäude westlicher Rationalität zu erschüttern, sondern um begreiflich zu machen, dass bizarre, esoterisch interpretierbare Synchronisationen meine Bekannten aus dem islamischen Underground zur Ansicht brachten, an beide Fälle meiner Töchter würde sich eine mystische von Allah bezeichnete Bedeutung heften. Diese Aura schuf in ihren Augen zusätzliche Legitimation für den allgemeinen Jihad. Daher ließ sich nach und nach annehmen, dass sie derartige Konstellationen verwandten, von denen ich nur einen Teil in 'Swiss-Made Time!' erläutere, um Autorität zu stärken, die nahe legt dem Weg des sich für Allah aufopfernden ''Shahids' zu folgen. 2001 nach einem Aufenthalten im Libanon (s.u.) erfuhr ich, solche Items hätten psychologische Impulse generiert, die neben den fernen Befehlen Osama Bin-Ladens auf AlQaida einwirkten. Gerade die AlQaida-Zelle von Harburg sei vor ihrem „Märtyrertum“ am 11.09. durch die Kreise des erwähnten algerischen Ex-Agenten, denen auch Marokkaner zugehörten, mit logistischer Unterstützung versorgt und beeinflusst worden. Dabei habe man unter Berücksichtigung obiger Erwägungen mit zynischem Humor dafür gesorgt, dass deren konspirative Wohnung in derMarienstraße von Harburg und nicht im viel anonymeren Hamburg angemietet wurde. Die Aura erhaltener „Zeichen Allahs“ sei ausgenutzt worden die Entschlossenheit der künftigen Attentäter aufrecht zu erhalten. Ich kann's nicht beurteilen, aber allgemein bekannt ist ja, dass die 9/11-Täter an göttliche Hinweise glaubten, wodurch innere Zweifel vermindert wurden. Obwohl ich kritisch und pazifistisch eingestellt bin und höchstens literarische Phantasien produziere (ein Beispielszenario in Teil I, Kapitel 19 von 'Swiss-Made Time!': „Commandante Dennis im Real-Supermarkt der Ideen“) wirkte bei solchen Einflüssen, soweit sie algerischen Ursprungs waren, im Background die islamische Spiritualität meines Vaters, der im Laufe der verstreichenden Zeit dezidiert seine Enkelinnen rächen wollte. Er ließ sich jahrelang vom Geheimdienst seines Landes über sie informieren.

Kurz nach 9/11 kam es bei diversen Anlässen zu weiteren Manifestationen metaphysischer Wirkungsmuster. Ein Ereignisse schien von mir gestaltete Impulse abzubilden. Darüber schreibe ich in 'Swiss-Made Time!', Teil III, S.609 – 620. Diese Fakten reiche, trotzdem subjektiv-literarisch gehaltenen Passage beleuchtet das beispiellose Massaker im Parlament des Schweizer Kantons Zug am 28.9.2001, bei dem die Elite der Kantonsregierung von einem „Irren“ erschossen wurde, ~15 Tote. Es fand statt, als spiegele es einen dämonischen Vorschlag, den ich am 16. Dezember 1999 auf einem Flyer veröffentlicht hatte. (Sein Text wird im Wortlaut abgedruckt, s.o..) Er kam bei einer Podiumsdiskussion in der Freiburger Universität zur Verteilung und wurde trotz meines sadistischen Aufrufs zum politischen Massenmord von anwesenden Polizisten, die dort gegen Protestierer einschritten, überhaupt nicht beachtet. Er mag hingegen unterbewusste Emotionsschichten des Züricher Kommunikationswissenschaftlers Kurt Imhof angeregt haben, der das Papier mitnahm. Er vertrat bei dieser Debatte Schweizer Weltsichten. Mein Text brachte in einem surrealistischen Punkstil die satirische Aufforderung zu einem Parlamentsmassaker - vorzugsweise bei einer Plenarsitzung des Europäischen Parlaments. Zum Exekutor bestellte ich darin den an jenem Abend mit-diskutierenden Ex-Revolutionär von 1968, Daniel Cohn-Bendit, an den das Blatt gerichtet war. Wir kennen uns seit 1969. Der Sprachduktus entlarvt das Projekt allerdings als grotesken Kino- oder Theatereinfall in etwa gemäß einer Wilhelm-Tell-Tendenz meines seit 1993 vielen deutschen Bühnen angebotenen Theatertextes 'Time is a Swiss-Made Dream': Das Stück sieht ein multimediales Bühnengeschehen mit Geiselnahmen, Schießereien, Belagerung eines Fernsehcenters, Militärintervention, Giftgaseinsatz ... usw. vor.

Ein weiteres absurdes post-9/11-Signal lief mit einem Brief ein, der als Antwort des Chefs der Deutschen Bank, Rolf Breuer, in Hinblick auf ein Investmentfonds-Proposal bei mir eintraf. (Als Faksimile im 'Swiss-Made Time!'-Roman auf S.690) Ich hatte angeregt, die Deutsche Bank möge einen Fonds auflegen, der in die Erforschung von Hintergründen, Sicherheitsgefahren usw. durch AlQaida und Moslem-Jihad investiert, um dabei gesammelte Informationen ähnlich zu vermarkten wie manche US-Forschungsinstitute, die gute Profite mit derartigen Untersuchungen erzielen. Dass Herr Breuer eine persönliche Antwort sandte, ergab nun ein surrealistisches Paradoxon mit Rücksicht darauf, dass meine Ex-Frau, Mutter unserer Tochter Christiane, 1989 am Bad Homburger Mordanschlag auf seinen Vorgänger Herrhausen periphär beteiligt war. Zufällig gab es am 8. Oktober 2001, Datum seines Briefes, auch ein schweres Flugzeugunglück auf dem Mailänder Flughafen, welches der oben apostrophierten Interpretation von „Allahs Zeichen“ neue Nahrung gab.

Wie ich nach 9/11 schiitische ABC-Waffen-Ambitionen ungewollt bestärkte:

Inzwischen sollte ich in den Libanon reisen. Am frühen Morgen des 10.11.2001 traf ich in Beirut ein, und zwei Tage darauf nahm ich Kontakt mit jungen Hisbollah-Mitgliedern auf, die nach den Angriffen des 11.9. von einer pan-islamischen Euphorie getragen neugierig waren mehr über die Umstände der ausgerechnet in Deutschlanderfolgten Vorbereitung der 9/11-Flugzeug-Attentate zu erfahren. Auch wenn es offizielle Beileidsbekundungen in der muslimischen Welt gab, so herrschte doch überall versteckte Befriedigung darüber, dass die USA in ihr ökonomisches Herz getroffen worden waren. Meine Aufgabe bestand darin Informationen über Konstellationen zu vermitteln, die diesem Jihad unbekannterweise (transzendentale Dimensionen hinzufügten und) Beistand leisteten. Intellektuelle aus der Anhängerschaft der Hisbollah und religiöse Scheichs zeigten sich nun verblüfft, als mit unheimlicher Synchronizität nur zwei Stunden nach meinem ersten Kontakt mit jenen jungen Hisbollah-Anhängern ein erneuter Flugzeugcrash in New York ein bedeutsames Symbol schuf. An jenem 12.11.2001 stürzte ein Airbus A 300 der American Airlines in den Stadtteil Queens, 266 Opfer. Die davon evozierte Stimmung erleichterte es mir mit führenden Leuten zu reden und die Zusage für ein Presseinterview mit einem der Gründerväter der Hisbollah, Abdallah Kassir, in der folgenden Woche zu erhalten. Es ging mir um ein Hintergrundgespräch und Gedankenaustausch unter Berücksichtigung meiner politischen Erfahrungen. Essentielle Fragen standen im Raum, wie die, ob die mit Iran eng verbündete Hisbollah jemals einen nahöstlichen Friedensprozess tolerieren würden? Wie eng gestalteten sich die Beziehungen zu radikalen Palästinensern, zu Strukturen des islamischen Jihad, der AlQaida? Wie weit würde man sich mit ihnen verbünden? Gab es noch das erklärte Ziel Israels Existenz zu gefährden, es auszulöschen? Als unbekannter Journalist ohne professionellen Background wäre ich allerdings unmöglich im Parlamentsbüro des Chefs der Hisbollah-Fraktion empfangen worden. Es lag vielmehr an dem für irreligiöse Beobachter „metaphysischen Element“, das mich begleitete, auch z.B. an einem dokumentarischen Nachweis, dass mein durch Kriegsaktivitäten verhinderter Vater, als ich zwei Jahre alt war, einen der Imame der 'Grand Mosque d'Alger' nach Potsdam sandte, um mich spirituell in den Islam aufzunehmen. Damals tobte der algerische Befreiungskrieg, und sein Freund hatte außerdem den Auftrag, weitere Kriegsunterstützung der DDR für die FLN (die heute regierende Front de Liberation National) zu sichern.

 

Zur Zeitstimmung im Nahen Osten im November 2001 aus Anmerkung 51/b) zu 'Swiss-Made Time', S.691/692: „... in den Wochen nach den Anschlägen von New York, die von Seiten des Westens eine Milliarde Muslime zu potenziellen Terroristen abzustempeln drohten, wurde von diesen wie nie zuvor auf „von Allah ausgesandte Zeichen“ gehofft. … [Nur sie würden] den drohenden diskriminierenden Horizont für die unschuldige Mehrheit der Muslime abwenden. … Das Ereignis von Queens, welches wohl viele Muslime … herbeigesehnt hatten, unterstützte solches Denken. Besonders die Schiiten begrüßten, dass es kurz vor Anbruch des heiligen Monats 'Ramadan' und nur zwei Monate nach 9/11 schon wieder ein Flugzeugunglück von einiger Bedeutung gerade in New York gab und dabei erwiesenermaßen einzig 'die Hand Allahs' es hervorrief, ohne dass sich islamischer Terrorismus damit ins Spiel bringen ließ.“ … „Da Mohammed verschiedentlich im Koran mit … Eindringlichkeit darauf hinweist, dass Allah seine Abgesandten … durch (Himmels-)Zeichen legitimiert und dass diejenigen, die solche Signale Allahs missachten, der Verdammnis anheim fallen, war es für Jan, der sich nun schon elf Jahre hindurch mit bizarr-synchronen Flugzeugcrashs befasste, ein Leichtes mit Hinweis darauf religiöse Scheiks bei der Hisbollah von seiner Mission zu überzeugen. ... Jan v. D. fand [so] einen Zugang zu den Herzen derjenigen, die für radikalislamische (schiitische) Politik verantwortlich sind und gerade die Konsequenzen des 11. Septembers abwogen.“

Erstaunlich waren diskrete Signale von Verständigungsbereitschaft, die nach einem langen Gespräch mit Herrn Abdallah Kassir durchschimmerten, die andere westliche Journalisten wohl kaum an die Oberfläche gebracht hätten. Andeutungen dieses schiitischen Abgeordneten folgend hätte demnach die Möglichkeit bestanden eine gewisse Toleranz gegenüber dem internationalen Judentum, Friedensbereitschaft, Verständigungswillen in der Palästinafrage und bei libanesisch-israelischen Grenzproblemen zur Diskussion zu stellen. Der Wortlaut eröffnete Chancen auf einem neuen Niveau Möglichkeiten für einen Ausgleich zu erörtern und damit auch den ins Stocken geratenen Nahost-Friedensprozess von libanesischer Seite wiederzubeleben. (Zitate aus 'Swiss-Made Time!', Anmerkungen S. 684 - 689: „Wir sind nicht wie die Taliban. Wir zerstören nichts einfach aus fanatischer Wut gegen den Westen. … die Taliban stellen für uns kein Symbol für den Islam und den islamischen Kampf dar. … Sie schufen ein abscheuliches Zerrbild für islamische Kultur und Grundeinstellungen und Werte. Wir verdammen sie deshalb. … Wir sind keine undifferenzierten Judenfeinde wie die Nazis. … und vor allem respektieren wir die Menschen unterschiedslos als Personen ohne Berücksichtigung ihrer Religion. - Doch wir blicken mit Abscheu auf die Zionisten und ihre weltweiten Machenschaften, die von Israel ausgehen. Zionisten sind für uns nicht das selbe wie fromme Juden. … Übrigens haben die Israelis den Bürgerkrieg bei uns angestiftet und in Gang gehalten. … Was den Kampf der Palästinenser betrifft, … wir werden nicht an ihrer Stelle … Aktionen unternehmen, um ihren Krieg gegen Israel voranzubringen. … Wir sind gemessen in unseren Forderungen. Wir können nicht ganze Völker verantwortlich machen. Wir glauben, dass die Juden außerhalb Israels keine Bedrohung darstellen. Mit ihnen könnten wir in Frieden leben und uns durchaus verständigen. … Bei uns gibt es keinen angeborenen Hass.“ - Andererseits, dass man zwar prinzipiell verständigungsbereit sei, aber wegen der harten israelischen Haltungen „die Zwangsläufigkeit eines weiteren Krieges mit dem Weltzionismus und Israel“ vor Augen hätte. Es gäbe einen „Teufelskreis, der in Zukunft vielleicht zu einem großen Krieg … mit Israel führt. Wir würden gern unsere Augen vor dieser Automatik verschließen und nicht daran glauben. … Denkbar ist, wir wollen nichts ausschließen, so Gott will, der Einsatz von Nuklear- oder anderen ABC-Waffen auf unserer Seite. Falls wir von solchen Waffen bedroht werden, kann es jedenfalls dazu kommen, dass unsererseits Nuklearwaffen angewandt werden. … Die USA müssen mit mehr Druck und unter mehr Opfern sehr bald einen Frieden im Nahen Osten zuwege bringen, da der Zeitpunkt immer näher rückt, zu dem islamische Nachbarstaaten über einsatzfähige eigene Atomwaffen verfügen werden.“)

Die deutliche Ambivalenz in diesen Äußerungen wies darauf hin, wie notwendig es sein würde, eine potenzielle Friedens- und Versöhnungsbereitschaft ernsthaft zu testen. Das war an die Möglichkeit gebunden Öffentlichkeit für Kassirs Deklarationen herzustellen. Doch deutschen Medien, denen ich ab Dezember 2001 das beglaubigte Interview anbot, wollten es partout nicht abdrucken. Es hätte einschlägige Vorurteile ins Wanken gebracht, die ideologische Verdammung schiitischer Politik und die bei uns kursierenden Medienklischees beeinträchtigt. Dabei markierte es nuancierte Widersprüche zur Haltung des militärischen Hisbollah-Flügels, der seither seine Aufrüstung mit vor allem iranischen Waffenlieferungen betreibt. Wäre die Diskussion entsprechend der von ihm abgegebenen Statements in Gang gekommen, hätte dem gegenüber die moderate Fraktion Auftrieb erhalten. Der spektakuläre Mord am Ex-Ministerpräsidenten Rafik Hariri am 14.2.2005, dem ein UNO-Tribunal nachspürt, und vor allem der Krieg zwischen der Hisbollah und Israel von 2006 hätte vielleicht nicht stattgefunden, wenn das unter dem Schock der New Yorker Angriffe und des einsetzenden Afghanistankrieges bestehende gemäßigte politische Klima genutzt worden wäre! Merkwürdigerweise richtete man jedoch bei uns kein Augenmerk auf Beirut. Der Chefredakteur einer großen deutschen Zeitung sagte mir z.B. am Telefon, Libanon sei zur Zeit, solange nichts Spektakuläres dort vorfalle, unwichtig, uninteressant. Das hatte ich zuvor schon bei meiner Anmeldung im Informationsministerium festgestellt. Im beinahe leeren Beiruter Pressroom waren nur ein oder zwei westliche Journalisten gelegentlich präsent. Ich gab mir dennoch viel vergebliche Mühe das Interview in einem relevanten Medium zum Abdruck zu bringen, weil mir der Schweizer Chefdelegierte des IKRK (Internat. Rotes Kreuz) für den Libanon, dem ich als ersten die englischsprachige Übersetzung zeigte, mit Verve zuriet dieses Projekt weiterzuverfolgen. Aus Anmerkung 51 a) zu 'Swiss-Made Time', S.689. „Nachdem er den … Interviewtext gelesen hatte, war M. Henrie Fournier … ehrlich erstaunt. Er befand, dass manche Äußerungen als sensationell zu werten wären. … Seinem Gefühl nach enthielten einige dieser Statements moderate Zwischentöne und ein gewisses Friedensangebot an den Westen, allerdings in einem dialektischen Kontrast mit der Ankündigung einer hypothetischen Gefahr, dass in künftigen Kriegen auch Massenvernichtungswaffen eine Rolle spielen könnten. Fournier urteilte aus einer realistischen Einschätzung der libanesischen Politik. Als neutraler Schweizer verfügte er über Kontakte sowohl zu sunnitischen bzw. christlichen Kräften wie auch zu radikalen palästinensischen Organisationen, die die Flüchtlingslager beherrschen. Ebenso kannte er die schiitische Seite, auf der die Hisbollah eine Hauptrolle spielt. Bislang hatte er schon viele maßgebliche Politiker kennen gelernt. Darunter Mullah Nasrallah, den religiösen Chef der Hisbollah. Auch die sonstigen Chefs der libanesischen Politik kannte er bis hinauf zum Präsidenten Emile Lahoud und [dem damaligen] Ministerpräsidenten Rafik Hariri. Nur eine Woche zuvor hatte er den Generalsekretär Großenrieder des IKRK [der übrigens fast gleichzeitig mit mir in Beirut eingetroffen war] zu diversen Politikern des Nahen Ostens begleitet. … Das IKRK (CICR) besitzt im Libanon seit Jahrzehnten vielfältige Funktionen. … Ein Riesenproblemkomplex konstituieren z.B. die Minenfelder, die Israels Armee bei ihrem Abzug [2000] im Südlibanon hinterlassen hat. Zu ihnen existiert kein ausreichendes Kartenmaterial. Tausende, die auf den Äckern arbeiten – oft Kinder und Frauen – werden zu Opfern israelischer Minen und Streumunition. … Vordem auch eines der großen Anliegen von Prinzessin Diana. Sie unterstützte Kampagnen, die ein globales Verbot der Produktion und Installation von Landminen durchsetzen wollten.“

Dieses Interview, das wenn nicht auf Deutsch so doch in manchen englischsprachigen Medien teilweise wiedergegeben wurde, worüber ich keinen Überblick habe, da der Text frei im Internet stand, gab vielleicht das ehrlichste Abbild der damaligen Problemsicht der Hisbollah wieder und hob dabei auf eine exzeptionelle Verständigungsbereitschaft ab, ungetrübt von der üblichen Polemik und Ideologie. Jedoch nachdem meine Initiative im Sand verlief auf Grund von Gleichgültigkeit und Kurzsichtigkeit der Medienwelt, traten mit einer vorhersehbaren Automatik seither die aggressiveren Bestrebungen des militanten Hisbollah-Flügels in den Vordergrund. Er drängte die spirituelle Führung des Iran in Richtung eines Nuklearwaffenprogramms, was bis dahin eine rein theoretische Überlegung gewesen war. - Der Zufall hatte es übrigens mit sich gebracht, dass der Iranische Botschafter bei Herrn Kassir gerade vor uns da gewesen war, wie Mahssen Zahredin, mein arabischer Partner bei dem Interview, feststellte. - Das Unterbleiben eines westlichen Feedbacks bestärkte somit militante schiitische Haltungen, die wie oben betont, den potenziellen Einsatz von C-Waffen nicht völlig ausschließen wollen. Dies antizipierte im Grundsatz, was 2013 in Syrien Realität wurde!

Wäre das Interview angemessen veröffentlicht oder wenigstens nach seinem Teilabdruck in 'Swiss-Made Time!' erörtert worden, statt dass Rezensenten das Buch mit überheblicher Missachtung straften, hätte man sich ein klareres Bild machen können über das Ineinandergreifen spiritueller und politischer Impulse, die den Beistand der Hisbollah für das syrische Regime steuern. Man vergleiche dem gegenüber: Deutschland gab seit dem Mord an Hariri am Valentinstag 2005 Hunderte Millionen Euros aus für seine gegen die Hisbollah gerichtete Marinemission an Libanons Küsten, die Waffenhilfe für Nachbarländer, Aufklärung usw.. Aber kein Militär-(Politiker) hat relevante Anmerkungen in meinem Buch ausgewertet und sich ein Bild zu machen versucht, wie geistige Impulse entstanden, die parallel aus Deutschland wirkten und aus boykottierter „track-two-Friedensdiplomatie“ die Konfrontationen mit schwärzesten Sarkasmus eskalieren ließen. Besonders wäre der SPD-Außenpolitiker, Ex-Staatsminister im Auswärtigen Amt, Gernot Erler gefragt gewesen. Mit beleidigender Ignoranz hatte er es am 6.9.2009 im Freiburger Theater-Café vermieden in das frisch erschienene Buch auch nur Einblick zu nehmen, wie weil der anwesende Präsident der Berliner Akademie der Künste, Klaus Staeck, es mitnahm. Am 28. Mai 2013 startete ich einen zweiten Versuch mit ihm. Ich war verzweifelt, dass der Weg in den Abgrund des syrischen Bürgerkrieges seit einem Jahrzehnt auch von jener Inspiration ausging, die ich in diversen Politikfeldern von Beirut hinterlassen hatte. Man bedenke, scheinbare „Zeichen Allahs“ werden besonders in der Schiia religiös-mystisch und als etwas extrem Geheimnisvolles gedeutet. Der verborgene 12. Imam könnte ja dahinter seinen überirdischen Einfluss zu erkennen geben. Es ist nicht viel anders als im europäischen Mittelalter, in dem Bischöfe, Inquisition, die Päpste ihre Deutungshoheit bei Wundern und Zufällen als „Zeichen Gottes“ für politische Zwecke in Anspruch nahmen. Interpretationen z. B. zur Koinzidenz von Dianas Unfalltod mit dem Basler Zionismusjubiläum oder der New Yorker Aircrash vom 12.11.2001 wirkten daher unterbewusst sowohl auf sunnitischen wie schiitischen Fanatismus, der das Feuer des Krieges auflodern lässt. - Ich befasse mich seit Universitätszeiten mit Massenpsychologie aus psychoanalytischer Sicht. - Bei Erler reizte es mich außerdem zu beobachten, ob es ihn irgendwie berühren würde, wenn ich ihn darauf aufmerksam mache, dass eine Verwandte, Frau Anna von Duhn, so lange er in der Regierung war, bei ihm im Vorzimmer als Botschaftsrätin mitarbeitete, ehe sie 2010 nach Tripolis/Libyen wechseln musste. Drei Stunden war ich im engsten Kreis bei einem Freiburger SPD-Treffen zur Orientpolitik gesprächsweise mit dabei und versuchte alles um seine Aufmerksamkeit auf die Aktualität der von mir einzubringenden Themen zu lenken. Er hätte m.E. unter Anerkennung des alternativen Informationsbackgrounds ein wirksames Engagement der SPD zu Syrien entfalten können, vielleicht wäre der Giftgaseinsatz von Damaskus am 21. August 2013 mit mehr als 700 Toten zu verhindern gewesen! Aber allein schon, weil auf meinem PR-Flyer zum Buch mit großen Lettern das für ihn sicherlich hässlich klingende Wort „Menschenrechte“ steht, fühlte sich dieser Herr, wie so viele vor ihm, von dem Buch abgestoßen. Und damit auch von ihm restlos unbekannten politischen Informationen, die es trotz seiner Romanform enthält. Er fand zur blödesten Äußerung, die für einen seriösen Außenpolitiker möglich war: „Bis in den Herbst mache ich erst mal Wahlkampf. Für sonstiges habe ich keine Zeit. Danach erst kann ich mich wieder anderen Themen widmen ...“ (Man kann auch warten, ehe man die Feuerwehr ruft, bis das Haus abgebrannt ist.)

Nicht allein das Interview und die exaltierten Reaktionen des Rotkreuz-Delegierten, der es für einen potenziellen Friedensbeitrag hielt, sollte ich hier erwähnen. Ich muss vielmehr darauf hinweisen, dass „metaphysische Reflexe“ unter dem Einfluss des Ramadans, den ich im Libanon erlebte, weiterhin zum Vorschein kamen. ... Zwar nur als „ordinärer Terrorismus“ spiegelte sich später jener Kommentar, mit dem ich das Interview ins Netz stellte, worin ich Rafik Hariri als korrupten Verschwender und Dieb an den Aufbaumilliarden nach dem Bürgerkrieg, an denen sich sein Clan unfassbar bereicherte, sowie als Medienmogul à la Berlusconi charakterisierte. Sein Ende brachte ein Bombenanschlag an der Beiruter Corniche am 14.2.2005.. Mein Kommentar hat ihn sicher nicht umgebracht! Eher der syrische Geheimdienst, der zusammen mit syrischen Militär im postwar-Libanon fast alles kontrollierte und auch mich überwachte. Anscheinend sogar sympathisierend. Was ich darauf zurückführe, dass die algerisch-syrischen Beziehungen eng waren und ich auch Algerier in Beirut zu treffen hatte. Genauso wenig transzendental verursacht war 2006 der Julikrieg Hisbollah-Israel. Die obigen Zitate zeigen, er war vorhersehbar, wenn auch nicht unvermeidlich. Solches Geschehen verstehe ich nicht als „metaphysisch“ beeinflusst. Anders steht es m. E. mit dem Absturz am 24.11.2001 eines SWISS-Jets bei Zürich (~25 Opfer) kurz nach meinen politischen Begegnungen, während ich noch in Beirut weilte. Als signifikantes Symbol erschien es mir, dass es zufällig erneut die Schweiz traf. Ein Jahr darauf resultierte aus einer von mir geförderten Synthese solcher Schwingungen mit deutscher Theatertradition offenbar weiteres terroristisches Geschehen, bei dem ich nicht umhin kam, mich geistig beteiligt zu sehen. Es geht um meine literarische Verbindung mit dem Konzept der Besetzung des Moskauer 'Ostenkina-Musical-Theaters' am 22.10.2002 durch 37 muslimische Tschetschenen. Sie nahmen dabei mehr als 900 Menschen als Geiseln und hielten sie samt den Schauspielern im Zuschauerraum fest. Erst am 26.10. wurde die Aktion mit einem grausamen Gaseinsatz unter Inkaufnahme von ~170 Toten durch eine russische Sondereinheit beendet. Die Blaupause zu diesem Unternehmen lag offensichtlich mit dem Szenario meines Theaterstücks „Time is a swiss-made Dream“ vor. Dessen umfangreichen Text hatte ich zu meiner Legitimation als Deutscher Schriftsteller in Beirut verbreitet, obwohl niemand in Politik und Kultur Deutsch sprach und das Goethe-Institut, das ich öfters besuchte, mich nicht als förderungswürdigen Kulturträger anerkannte. Das Stück wird von der Idee getragen mit der Besetzung eines zentralen Medienplatzes und Geiselnahme der Anwesenden Aufmerksamkeit für Friedensappelle und Gegendarstellungen zur aktuellen Kriegsberichterstattung – bei mir ist der Ausgangspunkt Jugoslawien 1993 – zu verbreiten. Die gleiche Idee vertraten die beteiligten Tschetschenen. Frappierend wirkt, dass die Erstürmung des Theaters nach drei Tagen so durchgeführt wurde, wie ich es in meinem Szenario anklingen lasse. Betäubungsgas, das von Außen in die Klimaanlage eingeführt wird, lähmt die Terroristen. Mein Text enthält dieses Detail. Da jedoch eine theatralische Lösung der Krise herbeigeführt werden soll, setzen meine Theater-Terroristen vorsorglich mitgeführte Gasmasken auf und bleiben im Gegensatz zu jenen Tschetschenen am Leben. … Man könnte die Übereinstimmungen für Zufall halten. Ich erfuhr jedoch 2002 durch einige Emails, dass mein Stück zwar nicht integral ins Arabische übersetzt wurde, jedoch das Szenario über die alternative Theaterszene hinaus, die ich im Auge hatte, zirkulierte und durch Kanäle propagiert wurde, die auch AlQaida-nahen Gruppierungen Inspiration vermittelten. Mein oben erwähnter Partner Mahssen Zahredin beim Kassir-Interview gehörte übrigens der Beiruter Theaterszene an. Ich erlebte ihn bei einem Auftritt als 'Macbeth'. Auch auf Grund weiterer Faktoren, die ich hier nicht ausführen kann, lässt sich vermuten, dass der Theaterüberfall von Moskau von meinem Ideengerüst getragen war und dass mein Szenario durch islamische Kanäle als inspirierende Anregung zu jenen verzweifelten tschetschenischen Kämpfern gelangte war, die somit auf nie dagewesene Weise ein Theaterprojekt unter Aufopferung ihres Lebens in der Realität probten. - Inzwischen unterstrich eine Besetzungsaktion Mitte Januar 2013 in der ost-algerischen Wüste meine Vermutung, dass mein Theaterkonzept modifiziert immer noch als Anregung dient. Diese Massengeiselnahme Hunderter Arbeiter und (westlicher) Techniker auf dem 'Amenas-Gasfeld' durch AlQaida-im-Maghreb (unter einem gewissen 'Bellmokhtar'), wurde durch Militär beendet, wobei mehr als 70 umkamen. Mir demonstrierte dieses Ereignis unter politischen Bedingungen, zu denen ich wie erwähnt einen gewissen Zugang besitze, wie leicht sich spirituelle und kulturelle Inspiration weiterhin in Aktivitäten widerspiegeln kann, die zum selbstmörderischen „Martyrium“ bereite „Shahids“ aus meinem väterlichen Kulturkreis durchführen, sobald sie überzeugt sind Signalen, symbolischen Zeichen, gar „Befehlen Allahs“ zu folgen. Lässt sich so verstehen, dass manche Aktionen, bei denen den Tätern eine „unmittelbare Eintrittsberechtigung ins Paradies“ versprochen wird, damit begründet werden, es gäbe objektive Geschehnisse, die echte „Zeichen Allahs“ manifestieren?

Während solcher Reflexionen trat am 1. Juli 2002, als ich schon anfing Entwürfe für den Zeitroman 'Swiss-Made Time!' zu formulieren, ein weiteres monströses Ereignis ein. Wie oben ausgeführt motivierte meine historische Forschung zur Parallele von 1935 mit dem Unfall vom 31.8.1997 im Pariser Tunnel de l'Alma - zugleich Tag des „zionism-centennial“ - eventuell das AlQaida-Attentat von Luxor gerade am 17.11.1997. Nun schienen transzendentale Kräfte bei einer neuerlichen Katastrophe eine weitere Kohärenz mit dem Tod von Prinzessin Diana geschaffen zu haben. Falls man immanenten metaphysischen Einfluss auch im Westen für möglich hält angesichts des irrealen Medienhypes seit ihrem Ende, so war bemerkenswert, dass es fünf Jahre darauf an ihrem Geburtstag hinsichtlich einer Flugzeugkatastrophe einen speziellen Zufall gab, der allerdings zuerst nur mir auffallen konnte.

Dazu: Kurz vorher hatte ich in Hinblick auf von mir schon viele Jahre hindurch beobachtete, oft surrealistische Umstände und Koinzidenzen bei Flugzeugkatastrophen (worüber einiges in Teil III von 'Swiss-Made Time' referiert wird) Kommunikation herzustellen versucht zu einer wissenschaftlichen Einrichtungen zur Erforschung paranormaler und übersinnlicher Phänomene. 1993 war dies nach einem Gespräch mit Dr. E. Bauer vom IGPP (Freiburger Institut für Grenzgebiete der Psychologie&Psychohygiene) nicht zustande gekommen. Wie es dieses Mal lief, dokumentiert in Faksimile der Antwortbrief eines ähnlich forschenden Instituts der University of Princeton (Dept. for Engeneering Anomalies Research) vom 22. Mai 2002, der unter Nr. 53 der Anmerkungen abgedruckt ist. Nachdem dieser Brief mit einer Absage zu einer Flugzeugunfallforschung unter „PSI“-Gesichtspunkten gerade erst eingetroffen war, fand ich es bestürzend, als sich nur einen Monat darauf der nächtliche Zusammenstoß zweier Jets über Überlingen am Bodensee ereignete; wobei der Schweizer aircontrol „Skyguide“, die Schuld daran zufiel. Mich tangierte besonders, dass mein symbolisches Gemälde von 1997/98, das auf dem Cover von 'Swiss-Made Time!' abgedruckt ist und dort als politisches Signal erklärt wird, im Original z w e i brennende abgestürzte Flugzeuge zeigt, die offenbar zuvor kollidiert sind. Auch taucht ein Flugzeugkollisionsereignis im Theater-Oeuvre 'Time is a Swiss-Made Dream' von 1993 auf. Dort ein fiktiver Medienbericht über einen Zusammenstoß zweier Jets über Berlin.

Schließlich ließ sich auch nach der provisorischen Herausgabe von 'Swiss-Made Time!' 2009 durch die 'Coincidence&Chance-Edition' eine extrem unwahrscheinliche Luftfahrtkatastrophe verzeichnen, die in Korrelation mit dem Text interpretiert werden könnte. Es gibt im Buch jene Stelle, an der ein Fluch geäußert wird, es möge ein Regierungsjet mit den höchsten Politikern an Bord abstürzen. Die damalige Schweizer Regierung, die den Menschenrechtsfall „Estrella“ und ihrer zwangspsychiatrisierten Mutter mit Absicht nicht wahrnehmen wollte, was dokumentierbar ist, war gemeint, jedoch der historische Background ist viel älter und erzkatholisch, auf den sich dieser Fluch ur-eigentlich bezieht. Denn die Argumentation zum Fall meiner Tochter „Estrella“ macht ultra-katholisches, antisemitisches Familienerbe für ihre traurige Kindheit verantwortlich. Es wird durch Konstantin Siegwart, ihren Ur-Urgroßvater, repräsentiert, der mit dem von ihm propagierten Bündnis mit Jesuiten, Kirchenstaat und Monarchien von Seiten der katholischen Urkantone den religiös motivierten Sonderbundskrieg von 1847 auslöste. In Hinsicht auf „Estrellas“ Abkunft richtet mein Buch den verständlichen Zorn somit gegen katholische Vorurteile und damit verwobene Politik. Deren prägnanteste kontemporäre Ausprägung war in Polen zu finden. Ein Fluch geschleudert gegen rigide moderne Kreuzfahrermentalität musste daher mit einiger Logik aus islamischer Sicht das politische Bollwerk des konservativen Papstes Woytilla, d.h. sein Polen treffen … und so kam es. Aus dieser Perspektive bestimmte es die unerforschliche „hand of Allah“, dass jener von mir virtuell beschworene Fall, der Absturz einer Regierungsmaschine mit den Spitzen des Staates an Bord, egal wie unwahrscheinlich zehn Monate nach Erscheinen des Buches wirklich eintrat. Die polnische Regierung war betroffen, ihr fanatisch-katholischer Präsident. Zufall oder nicht, der wohl noch erinnerliche Absturz führender katholischer Politiker und Generäle Polens am 10. April 2010 in Smolensk ist signifikant innerhalb dieser speziellen Sinnstruktur. Aus dieser Sicht heraus gab es seither auch weitere frappierende und völlig unwahrscheinliche Zufälle. Sie scheinen zu meiner Überraschung zu bestätigen, dass Inhalte von 'Swiss-made Time!' entlang transzendentaler oder metaphysischer Wahrheiten und Einflüsse streifen. Nach meiner Überzeugung geschieht dies am Rande eines doch stattfindenden „Clash der Kulturen“. Dazu ließen sich einige weitere Fälle erläutern. Jedoch muss ich wiederholen, dass ich Zufallsgeschehen nicht anführe, um Gebäude wissenschaftlicher Rationalität zu erschüttern, sondern um nie analysierte Einflüsse zu erörtern, die von „Allah gesetzte Zeichen“ zu erkennen meinen. … Aus der Mitte kultureller Widersprüche möchte ich versuchen dieses nirgendwo rational erörterte Thema zu setzen.

Aus 'Swiss-Made Time!' lassen sich beim aufmerksamen Lesen kaum beachtete, nie evaluierte Fakten zum Zeitgeschehens erschließen. Jedoch ist der Inhalt in der provisorischen Edition zu unübersichtlich gegliedert, zu eng gedruckt, noch zu stark aus subjektiver Perspektive, die jedoch nie religiös ist, erzählt. Ermüdende Unbeholfenheit vieler Formulierungen, überflüssige Emotionalität, zu ausgiebig angewandter Hauch eines zynischen Surrealismus machen es oft schwer, sich die seriös berichteten, vielfach auch im Anmerkungsteil dokumentierten Tatsachen vor Augen zu führen. Das Buch würde bei einer gründlichen Überarbeitung und inhaltlichen Änderungen enorm an Verständnis gewinnen und damit komplexe politische und geistige Zusammenhänge zur allgemeinen Diskussion stellen. Aber es müsste vielleicht trotz seines expliziten Vorworts weitere Hinweise darauf enthalten, dass es keinen Verschwörungstheorien oder Mystifizierungen das Wort redet. Denn es schöpft vielmehr sarkastisch und kritisch aus einem bizarren esoterischen Produkt, das aus Größenwahn und chauvinistischer Selbstüberschätzung, PR-Politik und Konsumklischees der Schweizer Uhrenindustrie, Banken, Kulturträger und Politiker hervorgeht, oft mit Rückwirkungen auf die ganze Welt. Ein übrigens positives Beispiel für diese Phänomenologie gab es mit den Auswirkungen eines Truppenbesuchs eines Teils des DDR-Generalstabs bei der Schweizer Armeeführung im September 1989. Die von mir wiedergegebene Episode schildert einiges dazu in Teil III, 2. Kapitel, wo ich darstelle, wie ich dazu in Beziehung geriet. Ich vertrete die Überzeugung, dass in jenen Tagen ein wesentlicher psychologischer Einfluss auf wichtige Generäle und hohe Offiziere der DDR ausgeübt wurde, die hinterher bei den Demonstrationen des Oktobers und Novembers 89 einem eventuellen Schießbefehl der SED widersprochen oder ihn nicht durchgesetzt hätten. Im Faksimile dokumentiere ich zu dieser Hypothese eine kurze Stellungnahme von Seiten des Schweizer Verteidigungsministers vom Dezember 1991. In der Zeitgeschichts-Forschung ist allerdings noch kein Politologe oder Historiker darauf gekommen, dass die Schweiz überhaupt einen Anteil daran hatte, die DDR-Führung psychologisch in die Knie zu zwingen. 'Swiss-Made Time!' berichtet zu dem Thema einiges, etwa aus dem Schweizer Finanzministerium, und kolportiert außerdem, dass die Schweizer Regierung schon 1989 für die anbrechende postkommunistische Epoche den Traum hegte eine elektronische Infrastruktur für eine fundamentale Überwachung der Menschheit im globalen Maßstab und sogar mit Bewegungsprofilen aller Individuen zu schaffen; was die Edward Snowdon-Informationen über die NSA inzwischen als Realität von 2013 erahnen lassen. Diese Vorstellungen existierten folglich schon zu einer Zeit, in der Internet und mobile Telekommunikation noch in den Kinderschuhen steckten. 1991 arbeitete ich übrigens bei einem universitären Projekt der Uni Bern und der Firma 'ascom', das an den Voraussetzungen für das Internets forschte.

'Swiss-Made Time!' verzeichnet an diversen Stellen Eindrücke aus dem diplomatischen Milieu. Da kommt etwa ein Österreichischer Botschafter vor, der vordem in Libyen und 1990 in Bagdad akkreditiert war und indirekten Einfluss auf den irakischen Diktator Saddam Husain besaß, als dieser im Juli 1990 die Invasion Kuwaits beschloss. Kurz vorher lernte ich ihn in Genf kennen, nachdem mich libysche Diplomaten in Bern an ihn verwiesen hatten.

(Er hat die Biografie eines entfernten Verwandten meiner Großmutter, Ludwig von Flotow, herausgegeben, der als Spitzendiplomat für das KuK-Kaiserreich tätig war und die Annexion Bosniens managte, die 1908 vollzogen wurde und tragisch verursachte, dass es zum Attentat vom 28. Juni 1914 in Sarajevo kam. Am Ende des 1.Weltkrieges wurde er vom abtretenden Kaiser zum KuK-Aussenminister ernannt. Seine Autobiografie scheint in den Publikationen aus Anlass des 'Centennials' des 1. Weltkriegs wenig Berücksichtigung zu finden, obwohl er interessante Details aus persönlichem Erleben zu Beratungen im Neuen Palais von Potsdam mit Wilhelm I. und Reichskanzler Bethmann-Holweg wiedergibt. Er war bei Gesprächen anwesend, bei denen die Österreichisch-Ungarische Diplomatie auf Deutschlands Kriegseintritt drang. - 65 Jahre später kam die in meinem Zeitroman öfters erwähnte „Gianna“ zur Welt, eine Verwandte, die erste Kinderjahre bei ihrem Großvater verlebte, dem protestantischen Pfarrer von Hohenfinow/Mark Brandenburg. Dort lag das Stammgut der Familie Bethmann-Holweg, wo auch jener Reichskanzler begraben liegt. Frau Angela Merkels Eltern werden aus dem Milieu der evangelischen Kirche der DDR den langjährigen Pfarrer dort, S.K., gekannt haben. - Der „Geist von Potsdam“, von Historikern für den Ausbruch beider Weltkriege mitverantwortlich gemacht, ich musste ihn im Roman auf jeden Fall erwähnen, sintemal ich quasi im Zentrum dieser Aura, die die DDR ja zu Anfang heftig bekämpfte, zur Welt kam. Das Buch enthält s/w-Fotos auf S. 648 von meinem Geburtshaus, dem Potsdam-Museum nahe bei der 'Garnisonkirche', in der Hitler nach der Machtergreifung am 21. März 1933 sein Bündnis mit Deutschlands Hochadel und Industriellen feierte. Meine Mutter sah als Kind dabei zu. In Potsdam wuchs ich im Zentrum jener Ideologie-Produktion heran, die aus der Überwindung feudalen preußischen Militärgeistes und dem Potsdamer Abkommen von 1945 die Existenzberechtigung des 2. deutschen Staates, der DDR, schöpfen wollte. Meine Großmutter, Kunsthistorikerin, Fotografin, bei der ich lebte, war bis auf die Zeit ihrer politischen Haft in den 50-er Jahren, Mitarbeiterin bei den Ausstellungsmachern von Schloss Cäcilienhof, in dem der 'Potsdamer Konferenz' gedacht wurde. - In wiederum anderen Kontext erwähnt mein Buch den Freiburger Professor, S. Zmarzlik, Verfasser einer Standardbiografie über Bethmann-Holweg, dem meine Großmutter in den 50er-Jahren half Zugang zu den Materialien des ehemaligen Reichsarchivs in Potsdam zu erhalten.)

Auf alternatives Friedensengagement 1991 – 1995, durch das ich zu einer Beendigung des jugoslawischen Bürgerkrieges beitragen wollte, weisen mehrere Abschnitte in 'Swiss-Made Time' hin: Es gab Kontakte, Gespräche auf vielen Ebenen und Stationen, die vor allem dann erwähnt sind, wenn sie besonders grotesk ausfielen, wie z.B. mit dem Gesandten in der Schweizer Botschaft in Belgrad, beim „Europa-Minister der Schweiz“, Staatssekretär Franz Blankart, oder der Schweizer OSZE (KSZE)-Botschafterin Marianne von Grüningen. Juli 1993 sprach ich des Längeren mit dem österreichischen Gesandten beim Europarat über historische Momente, die im modernen Bosnienkrieg wieder erweckt wurden, was zugleich dazu führte, dass das Schicksal meiner Töchter bei dieser Unterhaltung auf den Tisch kam. Jener Diplomat, der geschäftsführend die damalige österreichische Präsidentschaft des Europarates vertrat, vermittelte mir Einblicke dazu, was es bedeutet als höchste europäische Instanz über die Menschenrechte zu wachen und Beschlüsse des Menschenrechtsgerichtshofes umzusetzen. Selber von Menschenrechtsverletzungen betroffen (an meinen Töchtern) wirkte dieser persönliche Background bei der Anteilnahme an Friedensaktivitäten leider kontraproduktiv. Dies auch im jeweiligen politischen Kontext oder während meiner Beteiligung bei Hilfsaktionen. Als Beispiel wird der „Convoi Alsace-Sarajevo“ von 1993 angeführt. Eineinhalb Jahre später am 8. Mai 1995 suchte ich den jugoslawischen (serbischen) Gesandten beim Europarat in Straßburg auf. Für die folgende Woche war ich mit Daniel Cohn-Bendit im Europaparlament verabredet, und so sprachen wir darüber, ob und wie eventuell in Zusammenarbeit mit den 'Verts'/'Die Grünen' im EP eine neue Initiative zur Beendigung der seit Jahren andauernden Belagerung Sarajevos, Tuzlas und anderer bosnischer Städte gestartet werden könnte. Herr Zoran Milivoijevic vertrat dabei jene Nation, jenes Volk, das damals von allen Seiten angegriffen wurde und wegen Unterstützung oder gar Anstiftung bosnischer Kriegsverbrechen verfemt war. Die westliche Weltöffentlichkeit stand den Serben feindlich gegenüber. Mir kamen hingegen Kontakt zur Belgrader Oppositionsbewegung zu statten, die vorhersehbar den Sturz des Milosovic-Regimes erreichen würde. Die von uns an diesem Tag gefundene relativ einverständliche Gesprächsebene veranlasste allerdings Herrn Cohn-Bendit - 1995 noch deutscher EP-Abgeordneter - am 16. Mai keineswegs in irgend einer Weise auf neue Friedensideen einzugehen. Anders der damalige Sprecher der 'Verts' im EP, den ich schon seit zwei Jahren kannte, Alexander Langer aus Südtirol, von den Medien als engagiertester Friedensdiplomat im EP vielfach gelobt. Er bewies freundschaftliches Interesse, lud mich zu einer Sitzung des 'Verona-Forums' im EP unter Anwesenheit prominenter Politiker ein. Am folgenden Tag, während die Medienaufmerksamkeit einer Begegnung des deutschen Bundeskanzlers Kohl mit dem frisch gewählten französischen Staatspräsidenten Jacques Chirac im EP galt, traf ich im Palais de l'Europe ohne Verabredung erneut mit Herrn Milivoijevic zusammen. Eine Besprechung, die sich etwas abseits anspann, ließ uns eine vorläufige Friedenskonzeption finden mit innovativen, nirgends sonst kursierenden Ideen. Später ausformuliert wurde sie von Herrn Milivoijevic an das Belgrader Außenministerium übermittelt und erhielt als potenzielle Verhandlungsbasis für einen dringend notwendigen Waffenstillstand grünes Licht, d.h. es gab nun eine gewisse Chance, von Straßburg aus einen Beitrag zu einer provisorischen Entschärfung der Krise zu lancieren. Als nächster Schritt hätte eine Veröffentlichung der Initiative angestanden, ehe sie politischen Gremien offiziell zur Kenntnis gebracht werden konnte. Der serbische Gesandte, der darauf vertraute, dass die „alternativen Friedenskräfte“ angesichts der Dramatik in Sarajevo zu jedem Strohhalm greifen und die inoffiziell zugestandene Kompromissbereitschaft auf Jugoslawischer Seite anerkennen würden, musste jedoch immer wieder vertröstet werden, es ließ sich (meinerseits) kein Echo erzielen. Alexander Langer bekundete nur halbherzige Anteilnahme, zu oft war er zuvor von serbischen Politikern getäuscht worden. Herr Cohn-Bendit, der mit Präsident Chirac frühstückte und dann mit ihm und dem Bürgermeister von Tuzla nach Cannes zum Filmfestival geflogen war, äußerte sich überhaupt nicht. Vor allem fehlte das nötige Engagement, der echte Einsatz der vorgeblich stark am Frieden interessierten grün-alternativen Kräften im Umkreis des EPs. Ohne Öffentlichkeit für diese Vorschläge konnte es nicht vorwärts gehen, doch Parlamentsjournalisten – z.B. M. Scotto, Vertreter von Le Monde - weigerten sich im folgenden Juni 1995 diese inoffizielle Initiative in ihren Medien zu diskutieren. Ich konnte andererseits von der serbischen Seite kein weiteres Entgegenkommen verlangen, so lange es nicht mal möglich war, die Öffentlichkeit und die Vielzahl von Politiker, die ständig die unmenschliche Dramatik des Bosnienkriegs beschworen, mit den Vorschlägen bekannt zu machen. Alexander Langer versuchte es schließlich und endlich doch mit seinen Mitteln und eigenen Medienkontakten, kam aber in kurzer Zeit damit nicht voran. Somit enttäuschten wir die serbische Seite derart, dass mir schließlich angesichts der einsetzenden kroatischen Offensive, die militärisch die serbische Bevölkerung der so genannten 'Republica Serbska Kraina' in Kroatien zur Flucht zwang, Herr Milivoijevic mitteilte, die gemäßigten Kräfte in der serbischen Diplomatie würden es mangels eines Feedbacks nicht mehr in der Hand haben die unabhängig agierenden bosnischen Serben zu zügeln. Diese würden auf blutige Rache drängen, es gäbe keine Möglichkeiten mehr von Seiten seiner Regierung sie daran zu hindern. Damit hatte sich die Situation so verschärft, dass diese letzte Initiative zur Herstellung eines Waffenstillstandes obsolet wurde.

Was folgte, gilt als größtes Massaker in Europa seit dem 2. Weltkrieg – die Abschlachtung der 8000 Männer von Srebrenica Anfang Juli 1995. - Ein Kriegsverbrechen, das bis heute Politik und Medien bewegt.

In 'Swiss-Made Time!' versuche ich darauf hinzuweisen, dass wir es in Straßburg im vorhergehenden Monat in der Hand gehabt hätten mit einem Frieden vorbereitenden Lösungsvorschlag, einer unkonventionellen Diskussion desselben und forcierter Anbahnung ausgleichender Gesprächsvermittlung durch Europaparlamentarier auf die Kriegsparteien mäßigend einzuwirken. Die serbische Kriegsfraktion wäre so gezwungen gewesen sich zurück zu halten, die Kroaten, unterstützt vom Westen, hätten auch nicht so einfach ihre Militäroffensive und die Austreibung der zivilen serbischen Bevölkerung Kroatiens durchführen können. Angesichts dieser Kriegsdramatik, wegen der ich mir seither immer wieder Vorwürfe mache, vielleicht nicht genügend unternommen zu haben, um die kleine Friedenshoffnung, die es gab, zu propagieren, weise ich darauf hin, wie sehr sich Alexander Langer diese desaströse Entwicklung zu Herzen nahm. … In jenen ersten Julitagen, als der Bürgerkrieg sich ausweitete und die Massaker von Srebrenica begannen, nahm er sich das Leben.

Ein weiteres Spektrum diplomatischer Kontakte habe ich in 'Swiss-Made Time' aus Platzmangel nicht erwähnt. Es gab schon genügend politische Anhaltspunkte, um Absurditäten, die ich beschreiben wollte, zu kolorieren. Außerdem erwähne ich auf Grund der allgemeinen Vorurteile in dem Buch mit keinem Wort meine arabische Abstammung oder dass ich beinahe in Libyen statt in Potsdam zur Welt gekommen wäre. Wie ich oben schon ausführte, war mein Vater Diplomat, kannte sich u.a. gut im algerischen Außenministerium aus, war auch für Lakhdar Brahimi tätig, dem heutigen UNO-Vermittler im syrischen Bürgerkrieg. Jedoch völlig unabhängig von seiner Sphäre freundete ich mich mit einer jungen Algerierin aus dem diplomatischen Milieu an, die ihn nicht kannte. In manchen Zeitabschnitten des Algerischen Bürgerkrieges warnte sie mich wie oben erwähnt vor dem Umgang mit (ex-)Agenten, die heimlich Islamisten und AlQaida zuneigten, also Standpunkte in den grausamen inneren Auseinandersetzungen einnahmen, die die Staatsautorität außer Kraft setzten, … die er jedoch nicht voll umfänglich zu verdammen schien. Meine Freundin erzählte viel von ihrem Onkel, mit einer Schwedin verheiratet, tolerant, multikulturell, der am Anfang unserer Beziehung noch algerischer Botschafter in Wien war.

Um hier diesem Panorama einen Aspekt hinzuzufügen, möchte ich erwähnen, dass gerade dieser ihr nahe stehende Onkel (Amin Khirbi) ab ~2004 der Botschafter Algeriens in den USA wurde. Im 'Weissen Haus' von US-Präsident Bush empfangen hatte er die Bereitschaft Algeriens zu bekräftigen in Kooperation mit dem Westen gegen Islamisten vorzugehen. - Solche „sicherheitspolitische Zusammenarbeit“ findet übrigens auch mit Deutschland statt und soll ausgebaut werden.

Folgender Punkt ist vielleicht ebenfalls bemerkenswert: 1977, noch vor dem „deutschen Terrorherbst“, war ich nicht nur im damaligen Studentenverband LHV der Liberalen aktiv, sondern trat sogar in die FDP ein. Worauf ich eingangs (S.4/5) schon zu sprechen kam, wo ich auf meine frühe Nähe zu späteren RAF-Terroristen Bezug nehme. Meine Motive waren nicht unbedingt von Sympathien getragen mit Börsen- und Grundstückspekulanten, politischen Karrieristen, Unternehmern, Industriellen, Oligarchen, denen man in diesem Verein begegnete. Zwar war es interessant sich von solchen Männer z.B. die guten Beziehungen zur Schwesterpartei FDP in der Schweiz und die dort bestehenden Steuern sparenden Geldanlagemöglichkeiten und überhaupt Gesetzesschlupflöcher erklären zu lassen, für deren Ausweitung sich die FDP einsetzte, doch eigentlich beabsichtigte ich für jene Bekannten, die im antikapitalistischen Umfeld der Studentenbewegung mehr über die „herrschenden Kreise“ erfahren wollten, deren elitäre Atmosphäre der gesellschaftlichen Verantwortungslosigkeit zu studieren. Die Frankfurter FDP machte mir das zeitweise sehr leicht, falls ich in meinem Studentenheimzimmer im 'Deutsch-Ordenshaus' am südlichen Mainkai anwesend war. Im EG liegt ein „Rittersaal“ ausgestattet u.a. mit einem von Adenauer verehrten Gemälde der Marienburg, barocken Pomp und einem Steinway-Flügel. Für Studenten mit Benutzungserlaubnis lag der Schlüssel zum Saal in einem kleinen Briefkasten. Die Frankfurter FDP veranstaltete ausgerechnet dort ihre regelmäßigen Treffen des Ortsverein, ja empfing zu manchen Anlässen auch hohe Gäste da, wie etwa den Bundesvorsitzenden H.D. Genscher, zugleich deutscher Außenminister, oder andere wichtige Politiker, die vorbeischauten. Verschiedentlich wurde ich in der alternativen Szene, aus der DIE GRÜNEN später hervorgingen, gebeten doch für ein paar nächtliche Stunden die Türen zu öffnen und dann wegzugehen, um mich nicht zu kompromittieren. Ich nehme an, irgendjemand wollte „spasshalber“ kurz vor einem dieser FDP-Events eine Bombe im Steinway-Flügel deponieren. Dazu gab ich mich nicht her, und deswegen kann ich's heute erzählen. (Der bekannte FDP-Wirtschaftsminister Hessens, Herbert Karry aus Frankfurt, der vielleicht auf deren Liste stand, wurde nicht dort, sondern einiges später daheim im Bett im Stadtteil Bergen-Enkheim ... mit Gewehrschüssen ermordet.) Mit einer Reflexion dieser Periode können oben getroffene Feststellungen zu Transzendenz und Metaphysik als „Zufallsgeneratoren“, beeinflusst durch die Gesamtheit soziologisch-historischer Konstanten einer Gesellschaft, nochmal illustriert werden. Und zwar ohne irgendeinen Rückbezug auf den Begriff „Allahs Zeichen“. Vielmehr aus rein europäischer Perspektive, die annehmen lässt, dass auch hierzulande ohne allen Religionsfanatismus Wirkmuster existieren, die man mit ähnlichem Terminus fassen könnte. Wie anders ließe sich - nach dem oben erwähnten Zufall der einstigen Nachbarschaft zum Arbeitsplatz von Herrn Wolfgang Schäuble in Offenburg und dem seltsamen Attentat auf ihn nach Versagen in meiner Menschenrechtssache – erklären, dass sich erneut wie von Schicksal und Verhängnis getrieben eine beinahe unheimliche Nähe zu einem Politiker eingestellt hat, der auch nach seinem Ausscheiden aus der Politik weiterhin einen hohen Rang einnimmt, ja bis zu seinem Abscheiden automatisch „die Würde der Republik“ in sich beschließt. Es handelt sich um den ehemaligen Bundespräsidenten und FDP-Vorsitzenden, Ex-Außenminister der 70-er Jahre Walter Scheel. Dieser zog 2008 nach Bad Krozingen bei Freiburg. Zu diesem Ort stehe ich seit 1986 in Beziehung, habe verschiedentlich dort gelebt, bin mit Zweitwohnsitz dort angemeldet, bin dort tätig, er kommt auch in 'Swiss-Made Time!' vor. Nun hatte ich dem Umstand, dass der Ex-Bundespräsident seinen Altersruhesitz in diesen Kurort verlegte, anfänglich keine Bedeutung beigemessen. Aber inzwischen hat es mich nachdenklich gestimmt, dass eine von mir eingestellte befreundete Krankenschwester, die seit sechs Jahren bei meiner Mutter beschäftigt ist, die ich mehrfach in der Woche treffe, inzwischen auch mit Pflege und Behandlung des deutschen Alt-Bundespräsidenten befasst wird. - Herr Scheel empfing bis 2012 immerhin noch die Spitzen der FDP, Westerwelle, Rösler usw. oder seinen Freund H.D.Genscher, er trat noch öffentlich auf. Daher die auch im Roman gestellte Frage, kann man dem deutschen Reich, dessen „postumes Oberhaupt“ er war, eine gewisse nachwirkende transzendentale Spiritualität zubilligen? Ist diese weiterhin vorhanden und verursacht solche metaphysisch anmutenden Zufälle? - Interessant erscheint mir unter diesem Gesichtspunkt auch, dass ich im 2006 fertig gestellten Text von 'Swiss-Made Time!' davon berichte, wie im Februar 1989 der damalige FDP-Außenminister H.D. Genscher ins Mainzer-Uniklinikum zu einer OP eingeliefert wurde und dort auf die gleiche Station kam, auf der damals nach einer OP meine von mir besuchte Mutter lag. (Darüber lesen Sie in Teil II „Das Zionismusjubiläum von Basel … und synchronisiert Prinzessin Dianas Unfall“ in Kapitel 31 „Und wenn die Berliner Mauer fiele ...“ auf S. 382 und in Anmerkung 24 nebst folgenden Doku-Faksimiles.)

Um abschließend einen anders gearteten „metaphysischen Zufall“ zu beleuchten, der wiederum katastrophale Features aufweist, aber an schon dargelegte Items anzuschließen scheint, möchte ich hier noch den 22. Juli 2011 erwähnen. Es fällt einem wieder ein, an diesem Tag wurde die Welt durch Nachrichten geschockt, die von Oslo und der Insel Utea ausgingen. 76 Tote, darunter vor allem Jugendliche, waren zu beklagen, die durch Anders Breiviks Bombe im Regierungsviertel und seine wilde Schießerei in einem sozialistischen Jugendcamp ums Leben kamen. Wieder tauchte bei mir die Vermutung auf, dass es eine unterbewusste, quasi-telepathische, jedenfalls „übersinnlich“ vermittelte Inspiration gab, die von meinem, zu solchen Morden ironisch aufrufenden surrealistischen Flyer vom 16.12.1999 indirekt ausging. Dieser Text schien in Überspitzung der Ironie ein Szenario mit hemmungslos-wildem Einschießen auf Politiker zu verlangen. Auf Utea waren es Jungpolitiker-innen, die Breivik gnadenlos in seinem bösartigen Zorn hinrichtete. Nun könnte ich beispielsweise vermuten, es habe die öfters seither in den Medien erörterte Ideenübertragung durch Hendrik Broder gegeben, dem man an einer ideologischen Beeinflussung auf diesen Täter Schuld gab. Fast vierzig Jahre zuvor hatte ich H. Broder persönlich erlebt, als er noch progressiv gesinnt von einer Israel-Reise kommend in Frankfurt eintraf. Die Begegnung fand bei einer Adorno-Schülerin, Frau Regina B.-Schmidt, später Professorin in Hannover statt. Damals empfand ich ihn als unheimlich arrogant, egoman und zu sehr von sich selbst überzeugt. Dass seine Ausstrahlung, die er inzwischen in den Medien gewann, ausreicht solche Taten zu inspirieren, bezweifele ich allerdings. - Eine weitere Hypothese klingt hyper-fantastisch und geht vom Geburtsdatum am 22. Juli (1924) meines halbjüdischen Onkels Christian H. aus, den die SS wegen seiner Abstammung Ende April 1945 im Potsdamer Militärwaisenhaus erschoss. Dessen „Rassengutachten“ von 1943 lege ich zumeist den fast immer unbeantwortet bleibenden Briefe bei, mit denen ich um Unterstützung und Aufklärung im Fall meiner deutschen Tochter Christiane (alias „Xenia“ im Roman) nachsuche. Selbstverständlich haftet ein enormer Fluch an diesem Papier, sobald öffentliche Persönlichkeiten und Medienredaktionen, die so auf neuere Folgen des Antisemitismus hingewiesen werden, sich nicht der Mühe unterziehen in dieser Menschenrechtssache irgendwie, und sei es nur durch eine Eingangsbestätigung, zu antworten. Mir war in Anbetracht von Katastrophenereignisse, die am oder um dieses Datum stattfanden, schon die aus Computerspielen nunmehr geläufige Idee vom virtuellen „Avatar“ gekommen: Übermittel mein Onkel als mein „Avatar“ aus dem Nazi-Totenreich auf „PSI-Wellenlängen“ grausame Szenarien, die mir einfallen? 2010 war es am gleichen Datum die Massenpanik bei der 'Love-Parade' in Duisburg, bei der an die 30 Jugendliche starben, die diese dämonische Vorstellung bei mir auslöste. ... Doch statt weiter spekulativ im Nebel zu stochern, will ich hier meine wirkliche Hypothese zu einer eventuellen geistigen Anregung dieses Massakers unterbreiten: Wie ich oben (ca. S.28) erwähne, versuchte ich mehrfach Kommunikation herzustellen zu einer wissenschaftlichen Einrichtungen zur Erforschung paranormaler und übersinnlicher Phänomene. Diese kam 1993 nach einem Gespräch mit einem der Direktoren des IGPP (Freiburger Institut für Grenzgebiete der Psychologie&Psychohygiene) nicht zustande, und wie es 2002 lief, verdeutlicht in Faksimile ein Brief der University of Princeton (Dept. for Engeneering Anomalies Research auf S. 696 unter Nr. 53 der Anmerkungen abgedruckt und zuvor erörtert.) 2010 unternahm ich mit Hinweis auf elaborierte psychologische Erklärungen und philosophische Thesen, die mein Buch zu einer größeren Anzahl von Ereignissen nun in gedruckter Form entwickelt, erneut den Versuch mit dem Freiburger IGPP darüber zu kommunizieren. Man nahm es in die hauseigene Bibliothek auf, und es kam im November 2010 zu einer längeren Unterhaltung mit dem extern mitarbeitenden Experten zu „PSI-Fragen“, Walter von Lokadou. Allerdings die Masse an empirischen Daten und Fakten, die meine Theorie einbezieht, konnte oder wollte dieser nicht mal im Ansatz besprechen. Weder er noch sonst jemand aus dem IGPP sah sich herausgefordert Items daraus etwa hinsichtlich wissenschaftlicher Stochastik, „Zufallsforschung“, unter Gesichtspunkten zu analysieren, die ich angebe und näher erläutern könnte. Was vielleicht zu einer Horizonterweiterung in diesem Forschungsbereich beitragen würde. Um eine Diskussion darüber anzustoßen kam ich am 15. Juli 2011 in das Institut. Es galt einen Gesprächstermin auszumachen, und zufällig konnte ich mich ein paar Minuten mit dem Leiter, Herr Eberhard Bauer, unterhalten. Einerseits sprach er davon, er sei über mein Gespräch mit Herrn Lokadou orientiert. Er erweckte den Eindruck, er habe das Buch zumindest teilweise gelesen und schien äußerlich an Fragestellungen interessiert, die es aufwirft. Andererseits empörte es mich erneut, wie schon 1993 im Gespräch mit ihm, dass nicht ein einziger Hinweis zu entdecken war, dass man in seiner Forschungsrichtung auf die aktuelle politische Brisanz eingehen würde, die ich mit den von mir besprochenen Ereignisdimensionen demonstriere. Es kam mir vor, als ob man in diesem 'Elfenbeinturm' keinen Begriff von Friedensforschung und Studien zum Fundamentalismus, von (Massen-)Psychologie des Faschismus o.ä, besäße. So als ob es moralische Verantwortung fürs Ganze der Gesellschaft in psychologischer Wissenschaft nicht geben müsse und damit auch keine natürlich gegebene moralische Verpflichtung interdisziplinär zusammen zu arbeiten und aktuelle Hinweise aufzugreifen. Er gab mir seine Emailadresse, und ich dachte mir dabei, eher wäre er verpflichtet, falls er nur ein Fünkchen politische Sensibilität besäße, mich von sich aus zu kontaktieren, um über Möglichkeiten zu sprechen geistige Energien zu kanalisieren, die Terrorismus, Amokläufe, Mordlust auslösen. Schließlich befasse ich mich in 'Swiss-Made Time!' unter dem Eindruck extremer Ereignisse ab S. 608 – 621 mit jener Psychologie, die die Anregung auf meinem Flugblatt mit Amokschießereien in Verbindung zu setzen scheint. Als Verbindungsglied fungiert in meinen Augen dabei auch jene Parapsychologie, die telepathische, übersinnliche und okkulte Inspirationen, also das emotionale Gebiet, welches auf unbewusst suggestive Weise Morde anstiftet, zu verstehen sucht. … Mit anderen Worten, ich nehme an, dass sich erst recht das (kollektive) Unterbewusstsein gemäß C.G. Jungs Terminologie inzwischen unbemerkt aus den oben erwähnten Passagen bedient hatte und die für viele so unheimliche Sphäre der PSI-Forschung möglicherweise als Instanz fungierte, die dem Norweger Breivik zu seinen Taten in Oslo und Utea am 22. Juli 2011 – just eine Woche nach jenem Besuch im IGPP - Inspiration aus meinem Szenario übermittelte.

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Die hier des Längeren gegebenen Informationen und Darstellungen finden sich in diesem Brief, um es ohne irrationale Mystifizierung halbwegs einleuchtend zu belegen, warum die Missachtung der Fallumstände meiner Töchter und Verhinderung von Aufklärung der vorgefallenen Menschenrechtsverstöße – insbesondere im Fall von Christiane - wohl auch in Zukunft auf die Genese von islamistischer und sonstiger politischer Militanz Einfluss nehmen werden. Allein schon die gemäß dem Koran bestehende Legitimität einer „ultima ratio“ kann spirituell enorm stark wirken und die abwegigsten terroristischen Projekte mit in Gang setzen, wie ich in Jahrzehnten gelernt habe ohne jemals selbst Anstifter, Inspirator, Provokateur solcher Akte gewesen zu sein. Diesem Phänomen gegenüber gab ich mir einige Mühe durch den Kolportageroman 'Swiss-Made Time!' und wie ersichtlich auch mit diesen Explikationen darauf aufmerksam zu machen, wie absurd, unverhältnismäßig und grotesk Konsequenzen ausfallen können, solange mit vollendeter Bigotterie, Gleichgültigkeit und Zensur die Wahrnehmung der eingangs beschriebenen Staatsverbrechen – u.a. auch juristisch - unterdrückt wird, obwohl sie aus dem Geist des Antisemitismus hervorgegangen sind.

Mit freundlichen Grüßen Jan von Duhn - H.

'Swiss-Made Time!', das Buch, auf das ich hier öfters hinweise, wäre wahrscheinlich für Sie als Leser dieses Briefes nützlich, um nähere Einsicht in die vorgestellten Informationen zu nehmen.